Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt noch länger zu Dieselgate

Stuttgart (APA/Reuters) - Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft rechnet bei ihren Ermittlungen gegen Verantwortliche bei Bosch, Porsche und Daimler im Zusammenhang mit dem Dieselskandal vorerst noch nicht mit einem Abschluss. "Ich glaube nicht, dass wir in diesem Jahr ein Verfahren beenden können", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Siegfried Mahler am Dienstag in Stuttgart. "Es hat sich zu einem Mammutverfahren entwickelt."

Insgesamt sieben Staatsanwälte befassten sich mit den Fällen, bei denen Berge größtenteils technischer Daten auszuwerten seien. Die Chefin der Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen, Beate Weik, leitet selbst die Diesel-Abteilung - die größte der Stuttgarter Strafverfolgungsbehörde.

Im Fall von Bosch geht es um Beihilfe zum Abgasbetrug bei Volkswagen, wo der Skandal um die Manipulation von Stickoxid-Emissionen 2015 seinen Ausgang nahm. Hilfreich wären dafür Ergebnisse der Staatsanwaltschaft Braunschweig zum zugrunde liegenden Abgasbetrug bei dem Wolfsburger Autokonzern, wo die Ermittlungen kurz nach Bekanntwerden im September 2015 losgingen. Doch auch die geht nicht davon aus, bei den Betrugsermittlungen heuer noch zu einer Entscheidung über eine Anklage zu kommen. Die Ermittlungen gegen mittlerweile sieben bekannte und weitere unbekannte Mitarbeiter von Bosch wurden immer umfangreicher, weil der weltgrößte Autozulieferer auch wegen Beihilfe bei seinen Kunden Audi, Daimler und Fiat Chrysler ins Visier geriet.

Neben Bosch haben die Stuttgarter Strafverfolger auch Verantwortliche bei Daimler und dem Sportwagenbauer Porsche wegen des Dieselabgasbetruges im Visier. Zudem ermitteln sie, ob sich Ex-VW-Chef Martin Winterkorn, sein Nachfolger Matthias Müller und der heutige VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch der Marktmanipulation schuldig machten. Dabei geht es um die Frage, ob sie als Vorstandsmitglieder des VW-Großaktionärs Porsche SE im Herbst 2015 rechtzeitig die Aktionäre per Pflichtmitteilung über vorhersehbare Belastungen durch den Dieselskandal informierten. Die Porsche SE wies die Vorwürfe zurück.

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

Bonität

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Wirtschaft

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

Newsticker

Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte