Skoda will im Streit mit VW die Wogen glätten

Hamburg (APA/Reuters) - Im Streit über mögliche Produktionsverlagerungen nach Deutschland will die tschechische VW-Tochter Skoda die Gemüter besänftigen. In einem Brief an Mitarbeiter, der der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag vorlag, hob Skoda-Chef Bernhard Maier hervor, dass Skoda an der Auslastungsgrenze arbeite. Die Nachfrage sei so groß, dass über eine Erweiterung der Kapazitäten nachgedacht werde.

"An dieser Stelle kommt uns der in der Automobilindustrie weltweit einmalige Produktionsverbund des Volkswagen Konzerns zugute", so Maier. Dabei gehe es aber nur um den Ausgleich von Produktionsspitzen, betonte Maier. "Grundsätzlich sind und bleiben unsere tschechischen Standorte erste Wahl."

Reuters hatte am Mittwoch unter Berufung auf Insider berichtet, Manager und Betriebsrat des Wolfsburger Autobauers wollten den wachsenden Wettbewerb unter den Schwestermarken VW und Skoda eindämmen. Dazu werde auch darüber diskutiert, dass Skoda Teile der Produktion an schwach ausgelastete deutsche Werke abgebe.

Die Nachricht rief die Gewerkschaft bei Skoda auf den Plan. In einem Brief an die Belegschaft wies Gewerkschaftschef Jaroslav Povsik den Vorwurf zurück, der tschechische Autobauer habe einen unfairen Vorteil, weil er deutsche Technologie mit niedrigen Arbeitskosten kombinieren könne. Er drohte indirekt damit, Überstunden zurückzufahren. Auch die tschechische Regierung machte Front gegen eine mögliche Verlagerung von Teilen der Fertigung.

Volkswagen verwies auf sein Drehscheibenkonzept, über das die Auslastung der einzelnen Standorte und der Ausgleich von Produktionsspitzen markenübergreifend sichergestellt sei. Die turnusmäßige Überprüfung der Werksbelegung sei Teil des regulären Planungsprozesses. "Aktuell steht für die Marke Skoda dabei keine Veränderung an", erklärte ein Sprecher. Der VW-Betriebsrat äußerte sich nicht. Die Auslastung der Werke ist im November Thema im Aufsichtsrat. Das Kontrollgremium entscheidet regelmäßig im Herbst über die Investitionen für die kommenden Jahre.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte