Sonntagsöffnung - Wiener Handelsvertreter hofft 2016 auf Einigung

Wien - Der neue Obmann der Wiener-Wirtschaftskammer-Sparte Handel, Rainer Trefelik, will neuen Schwung in die zuletzt stockenden Verhandlungen um die gebietsweise Sonntagsöffnung in der Bundeshauptstadt bringen. "Ich hoffe, dass 2016 das letzte Jahr der unsäglichen Diskussion ist", sagte er. Der Kammervorschlag liege auf dem Tisch, die Gewerkschaft hätte aber noch kein Feedback abgegeben.

Wien brauche eine moderne und aus seiner Sicht vernünftige Öffnungszeiten-Regelung für den Sonntag, um im internationalen Vergleich mit Städten wie Paris, Madrid oder Mailand und aufgrund der Online-Konkurrenz nicht ins Hintertreffen zu geraten: "Links und rechts überholen sie uns im Internet und in anderen Städten", warnte Trefelik am Mittwoch vor Journalisten.

Die Wirtschaftskammer hat vor einigen Monaten der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-djp) einen Verordnungsentwurf übermittelt, der die gebietsweise Sonntagsöffnung vorsieht. Dabei geht es um die Innere Stadt, die Innere Mariahilfer Straße sowie das Areal um Schloss Schönbrunn.

Der neue Spartenobmann, er ist seit circa einem halben Jahr im Amt und Inhaber des Luxusmodengeschäfts "Popp & Kretschmer" bei der Kärntner Straße, hofft, dass die Interessensvertreter aufeinander zugehen - denn in der Vergangenheit hätten sich beide Seiten in "polemischen und ideologischen Gräben eingebunkert".

Dabei erinnerte er an die Befragung der Gewerkschaft im Frühjahr, bei der sich 95,9 Prozent der Angestellten gegen eine Sonntagsöffnung ausgesprochen haben. Die Fragestellung ("Wollen Sie persönlich am Sonntag arbeiten?") sei, so befand er, tendenziös gewesen.

Bei der Wirtschaftskammer selbst ortet er einen "kompletten Paradigmenwechsel". Bei einer WK-Befragung im Vorjahr waren 72,6 Prozent der Unternehmer dafür, Tourismuszonen mit der Möglichkeit erweiterter Sonntagsöffnungszeiten in Wien zu errichten. Trefelik zufolge gibt es Berechnungen, wonach die Sonntagsöffnung 140 Mio. Euro Mehrumsatz und rund 800 Arbeitsplätze bringen könnte.

Er hofft, dass es 2016 zu einer Lösung kommen wird: "Wir können nicht alles ewig zerreden." Man müsse sich mehr trauen: "Wenn es nicht angenommen wird - auch okay", erinnerte er an den "langen Donnerstag". Dieser sei ein "Rohrkrepierer der Sonderklasse" gewesen.

Absehen von der Sonntagsöffnung will der Handelsvertreter im kommenden Jahr auch in die Online-Offensive gehen, "um den Handel in Österreich zu halten". So soll der zeitgemäße Online-Auftritt von Geschäften gefördert werden - etwa durch Informationsveranstaltungen und Workshops. Außerdem würde er gerne eine finanzielle Förderung andenken - etwa über die Wirtschaftsagentur. Im World Wide Web sieht er auch eine Chance für die Geschäftsniederlassung selbst. Denn es gebe Erfahrungswerte, wonach durch Online-Shops auch die Geschäfte selbst "gepusht" würden.

Auch die Einführung der Registrierkassenpflicht ab 1. Jänner 2016 gebe dem Handel Aufgaben auf. Es werde zwar eine "Schonfrist" von sechs Monaten gewährt - trotzdem pocht Trefelik auf Erleichterungen, Vereinfachungen sowie eine "technisch saubere Lösung". Konkret würde er sich eine "vernünftige Vorlaufzeit" für die Umstellung wünschen. Weiters hofft er auch auf eine Nachbesserung bei der Warengruppendefinition.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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