Sichere Bank in unsicherer Zeit: Dividenden sind Rettung für Anleger

Die Aktienkurse bröckeln ab und gleichzeitig sinken die Zinsen auf immer neue Tiefstände - der Jahresstart hätte kaum schlechter laufen können für die Anleger in Deutschland. Doch es gibt einen Lichtblick bei der Geldanlage: die Dividenden. Die börsennotierten Unternehmen dürften in diesem Jahr so viel Bares ausschütten wie niemals zuvor.

Die Anleger scheinen sich nach dem historisch schwachen Jahresstart am deutschen Aktienmarkt geradezu nach etwas Stabilität zu sehnen. Schließlich war der DAX von Anfang Jänner bis Mitte Februar um bis zu 19 Prozent eingebrochen, bevor er sich zuletzt wieder ein Stück weit erholte. "In diesen Zeiten, die durch viel Unsicherheit geprägt sind und in denen sich zu viele Investoren von Panikverkäufen anstecken lassen, gibt es ein Thema, auf das sich die Anleger (...) verlassen können", betont Analyst Michael Bissinger von der DZ Bank, "und das sind die Dividenden."

Aktuell trübt die Laune der Anleger nicht nur die Achterbahnfahrt an den Börsen, sondern auch die Aussicht auf ein weiteres Jahr mit mikroskopisch kleinen Sparzinsen. "Der Weltspartag ist kein Freudentag mehr, er ist ein Volkstrauertag", unkt Aktienmarktstratege Robert Halver von der Baader Bank.

Und die Lage ist schlimmer als zuvor: Die ultra-expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank habe zwischenzeitlich über 70 Prozent der deutschen Bundesanleihen in den negativen Rendite-Bereich gedrückt, merkt DZ-Experte Bissinger an. Dabei galten deutsche Staatsanleihen eigentlich als sichere Bank für Anleger.

Für Freude sorgt deshalb Halver zufolge die Aussicht auf einen recht regelmäßigen Einkommensstrom aus Dividenden, der zumindest einen Teil der entgangenen Zinszahlungen kompensieren könne. Dabei ist der Dividendenkuchen dieses Jahr auf Rekordhöhe angewachsen: Mit über 38 Mrd. Euro - rund 3 Prozent mehr als im Vorjahr - dürften die deutschen Unternehmen 2016 so viel Dividende ausschütten wie nie zuvor, rechnet die DZ Bank vor.

Da verwundert es kaum, dass sich die Anleger ein möglichst großes Stück vom Kuchen sichern wollen. So griffen sie jüngst beherzt bei den Aktien der Deutschen Börse zu, die eine Dividendenerhöhung angekündigt hatte. Auch so manches kleinere Unternehmen zeigt sich in Sachen Dividende spendierfreudig, etwa der Büroausstatter Takkt oder erst am Montag das Karriere-Netzwerk Xing.

Dagegen erlebten die Anleger bei RWE ihr blaues Wunder: Der eigentlich für seine stabile Ausschüttung bekannte Versorger hat fast seine gesamt Dividende gestrichen - die Aktie stürzte daraufhin um mehr als 12 Prozent ab.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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