Siemens-Aufsichtsrat fordert Führungsspitze zu Gesprächen auf

Berlin/München (APA/AFP) - Im Streit um drohende Standortschließungen bei Siemens vermisst Aufsichtsrat Jürgen Kerner echte Gesprächsbereitschaft der Konzernleitung. Er erwarte, dass nicht nur die Arbeitsdirektorin Janina Kugel, sondern auch der Vorstandschef Joe Kaeser und das für das Energiegeschäft zuständige Vorstandsmitglied Lisa Davis an die Standorte gehen und mit den Beschäftigten reden.

"Wer zu Analysten und Preisverleihungen geht, der muss auch dahin gehen, wo es wehtut", sagte der IG-Metall-Vorstand dem "Handelsblatt" (Freitagsausgabe). Schließlich wollten die Siemens-Beschäftigten nicht die Uhr anhalten, sondern den Wandel aktiv mitgestalten. Aber niemand wolle ihre Vorschläge hören. Dabei sei es nicht sinnvoll, Standortschließungen als "alternativlos" hinzustellen.

Siemens habe auch eine gesellschaftliche Verantwortung, betonte Kerner, der seit 2012 im Aufsichtsrat des Konzerns sitzt. Die Standorte im Osten, in Berlin oder im Ruhrgebiet lägen alle nicht in Regionen, denen es gerade wirtschaftlich richtig gut gehe. Siemens will weltweit in den kommenden Jahren 6.900 Stellen streichen, davon rund die Hälfte in Deutschland. Mehrere Werke sollen ganz geschlossen werden.

Paris (APA/AFP) - Unter Präsident Emmanuel Macron ist Frankreich für deutsche Unternehmen wieder deutlich attraktiver geworden: 90 Prozent der deutschen Firmen in Frankreich bewerten die Wirtschaftslage derzeit als gut oder zufriedenstellend - mehr als doppelt so viele wie vor zwei Jahren, wie es in einer am Freitag in Paris veröffentlichten Studie der Deutsch-Französischen Industrie- und Handelskammer heißt.
 

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Deutsche Unternehmen finden Frankreich wieder attraktiv

London (APA/Reuters) - Der Haushaltsstreit von Italien mit der EU-Kommission bremst am Geldmarkt die Spekulationen auf eine EZB-Zinserhöhung. Mittlerweile wird erst für Oktober 2019 damit gerechnet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) einen ihrer Schlüsselzinsen anhebt. Die Chancen für einen Schritt um zehn Basispunkte bereits im September 2019 werden dagegen inzwischen als deutlich niedriger angesehen.
 

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Erster EZB-Zinsschritt 2019 wegen Italien-Streits später erwartet

Bangalore/Santa Clara (Kalifornien) (APA/Reuters) - Der Chiphersteller Micron Technology Inc kauft seinem Partner Intel dessen Anteil an dem Gemeinschaftsunternehmen IM Flash Technologies ab. Dafür lege Micron Techology rund 1,5 Milliarden Dollar (1,30 Mrd. Euro) in bar auf den Tisch, teilte das US-Unternehmen am Donnerstag mit.
 

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Micron kauft Intel-Anteil an Joint-Venture IM Flash Technologies