Spekulationen um Adidas treiben Aktie - Experten zweifeln

(Reuters) - Spekulationen auf einen Putsch beim kriselnden Sportausrüster Adidas haben die Aktie am Mittwoch kräftig in die Höhe getrieben. Für Kauflaune sorgte ein Magazinbericht, wonach angelsächsische Hedgefonds einen Einstieg sondieren, um Vorstandschef Herbert Hainer abzulösen. Der Sportausrüster hatte seine Aktionäre wiederholt mit unerwartet schwachen Geschäften in Russland und den USA enttäuscht. Die Aktie, die seit Jahresbeginn rund ein Drittel an Wert verloren hat, legte um 3,5 Prozent auf 60,83 Euro zu und war damit größter Gewinner im Dax. Dabei wechselten deutlich mehr als doppelt so viele Aktien den Besitzer wie an einem durchschnittlichen Handelstag.

Das "Manager Magazin" berichtete ohne Angabe von Quellen, Hedgefonds wie Third Point, Knight Vinke und TCI seien an einem Einstieg interessiert. Einige Großinvestoren hätten Kontakt zu renommierten Anwaltskanzleien aufgenommen, die sie beraten sollten. Ziel sei ein Kurswechsel durch eine Ablösung Hainers und eine Abspaltung der US-Tochter Reebok oder auch der strauchelnden Golfmarke TaylorMade.

Knight Vinke dementierte allerdings umgehend ein Interesse. "Wir haben keinen Anteil und haben das auch nicht vor", sagte Fonds-Gründer Eric Knight. Die beiden übrigen Fonds und Adidas lehnten Stellungnahmen ab. "Wir führen ständig einen offenen und konstruktiven Dialog mit Investoren", sagte eine Adidas-Sprecherin lediglich.

Öffentlich gegen den Vorstand rebelliert hatte bisher lediglich Fondsmanager Ingo Speich von Union Investment. Er scheiterte auf der Hauptversammlung im Mai mit dem Antrag, Vorstand und Aufsichtsrat das Vertrauen zu entziehen - die Aktionäre entlasteten die Manager mit rund 96 Prozent der Stimmen.

ADIDAS-AKTIE BREIT GESTREUT

Zwar haben sich die Probleme bei Adidas seitdem verschärft, nach einem Gewinneinbruch im zweiten Quartal kassierte Hainer seine Ziele für das laufende Jahr und für 2015. Doch im Gespräch mit Reuters wollte Speich am Mittwoch seine Zweifel an Hainers Eignung nicht ausdrücklich wiederholen. Er sieht allerdings gute Voraussetzungen für einen Einstieg von Hedgefonds. Zum einen sei Adidas an der Börse wegen Misstrauens gegen den Vorstand niedrig bewertet. "Die Aktie handelt mit einem Management-Abschlag", sagte Speich. Den Wege ebnen könnten Investoren auch das billige Geld und der Umstand, dass sich Adidas komplett in Streubesitz befinde. Bisher ist kein Anteilseigner mit deutlich über fünf Prozent bekannt geworden.

Dass der Konzern keine dominierenden Aktionäre hat, spricht nach Ansicht von Analysten allerdings eher gegen einen Machtwechsel an der Firmenspitze. "Mit den Stimmen einiger Investoren im Bereich von drei bis fünf Prozent kann man keinen Vorstand absetzen", gab Equinet-Analyst Ingbert Faust zu bedenken. "Und konkret mitreden kann man erst, wenn man ein Aufsichtsratsmandat hat." Er rechne deshalb nicht mit einer Absetzung des Vorstands, glaube aber, dass das Management Anregungen unzufriedener Investoren aufgreifen werde.

Ein anderer Analyst, der nicht namentlich genannt werden wollte, gibt Vorstandschef Hainer ebenfalls eine Zukunft bis zu dessen angekündigten Abschied im Jahr 2017. "Ich glaube nicht, dass es gelingt, das Management davonzujagen", sagte der Branchenexperte zu Reuters. "Bis Adidas neue Mittelfristziele vorstellt, erwarte ich keine neuen Nachrichten. Das sind für Hedgefonds paradiesische Verhältnisse", sagte der Analyst. "Ich könnte mir vorstellen, dass Hedgefonds die Aktie in den nächsten Monaten hin und her jagen."

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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