Siemens/Alstom - Analysten hegen Zweifel an Einspareffekten

München/Paris (APA/Reuters) - Analysten zweifeln angesichts politischer Rücksichtnahmen und des Verhaltens der Kunden an den Einspareffekten der Fusion von Alstom und Siemens im Zuggeschäft. Die binnen vier Jahren erwarteten 470 Mio. Euro an Synergieffekten machten einen "überambitionierten Eindruck", urteilte Deutsche-Bank-Analyst Gael de-Bray am Mittwoch. Knapp die Hälfte davon wäre realistischer.

Der größte Teil der Synergien sei in der Signaltechnik zu erreichen, dagegen könnte Siemens Alstom im Zuggeschäft sogar verlieren, weil Kunden ihre Aufträge lieber auf mehrere Anbieter verteilten. Trotzdem erhöhte die Bank das Kursziel für die Alstom-Aktien auf 36 von 29 Euro.

Am Mittwoch legten Alstom-Aktien in Paris um fast 7 Prozent auf 35,94 Euro zu. Die Siemens-Aktie war mit einem Plus von 1,7 Prozent auf 118,50 Euro der größte Kursgewinner im Leitindex DAX. Die Papiere von Alstom-Großaktionär Bouygues, der massiv von Sonderdividenden im Zuge der Fusion profitiert, legten in Paris 2,2 Prozent zu.

Auch Günther Hollfelder von Baader Helvea hält es für eine "Herausforderung", die geplanten Synergieeffekte zu erreichen. Stellen in Deutschland und Frankreich abzubauen, sei wegen des politischen Einflusses schwierig. Die Analysten von Barclays erklärten dagegen, gerade die Synergien machten die Transaktion so attraktiv.

Eine Zustimmung der EU-Wettbewerbsbehörden zu der Fusion sei wahrscheinlich, schrieb Deutsche-Bank-Analyst de Bray. Zugeständnisse machen müssten die beiden Partner womöglich in der Signaltechnik in Großbritannien und bei Regionalzügen und Straßenbahnen in Deutschland, wo sie zusammen auf mehr als 50 Prozent Marktanteil kämen.

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EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro