Serbien ist nächster Kandidat im Gazprom-Streit

(APA) - Serbien musste dieser Tage eine kalte Dusche aus Moskau hinnehmen. Der russische Gasriese Gazprom hat in der Vorwoche nämlich die Gaslieferungen an Serbien laut offiziellen Angaben aus Belgrad von 4,5 auf 3,2 Mio. Kubikmeter Gas pro Tag gesenkt (-28 Prozent). Als Grund werden die serbischen Gasschulden in Höhe von 224 Mio. Dollar (179 Mio. Euro) angegeben.

Ministerpräsident Aleksandar Vucic will noch heute (Mittwoch), in einem Telefongespräch mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin das Problem zu lösen versuchen. Belgrad wäre nach seinen Worten derzeit in der Lage, mehr als die Hälfte der Gasschulden - 100 Mio. Euro - zu tilgen. Die Rückzahlung der gesamten Schulden - die zum Teil noch aus den 1990er Jahren stammen dürften - bis März 2015, wie dies die Russen fordern, wäre allerdings laut Vucic eine "zu große Belastung" für das Staatsbudget.

"Wir finden, dass es Gründe gibt, Serbien entgegenzukommen. Wir glauben nicht, dass bei der Geschäftsgebarung einzelner (russischer, Anm.) Firmen in Serbien alles so ideal ist", sagte der serbische Regierungschef am Dienstag unter Anspielung auf die serbische Gazprom-Tochter NIS.

Das staatliche Erdölunternehmen wurde Ende 2008 um 400 Mio. Euro an die Russen verkauft, was damals in serbischen Expertenkreisen als ein zu niedriger Preis bezeichnet wurde. Die Privatisierung wurde inzwischen vom serbischen Innenministerium erneut unter die Lupe genommen, was in Moskau kaum goutiert werden dürfte.

Beobachter in Belgrad sehen die Fälligstellung der Gasschulden durch Moskau im Zusammenhang mit der Haltung Belgrads zur strittigen Gaspipeline "South Stream". Auch wenn seitens der serbischen Regierung noch im Sommer immer wieder beteuert wurde, dass die Bauarbeiten vor Jahresende starten sollen, wollte sich Belgrad beim Besuch von Putin Mitte Oktober dazu offenbar nicht mehr so klar verpflichten. Die EU-Kommission bemängelt unter anderem, dass Gazprom sowohl das Gas liefern als auch die Pipeline betreiben will.

Frankfurt (APA/dpa) - Die Deutschen werden trotz mageren Zinsen immer vermögender - zumindest in der Summe. Auf den Rekordwert von 5.977 Milliarden Euro stieg das Geldvermögen der privaten Haushalte im zweiten Quartal 2018, wie die Deutsche Bundesbank am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Das waren gut 80 Milliarden Euro mehr als in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres.
 

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Geldvermögen der Deutschen weiter gestiegen

Wien (APA) - Großbritannien wäre von einem Hard Brexit wirtschaftlich stärker negativ betroffen als die verbliebenen EU-27-Staaten. Zu diesem Ergebnis kommen der VWL-Professor Harald Oberhofer von der WU Wien und der VWL-Professor Michael Pfaffermayr von der Uni Innsbruck in einer Studie. Die Exporte Großbritanniens in die EU würden 2019 um 37 Prozent einbrechen, umgekehrt würde das minus 30 Prozent betragen.
 

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Hard Brexit - Austro-Ökonomen sehen mehr Negativfolgen für UK als EU

Wien (APA) - Die NEOS bleiben dabei: Sie werden heute im Verfassungsausschuss die Verankerung des Staatsziels Wirtschaft nicht mittragen, sondern die Vertagung verlangen, betonte Parteichefin Beate Meinl-Reisinger Mittwoch in einer Pressekonferenz. Sie "erwartet" Verhandlungen zur UVP-Novelle über die Streichung der - per Abänderungsantrag angehängten - "NGO-Schikane".
 

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Staatsziel Wirtschaft - NEOS lassen sich "nicht papierln"