Slowakischer Privatsender TV Markiza sieht sich von Mafia bedroht

Bratislava (APA) - Der slowakische Fernsehkanal TV Markiza sieht sich durch die Mafia bedroht. Laut Angaben des vom Österreicher Matthias Settele geführten Privatsenders geht es um eine rechtliche Auseinandersetzung mit dem umstrittenen Unternehmer Marian Kocner, der in der Vergangenheit immer wieder im Verdacht stand, in dubiose Geschäfte verwickelt zu sein. Der Streitwert beträgt bis zu 69 Millionen Euro.

Kocner versucht dem Sender Wechsel in Rechnung zu stellen, die der frühere Markiza-Eigentümer Pavol Rusko ausgestellt haben soll. Gegen den ehemaligen Wirtschaftsminister und Unternehmer Rusko wurde vergangenen Herbst ein Ermittlungsverfahren wegen eines angeblichen Mordversuchskomplotts eröffnet.

Rusko galt über viele Jahre lang als einer der mächtigsten Männer der Slowakei. 1996 zählt er zu den Gründern des bis heute erfolgreichsten privaten slowakischen Senders TV Markiza. Aus den Erträgen kaufte oder gründete Rusko mehrere Printmedien. Seine Medienmacht nutzte er danach, um seine politische Karriere voranzubringen. Politische Gegner nannten ihn deshalb auch den "slowakischen Berlusconi".

An TV Markiza ist Rusko inzwischen schon lange nicht mehr beteiligt. Der Sender gehört zu der von Ronald Lauder gegründeten CME-Gruppe. Größter Aktionär ist dort der global aktive US-amerikanische Medienkonzern Time Warner. Der frühere ORF-Generaldirektor und nunmehrige Time Warner Manager Gerhard Zeiler sitzt im CME-Aufsichtsrat.

Marian Kocner, gegen den in der Slowakei mehrere Verfahren anhängig sind, hat nun vor Gericht von Rusko angeblich ausgestellte Wechsel eingeklagt. Diese sollen aus dem Jahr 2000 stammen, als Rusko noch Markiza-Geschäftsführer war. Das Verfahren ist auf zwei Richter aufgeteilt. Eine Richterin gab Kocner nun in erster Instanz über den von ihr verhandelten Teilbetrag von 8 Millionen Euro recht. Das zweite Verfahren, bei dem es um die Hauptsumme geht, wird im Juni fortgesetzt.

Beim TV-Sender zeigt man sich ob der ersten Gerichtsentscheidung schockiert. "Die Wechsel sind gefälscht und rückdatiert. Markiza soll angeblich Bürge eines Geschäfts sein. Wir können diesen Betrug auch beweisen, wenn man uns die Chance gibt", sagte TV Markiza-Chef Settele der APA.

Das Gericht habe entsprechende forensische Beweise und handschriftliche Analysen internationaler Experten aber nicht zugelassen. Es handle sich auch nicht um den ersten Versuch Kocners, Druck auf den TV-Sender und seine Arbeit auszuüben. Bei Markiza nimmt man die juristischen Angriffe auch vor dem Hintergrund der Ermordung des Investigativ-Journalisten Jan Kuciak und seiner Verlobten sehr ernst.

Der umstrittene Unternehmer Kocner habe Kuciak in der Vergangenheit öffentlich eingeschüchtert und gedroht, und er sei einer der ersten gewesen, die von der Polizei im Zusammenhang mit der Ermordung des Investigativ-Journalisten verhört wurden, betonte der Sender in einer Stellungnahme, die den Titel "Wie die Mafia freie Medien in der Slowakei bedroht" trägt. Laut Settele bestehe nicht nur ernsthafte Besorgnis für Markiza und seine Aktionäre, sondern für jedes Unternehmen, das in der Slowakei Geschäfte macht und dabei faire Behandlung, Transparenz, verlässliche Rahmenbedingungen und verlässliche Rechtsregeln erwartet.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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