Siemens-AR-Chef Cromme sieht keine Alternative zum Stellenabbau

München - Siemens-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme verteidigt den geplanten Abbau tausender Stellen in der Kraftwerkssparte. "Wir können keine Turbinen bauen, die wir dann auf dem Werksgelände vergraben müssen, weil sie niemand haben will", sagte er dem "Handelsblatt" (Freitagausgabe).

"Das sind wir auch dem Rest des Konzerns schuldig, den wir irgendwann bedrohen würden, wenn wir ohne gegenzusteuern einfach weitermachten." Er lehnt eine Quersubventionierung ab. "Wir können und dürfen die Gewinne anderswo nicht mit den Problemen im Kraftwerksgeschäft verrechnen."

Cromme, der im Jänner den Chefposten im Aufsichtsrat an den früheren SAP-Chef Jim Hagemann Snabe übergeben wird, verweist auf den Nachfrageeinbruch in der fossilen Energieerzeugung. "Wir glauben nicht an eine zyklische Abschwächung, sondern an eine strukturelle Veränderung des Marktes. Das kommt nicht wieder."

Der deutsche Industriekonzern hatte Mitte November angekündigt, in den nächsten Jahren weltweit fast 7.000 Arbeitsplätze im Geschäft mit Turbinen, Generatoren und großen Elektromotoren streichen zu wollen, davon die Hälfte in Deutschland. In Wien sollen 200 Stellen wegfallen. Mit Abstand am stärksten betroffen ist die Kraftwerkssparte, die unter der Energiewende leidet. Angesichts der Rekordzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2016/17 beharrt die IG Metall auf dem Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen und Werksschließungen und kündigte eine lange Auseinandersetzung an.

London (APA/Reuters/dpa) - Einen Tag nach dem von Konfrontation geprägten EU-Gipfel in Salzburg hat die britische Premierministerin Theresa May Härte demonstriert und von Brüssel neue Brexit-Vorschläge gefordert. Die Verhandlungen seien in einer Sackgasse. "Ich habe die EU immer mit Respekt behandelt. Großbritannien erwartet dasselbe", sagte May in ungewöhnlich scharfen Worten am Freitag in London.
 

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May demonstriert nach EU-Gipfel Härte in Brexit-Gesprächen

Wien/Stuttgart (APA) - "Wir müssen ein anderes Denken üben", so der Appell von Eckhard Minx, Zukunftsforscher und Vorstandssprecher der "Daimler und Benz Stiftung" beim heutigen "Deutsch-Österreichischen Technologieforum" in Wien. Die Menschen hätten das "Trugbild der Beständigkeit" im Kopf, dabei stehe die Gesellschaft vor einem grundsätzlichen Wandel. "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami", so Minx.
 

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Zukunftsforscher: "Digitalisierung ist so was wie ein Tsunami"

Wien (APA) - Zahlreiche Missstände hat der Rechnungshofbericht zur bereits aufgelösten Bundesanstalt für Verkehr (BAV) zutage gebracht. Nachdem der RH die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat, wird gegen drei Beschuldigte wegen Amtsmissbrauch und Untreueverdacht ermittelt. So sollen Millionen zu viel überwiesen worden sein, knapp 350.000 Euro ohne Gegenleistung gezahlt und Untersuchungsberichte nie veröffentlicht worden sein.
 

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Bundesanstalt für Verkehr: Amtsmissbrauch- und Untreueverdacht