Stadt Villach wird selbst Pächterin ihrer "Kärnten Therme"

Nach einigen Turbulenzen um die Villacher "Kärnten Therme" wird nun die Stadt selbst als Pächterin einspringen. Das gab der Villacher Bürgermeister Günther Albel (SPÖ) am Dienstag in einem Pressegespräch bekannt. Den ursprünglichen Betreibern war es nicht gelungen, die vereinbarte Pacht von derzeit mehr als 900.000 Euro im Jahr zu erwirtschaften.

Die Stadt soll die Therme jedoch nicht tatsächlich selbst betreiben. Ein "Unterpächter" werde via Ausschreibung gesucht, erklärte der Bürgermeister. Eine simple Herabsetzung der bisherigen Pacht sei nicht möglich gewesen. "Diesen Betrag konnte man nicht einfach vermindern, das hätte eine Steuerrückzahlung von 9,6 Mio. Euro bedeutet", sagte Albel. "Der aktuelle Betreiber der Kärnten Therme hat bereits angekündigt, dass er sich auch bewerben wird."

Wer auch immer neuer Thermenbetreiber wird, er wird dann doch deutlich weniger Pacht zahlen müssen. "Vertraglich festgelegt wurde eine Summe von mindestens 574.800 Euro jährlich, die die neuen Unterpächter zu zahlen haben", sagte Albel. Dieser Betrag könne auch steigen, wenn die Einnahmen stimmen. Die Stadt gewährt dem neuen Betreiber somit bis zum Jahr 2032 einen jährlichen Pachtnachlass in Höhe von durchschnittlich etwa 275.000 Euro als Zuckerl. Für die Stadt bedeutet das bis zum Jahr 2032 Mindereinnahmen von rund 4,5 Mio. Euro. Zusätzlich gewährt die Stadt auch ein Investitionsdarlehen von 500.000 Euro.

Kritik daran, dass das Risiko einer Thermen-Pleite bei der Stadt Villach als Hauptpächter bleiben würde, wie es der Landtagsabgeordnete Markus Malle (ÖVP) formuliert hatte, kommentierte Albel mit den Worten: "Ein Risiko für die Stadt bestand bis jetzt auch." Die jetzt von den Betreibern geforderte Pachtsumme sei auf jeden Fall erwirtschaftbar, allerdings habe man mit dem neuen Vertragswerk auch die Möglichkeit, alle drei Jahre einen neuen Unterpächter als Betreiber zu suchen. Die Ausschreibung läuft bis Ende Juni. Für die Villacher Grünen ist Albels Plan ein "hochriskantes Pokerspiel mit unabsehbaren Folgen". Das BZÖ sprach von der Therme als einem "Millionengrab", das Team Stronach forderte Aufklärung ein.

Der Schwimmbad- und Wellnesskomplex "Kärnten Therme" gehört zu knapp 54 Prozent der Stadt Villach, weitere Beteiligte sind das Land Kärnten (34 Prozent) und die Betriebsgesellschaft, eine Tochtergesellschaft des angrenzenden Kurhotels. Die Betriebsgesellschaft wies laut Firmenbuch in der Bilanz zum 31.12.2014 ein negatives Eigenkapital von 4,4 Millionen Euro aus. Eine Überschuldung im Sinne des Insolvenzrechts lag aber wegen einer Patronatserklärung der Muttergesellschaft nicht vor. Der 2012 eröffnete Bau hatte rund 47 Millionen Euro gekostet, knapp 41 Millionen kamen aus öffentlichen Töpfen.

Brüssel (APA/dpa) - Die EU droht Nordkorea eine weitere Verschärfung von Sanktionen an. Wegen der atomaren Aufrüstung des Landes werde man in enger Abstimmung mit den internationalen Partnern weitere Reaktionen in Erwägung ziehen, heißt es in einer am Donnerstagabend beim EU-Gipfel verabschiedeten Erklärung.
 

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EU droht Nordkorea neue Sanktionen an

Brüssel (APA) - Der EU-Gipfel in Brüssel hat ein "effektives und faires Steuersystem" für die Digitalwirtschaft verlangt. Die EU-Staats- und Regierungschefs forderten am Donnerstag die EU-Kommission auf, "angemessene" Vorschläge dafür bis Anfang 2018 vorzulegen.
 

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EU-Gipfel will Vorschlag für Digitalsteuer Anfang 2018

San Francisco/Mountain View (APA/dpa) - Der Fahrdienstvermittler Lyft hat sich frisches Geld bei Investoren besorgt. Die von CapitalG, einem Investmentfonds der Google-Mutter Alphabet, angeführte Finanzierungsrunde spült eine Milliarde Dollar (851,14 Mio. Euro) in die Kasse, teilte Lyft am Donnerstag mit. Insgesamt wurde die Firma von Geldgebern zuletzt nach eigenen Angaben mit 11 Mrd. Dollar bewertet.
 

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Uber-Rivale Lyft sammelt weitere Milliarde bei Investoren ein