Staatsholding ÖBIB will Bund für 2017 geringere Dividende zahlen

Wien (APA) - Die staatliche Beteiligungsholding ÖBIB, die die die schwarz-blaue Regierung bis Jahresende umbauen will, will dem Bund für das Geschäftsjahr 2017 eine Dividende in Höhe von 181 Mio. Euro zahlen, geht aus dem Geschäftsbericht der Österreichischen Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH hervor. Für 2016 hatte die ÖBIB 219 Mio. Euro an den Bund gezahlt.

Die ausgeschiedene ÖBIB-Chefin Martha Oberndorfer zog indes in einem Brief eine positive Bilanz über ihre drei Jahre an der Spitze der im März 2015 geschaffenen ÖBIB. Der Wert der Beteiligungsportfolios ist seit Gründung der ÖBIB, die aus der alten ÖIAG hervorgangen ist, um 75 Prozent gestiegen. Mit Stand Ende 2017 hielt der Staat respektive Steuerzahler Unternehmensanteile im Wert von etwa 8,4 Mrd. Euro.

Die ÖBIB ist an den drei börsennotierten Großkonzernen Post, OMV und A1 Telekom Austria beteiligt und hält weiteres Anteile an den Casinos Austria und an der APK Pensionskasse. Zu 100 Prozent gehören der Staatsholding die staatliche Bankenholding Fimbag, die GKB-Bergbau GmbH, die IMIB Immobilien und Industriebeteiligungen GmbH, sowie die Schoeller-Bleckmann GmbH.

Allein 2017 legten die ÖBIB-Beteiligungen um 44 Prozent zu. Der Kurswert der drei Börsennotierten stieg um 42 Prozent - deutlich stärker als der Leitindex ATX (+29 Prozent). Die ÖBIB profitierte 2017 unter anderem von der guten Performance der OMV und der Post - beide steigerten Umsatz und Ergebnis und erhöhten ihre Dividende. Die Telekom hingegen verdiente weniger, ließ aber ihre Dividende gleich.

Oberndorfer saß drei Jahre im Chefsessel der ÖBIB, aber in keinem der Aufsichtsräte der wichtigen Beteiligungsfirmen. Ende vergangener Woche haben ÖVP und FPÖ mit Walter Jöstl, dem bisherigen Vize von Oberndorfer, einen vorübergehenden Chef bestellt. Jöstl war bisher Prokurist der ÖBIB. Oberndorfer hatte sich nicht mehr für den Posten beworben, sie streute ihm in ihrem Abschiedsschreiben Rosen: Er habe alle maßgeblichen Projekte begleitet und sei "ausgezeichnet eingearbeitet".

Ihr Abschied von der ÖBIB fällt Oberndorfer leicht - "weil ich gemeinsam mit meinem Team sehr viel erreicht habe". Neben der guten Performance des Portfolios nannte sie unter anderem die Neuverhandlung des Syndikatsvertrags der OMV zwischen den Syndikatspartnern ÖBIB und Abu Dhabis Staatsfonds IPIC / Mubadala. Oberndorfer blickt "mit einem sehr guten Gefühl auf die letzten drei Jahre zurück", wie sie schreibt.

Die Regierung ist gerade dabei, sich ein neues Konzept für die ÖBIB zu überlegen. Die Holding soll wieder zur AG werden, Aufsichtsräte direkt entsenden und auch neue Beteiligungen unter ihr Dach bekommen.

Ankara (APA/Reuters) - Die türkische Regierung hat vor den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen am 24. Juni ihre Ausgaben hochgefahren. Dadurch wuchs das Budgetdefizit in den ersten fünf Monaten dieses Jahres um 78 Prozent auf umgerechnet rund 3,7 Mrd. Euro (20,5 Mrd. Lira), wie aus den am Montag veröffentlichten offiziellen Daten hervorgeht.
 

Newsticker

Türkisches Staatsdefizit stieg vor Wahlen kräftig - Mehr Ausgaben

Vilnius (APA/Reuters) - Die EZB wird nach Einschätzung von Litauens Notenbankchef Vitas Vasiliauskas möglicherweise im Herbst 2019 erstmals seit Jahren ihre Zinsen straffen. "Da es traditionell keine Sitzung im August gibt, ist es offensichtlich, dass wir über September, Oktober sprechen könnten", sagte das EZB-Ratsmitglied am Montag vor Journalisten. "Ich würde sagen, es geht in Richtung Herbst."
 

Newsticker

EZB-Notenbanker hält Zinserhöhung im Herbst 2019 für möglich

Wien (APA) - Die ÖVP/FPÖ-Regierung will den lebenslangen Rücktritt von Lebensversicherungen im Fall von falscher oder fehlender Belehrung um einiges unattraktiver machen. Betroffene sollen bereits 2019 deutlich weniger Geld herauskommen. Die Arbeiterkammer und die Liste Pilz kritisieren den schwarz-blauen Vorstoß.
 

Newsticker

AK-Kritik: Regierung macht Versicherungsrücktritt unattraktiver