Siemens macht bei Healthineers-Börsengang Abstriche

München (APA/Reuters) - Enttäuschung für Siemens-Chef Joe Kaeser: Die wichtigen Investoren beißen beim Börsengang der Medizintechnik-Tochter Healthineers nicht recht an. Die begleitenden Investmentbanken teilten großen Anlegern am Mittwoch mit, die Papiere würden zwischen 27,50 und 28,50 Euro ausgegeben. Der Preis liegt damit in der unteren Hälfte der Spanne, die von 26 bis 31 Euro reicht.

Kaeser hatte auf einen Börsenwert von bis zu 35 Mrd. Euro für die Tochter gehofft, Anleger sehen sie offenbar eher bei 27,5 bis 28,5 Mrd. Euro - um 20 Prozent weniger.

Siemens kann nach der Mitteilung an die Investoren mit einem Emissionserlös von 4,13 bis 4,28 Mrd. Euro rechnen. Der deutsche Industriekonzern gibt 15 Prozent an der Tochter ab. Der Erlös war dabei aber zweitrangig. Primär ging es Siemens darum, dass Healthineers sein künftiges Wachstum selbst finanzieren und so eine aktive Rolle in der Konsolidierung der Branche spielen kann. Dazu sollen die Aktien als Akquisitionswährung zum Kauf von Unternehmen eingesetzt werden. Denn sie sind auch am unteren Ende der Spanne - gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis - mehr wert als die Siemens-Papiere. Kurzfristig sind größere Zukäufe aber noch kein Thema.

Das "Handelsblatt" berichtete am Mittwoch, die Healthineers-Aktien seien bisher zweifach überzeichnet. Das gilt als Mindest-Volumen, um eine Emission zum Erfolg zu machen. Nur dann haben die Banker freie Hand, um eine ausgewogene Mischung von Anlegern zu finden, denen die Aktien zugeteilt werden. Die Bücher für den Börsengang schließen am Donnerstagmittag (14 Uhr), dann wird der Ausgabepreis festgelegt. Am Freitag soll Healthineers sein Debüt an der Frankfurter Börse feiern.

Skeptisch zeigten sich potenzielle Investoren wie Fonds und Pensionskassen vor allem mit Blick auf die Labortechnik-Sparte. Dort setzt Siemens Healthineers - die klare Nummer zwei hinter Roche - auf seine neue Plattform "Atellica". Sie soll die Trendwende bringen, nachdem sich Siemens in den vergangenen Jahren auf dem umkämpften Markt schwer getan hatte. Doch einen Vertrauensvorschuss wollten Anleger Healthineers dafür nicht geben. "Da hat es die letzten sechs bis sieben Jahre so stark gerumpelt", sagte ein Fondsmanager einer großen deutschen Investmentgesellschaft, der zunächst einen Zeichnungsauftrag über 27 Euro abgegeben hatte. Bei Magnetresonanztomographen, Röntgen- und Ultraschall-Geräten ist Healthineers dagegen die unangefochtene Nummer eins auf dem Weltmarkt.

Eine Woche nach Healthineers ist das zweite Schwergewicht an der Reihe, das im Frühjahr an die Börse gehen will. Bei der DWS, der Vermögensverwaltungstochter der Deutschen Bank, läuft die Zeichnungsfrist seit Mittwoch. Auch sie hat Abstriche beim Börsenwert gemacht. Am oberen Ende der Preisspanne wird die DWS mit 7,2 Mrd. Euro bewertet. Um Aktionäre für Neuemissionen zu ködern, müssen die Unternehmen in der Regel mindestens zehn Prozent Abschlag hinnehmen.

Die Deutsche Bank will sich von bis zu 25 Prozent an ihrer profitabelsten Sparte trennen und damit 1,2 bis 1,8 Mrd. Euro einnehmen. Anders als Healthineers setzt DWS dabei auch auf Ankeraktionäre. Neben dem japanischen Lebensversicherer Nippon Life, der zum Ausgabepreis mit fünf Prozent einsteigen soll, will die französischen Investmentfirma Tikehau etwa drei bis vier Prozent erwerben.

Brüssel (APA/Reuters) - Der Defizitstreit zwischen der EU-Kommission und der italienischen Regierung verschärft sich. Die Brüsseler Behörde wird den Budgetentwurf aus Rom für das kommende Jahr ablehnen, wie der "Spiegel" am Mittwoch unter Berufung auf den deutschen EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger (CDU) berichtete.
 

Newsticker

EU-Kommission weist Italiens Haushaltsentwurf zurück

Washington/Peking (APA/dpa) - US-Präsident Donald Trump hat ein neues Mittel gefunden, um China im Handelsstreit unter Druck zu setzen. Auf Anraten seines Wirtschaftsberaters Peter Navarro wolle Trump ein 144 Jahre altes Postabkommen aufkündigen, schrieb die "New York Times" am Dienstag unter Berufung auf hochrangige Regierungskreise.
 

Newsticker

Trump könnte 144 Jahre altes Postabkommen mit China beenden

Wien (APA) - Im Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, Ex-FPÖ-Generalsekretär Walter Meischberger, dessen früheren Anwalt Gerald Toifl und andere ging es heute am 57. Prozesstag einmal mehr darum, wem welche Konten gehörten. Kein leichtes Unterfangen, wie schon Meischberger beim Auffliegen des "Buwog-Skandals" anmerkte.
 

Newsticker

Grasser-Prozess - "Wird alles etwas schwierig zu erklären"