Siemens-Chef Kaeser will nach Saudi-Arabien reisen

München (APA/dpa) - Ungeachtet politischer Spannungen nach der Tötung des saudischen Regimekritikers Jamal Khashoggi will Siemens-Chef Joe Kaeser nach Saudi-Arabien reisen. Dort will der Spitzenmanager an einer Konferenz des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco teilnehmen. Darüber berichtete die "Süddeutsche Zeitung" (Montag).

"Den Dialog auch in schwierigen Zeiten mit saudischen Kunden, Mitarbeitern und Partnern aufrecht zu halten ist wichtig, genauso wie Aufklärung und Gerechtigkeit im Fall Khashoggi", teilte Siemens auf Anfrage mit. Vor knapp einem Monat hatte Kaeser wegen des Falls Khashoggi seine Teilnahme an einem internationalen Investment-Forum der saudischen Regierung abgesagt.

Nun ist die Teilnahme Kaesers an einer Podiumsdiskussion am kommenden Montag geplant. An der Konferenz wollen auch andere westliche Unternehmenslenker teilnehmen, darunter Jeff Miller, Chef des US-Konzerns Halliburton, einem international bedeutenden Dienstleister der Ölbranche. "Herr Kaeser ist als Panel-Teilnehmer auf einer Kundenveranstaltung von Saudi Aramco aufgeführt", hieß es in der Stellungnahme von Siemens in München. "Im Rahmen dessen sind keine politischen Konsultationen und Vertragsunterzeichnungen geplant." Regierungsfern ist Saudi Aramco allerdings nicht: Im Aufsichtsrat des Staatsunternehmens sitzen mehrere Minister.

Auch die deutsche Regierung hat mittlerweile den politischen Druck auf Saudi-Arabien erhöht. 18 Saudis, die verdächtigt werden, etwas mit Khashoggis Tod zu tun zu haben, wurden am Montag mit einem Einreiseverbot belegt. Für Siemens jedoch ist Saudi-Arabien ein Milliardenmarkt, derzeit ist das Unternehmen dort an zwei Großprojekten beteiligt: dem Bau eines Gaskraftwerks und der neuen U-Bahn in der Hauptstadt Riad. Kaeser hatte nach der Absage seiner Teilnahme an dem Regierungsforum im Oktober von geschäftlichen Chancen in Höhe von 30 Mrd. Dollar (26,4 Mrd. Euro) bis zum Jahr 2030 gesprochen.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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