"SpaceShipTwo": Entriegelungshebel vor Absturz zu früh betätigt

Nach dem Absturz des privaten Raumschiffs "SpaceShipTwo" haben Ermittler erste Hinweise auf Unregelmäßigkeiten gefunden. Einer der Piloten habe einen Entriegelungshebel für einen Mechanismus im Heck zu früh betätigt, sagte der Leiter der US-Verkehrssicherheitsbehörde (NTSB), Christopher Hart, am Sonntagabend.

Er könne jedoch nicht sagen, ob dies die Ursache für das Unglück sei, schränkte Hart ein: "Uns stehen noch Monate und Monate der Ursachenforschung bevor." Der Österreicher Franz Haider, der sich für einen Flug mit dem privaten Raumschiff angemeldet hat, träumt trotz des Unfalls weiter von einer Reise ins All. Entsprechende Medienberichte bestätigte er gegenüber der APA am Montag.

"Es hat sich nichts an meiner Einstellung geändert", betonte der Unternehmer. "Virgin hat stets betont, dass sie größten Wert auf Sicherheit legen. Ich hoffe, dass sie aus diesem Unglück lernen." Das Datum für die Reise ins All könnte sich allerdings nach hinten verschieben, meinte Haider: "Zuletzt hat es geheißen, dass nur noch wenige Tests notwendig sind, dann werde mit den Flügen begonnen. Jetzt müssen die Ursachen für den Unfall gefunden werden und sie brauchen ein neues Raumschiff. Ich denke, es wird sich daher alles verzögern."

Kameraaufnahmen aus dem Cockpit hätten gezeigt, dass der Co-Pilot den Entriegelungshebel betätigt habe, als das Raumschiff eine Geschwindigkeit von etwa 1,0 Mach erreicht habe. Das sagte unterdessen der Leiter der US-Verkehrssicherheitsbehörde. Allerdings hätte der Hebel erst bei 1,4 Mach umgelegt werden dürfen. Nach Harts Angaben wurden inzwischen fast alle wichtigen Teile der Raumfähre gefunden. Dabei habe sich herausgestellt, dass die Tanks und das Raketentriebwerk intakt gewesen seien.

Pilot verletzt, Co-Pilot tot

"SpaceShipTwo" war am Freitag bei einem Testflug über der kalifornischen Mojave-Wüste auseinandergebrochen und zu Boden gestürzt. Der Pilot konnte sich retten, sein Co-Pilot aber kam ums Leben. Das Unternehmen Virgin Galactic des britischen Milliardärs Richard Branson wollte das Raumschiff für den Weltraum-Tourismus einsetzen, hunderte Interessierte hatten bereits eine Reise reserviert.

Die Raketenexpertin Carolynne Campbell von der Internationalen Vereinigung zur Förderung der Raumfahrtsicherheit warf Virgin Galactic am Sonntag vor, alle Warnungen über die Gefährlichkeit des eingesetzten Brennstoffs in den Wind geschlagen zu haben. Sie habe bereits 2009 und später nochmals telefonisch auf die Gefahren hingewiesen, doch leider sei sie nicht gehört worden, sagte Campbell.

Rückschlag für Weltraumtourismus

Branson hatte sich bereits im Vorfeld gegen derartige Spekulationen verwahrt. Er fände es "ein wenig unverantwortlich", dass sich noch vor den Ermittlern der NTSB "Leute zu Wort melden, die keine Ahnung haben", sagte er am Samstag. Der Vorstand von Virgin Galactic, George Whitesides, meinte, Meinungsverschiedenheiten zur richtigen Technik seien in der Raumfahrt üblich: Jede Gruppe bevorzuge andere Technologien, sagte er der "Financial Times" vom Sonntag.

Für den Raketenantrieb soll Distickstoffoxid sowie eine neue Komponente auf Polyamidbasis verwendet worden sein, die am Freitag erstmals für einen Testflug eingesetzt worden war. Das Unglück ist ein enormer Rückschlag für die kommerzielle Raumfahrt. Virgin Galactic war bisher führend im Bereich des Weltraumtourismus. Laut einem Experten wird sich der Start der ersten Touristen nun voraussichtlich um Jahre verzögern.

Siemens liefert den ÖBB zur Verwendung ab 2022 neue Züge. Der Rahmenvertrag dazu war im Juli bekanntgeworden, nun sind alle Einspruchsfristen abgelaufen und der Deal ist fixiert. Bis zu 700 Waggons für die Personenbeförderung im Wert von bis zu 1,5 Mrd. Euro können die ÖBB in dem Vertrag abrufen. Gebaut werden die Wagen im Siemens-Werk in Wien.
 

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Neue Siemens Züge für ÖBB ab 2022 in Betrieb

Eine schwache Nachfrage nach Graphikkarten für die Erzeugung von Kryptowährungen wie Bitcoin stimmt den US-Konzern Nvidia vorsichtig. Der Umsatz im laufenden Quartal werde wohl bei 3,25 Mrd. Dollar (2,9 Mrd. Euro), plus/minus zwei Prozent, und damit unter den von Analysten im Schnitt geschätzten 3,34 Milliarden liegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.
 

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Chiphersteller Nvidia steigerte Umsatz

Mehr als 1.000 Mitarbeiter von Google haben in einem Brief Bedenken gegen die Rückkehr des Suchmaschinen-Giganten nach China angemeldet. Die zensierte Suchmaschine mit dem Projektnamen "Dragonfly" (Libelle) werfe "dringende moralische und ethische Fragen auf", zitierte das US-Portal "The Intercept" am Donnerstag aus dem Schreiben an die Konzernführung, in dem auch mehr Informationen zu den Plänen gefordert werden.
 

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Protestbrief: Mitarbeiter von Google hinterfragen China-Pläne