Springer kämpft mit Internetportalen gegen Print-Flaute

Mit steigenden Umsätzen bei Kleinanzeigen im Internet stemmt sich Axel Springer gegen das abflauende Geschäft mit Zeitungen und Zeitschriften. Online-Portale wie die Immobilienplattform Immonet oder die Jobbörse Stepstone legten 2014 kräftig zu. Bei den Bezahlangeboten, zu denen auch die Zeitungen "Bild" und "Welt" gehören, stieg zwar der Umsatz, der Beitrag zum Gewinn ging aber zurück.

Bei Anlegern kam am Mittwoch vor allem die unveränderte Dividende nicht gut an: Die Springer-Aktie verlor zu Mittag mehr als 6 Prozent an Wert.

Mit Blick auf die Zukunft journalistischer Angebote verbreitete Springer-Chef Mathias Döpfner bei der Vorlage der Konzernbilanz in Berlin Optimismus: Für die digitalen Bezahlangebote von "Bild" und "Welt" zusammen habe es zum Jahresende bereits 311.000 zahlende Abonnenten gegeben. Springer-Finanzvorstand Julian Deutz sprach im digitalen Vertrieb insgesamt von Erlösen im unteren zweistelligen Millionenbereich. Insgesamt erzielte Springer - auch getrieben von der Übernahme des Senders N24 - im vergangenen Jahr einen Umsatz von 3,04 Mrd. Euro.

Auch anderen Verlegern sprach Döpfner Mut zu: Die Zeitungsbranche habe wenig Grund zu verzagen, sagte er. Gerade Regionalzeitungen hätten mit ihrem spezifischen Inhalt gute Chancen, auch in der digitalen Welt zu bestehen. Das Wachstum beim "Bild"-Bezahlangebot "Bild Plus" sei vor allem auf das Interesse an journalistischen Inhalten zurückzuführen. Dass Springer inzwischen auch Zusammenfassungen von Bundesligapartien online ausstrahle, habe einen geringeren Effekt auf die Abo-Zahlen gehabt als erwartet.

Im operativen Geschäft - Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda vor Sondereffekten) - legte Springer um mehr als zehn Prozent zu. Unterm Strich stand auch dank des Verkaufs mehrerer Zeitungen- und Zeitschriftentitel ein um knapp ein Drittel höherer Gewinn von 236 Mio. Euro. Mitte des vergangenen Jahres war der Verkauf der Regionalzeitungen, Frauen- und Programmzeitschriften an die Essener Funke-Gruppe vollzogen worden.

Mit einem Umsatzanstieg um mehr als ein Viertel ist das Geschäft mit Anzeigenportalen im Internet der wichtigste Wachstumstreiber. Springer hatte die Sparte 2014 unter anderem mit den Übernahmen des israelischen Portals Yad2 und der französischen Automarkt-Website LaCentrale noch weiter ausgebaut.

Der Konzern hat außerdem die Option, das Rubrikengeschäft, das bisher mit dem Investor General Atlantic zusammen betrieben wird, komplett unter das eigene Dach zu holen. Springer hat seinen Anteil an dem Unternehmen Axel Springer Digital Classifieds bereits auf 85 Prozent aufgestockt und dürfte auch den Rest im Tausch gegen Konzernaktien übernehmen.

Im laufenden Jahr erwartet Springer weiteres Wachstum. Der Umsatz soll im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen. Steigende Werbeerlöse sollen dem Konzern dabei über sinkende Umsätze beim Verkauf hinweghelfen. Das Ebitda dürfte laut Springer im hohen einstelligen Prozentbereich wachsen.

An der Börse kamen die Nachrichten dennoch nicht gut. Die Zahlen, der Ausblick und die Dividende reichten nicht aus, um die Investoren nach dem Rekordlauf der Aktien des Medienkonzerns bei Laune zu halten. Die Aktien knickten als Schlusslicht im MDax um zuletzt 6,07 Prozent auf 53,98 Euro ein. Am Dienstag hatten die Papiere eine neue Bestmarke erklommen. Seit Mitte Oktober belief sich das Plus in der Spitze auf rund 45 Prozent.

Bregenz (APA) - Aufgrund von anhaltender Trockenheit mit einhergehendem Futter- und Wassermangel stehen in Vorarlberg verfrühte Almabtriebe im Raum. Diese versuche man durch die Zufuhr von Wasser und Heu zu verhindern, informierte der zuständige Landesrat Christian Gantner (ÖVP) am Freitag. Eine frühzeitige Rückkehr der Tiere ins Tal könnte die Situation in der Futterversorgung eklatant verschärfen, so Gantner.
 

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Große Trockenheit: In Vorarlberg stehen verfrühte Almabtriebe im Raum

London/Brüssel (APA/dpa) - Nur eineinhalb Monate vor dem EU-Austritt der Briten ist immer noch nicht sicher, ob die Sache einigermaßen glimpflich ausgeht. Und das liegt nicht nur am Londoner Regierungschaos.
 

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Beim Brexit sitzen beide in der Zwickmühle

Wien/Schwechat/Dublin (APA) - Eine erste Anhörung vor einem Londoner Gericht im Streit zwischen Ryanair und Lufthansa um neun geleaste Laudamotion-Flieger ist ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Das Hauptverfahren beginnt erst im November, wie es am Freitagnachmittag von der Lufthansa zur APA hieß. Laudamotion und Ryanair gaben sich wortkarg und erklärten, das laufende Verfahren nicht kommentieren zu wollen.
 

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Gerichtsstreit um Laudamotion geht erst im November richtig los