Siemens-AR-Chef Cromme sieht keine Alternative zum Stellenabbau

München - Siemens-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme verteidigt den geplanten Abbau tausender Stellen in der Kraftwerkssparte. "Wir können keine Turbinen bauen, die wir dann auf dem Werksgelände vergraben müssen, weil sie niemand haben will", sagte er dem "Handelsblatt" (Freitagausgabe).

"Das sind wir auch dem Rest des Konzerns schuldig, den wir irgendwann bedrohen würden, wenn wir ohne gegenzusteuern einfach weitermachten." Er lehnt eine Quersubventionierung ab. "Wir können und dürfen die Gewinne anderswo nicht mit den Problemen im Kraftwerksgeschäft verrechnen."

Cromme, der im Jänner den Chefposten im Aufsichtsrat an den früheren SAP-Chef Jim Hagemann Snabe übergeben wird, verweist auf den Nachfrageeinbruch in der fossilen Energieerzeugung. "Wir glauben nicht an eine zyklische Abschwächung, sondern an eine strukturelle Veränderung des Marktes. Das kommt nicht wieder."

Der deutsche Industriekonzern hatte Mitte November angekündigt, in den nächsten Jahren weltweit fast 7.000 Arbeitsplätze im Geschäft mit Turbinen, Generatoren und großen Elektromotoren streichen zu wollen, davon die Hälfte in Deutschland. In Wien sollen 200 Stellen wegfallen. Mit Abstand am stärksten betroffen ist die Kraftwerkssparte, die unter der Energiewende leidet. Angesichts der Rekordzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2016/17 beharrt die IG Metall auf dem Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen und Werksschließungen und kündigte eine lange Auseinandersetzung an.

Ingolstadt/Wolfsburg (APA/Reuters/dpa) - Nach der Verhaftung von Audi-Chef Rupert Stadler hat Volkswagen noch nicht über eine Interimslösung entschieden. "Die Aufsichtsräte von Volkswagen AG und Audi AG haben heute noch keine Entscheidung getroffen und prüfen die Sachlage weiterhin", teilte ein Sprecher am Montagabend nach mehrstündigen Beratungen mit.
 

Newsticker

VW-Aufsichtsrat vertagt Personalentscheidung bei Audi

Peking/Washington (APA/dpa) - China hat den USA nach der Ankündigung neuer milliardenschwerer Strafzölle mit Vergeltung gedroht. "Die Vereinigten Staaten initiieren einen Handelskrieg und verletzten die Gesetze des Marktes", sagte ein Sprecher des Pekinger Handelsministeriums am Dienstag. Verhalten sich die USA weiterhin "irrational", würden "entschlossene Gegenmaßnahmen folgen".
 

Newsticker

China wirft USA Start von Handelskrieg vor

Wien (APA) - Die Bundesregierung organisiert kommenden Montag in Wien eine "Standortkonferenz" mit 100 Firmenchefs aus 14 Ländern unter dem Motto "#InvestInAustria". Damit soll der Start für eine offensivere Standortpolitik eingeläutet werden. Die Regierung will damit auf Vorteile des Standorts Österreich hinweisen und künftig mehr ausländische Investitionen nach Österreich bringen.
 

Newsticker

Bundesregierung lädt Firmenchefs zu Standortkonferenz ein