September und Oktober für Unternehmen die riskantesten Monate

Wien - Auch 2015 dürften der September und Oktober wieder jene Monate werden, die für die Unternehmensplanung die größten vorhersehbaren Risiken bergen. So ist traditionell nach den Sommerferien mit den höchsten Personalfluktuationen zu rechnen. Aber auch das Finanz- und Kundenrisiko sowie externe Einflüsse erreichen in diesem Monat hohe Werte, geht aus dem Risikokalender 2015 der arithemtica hervor.

Unternehmen müssen sich im kommenden Jahr laut dem Versicherungsmathematiker wieder auf eine Vielzahl von Ereignissen einstellen, die ihre Geschäfte positiv oder auch negativ beeinflussen können. Viele davon sind nicht planbar, weil keine Informationen zur Verfügung stehen oder die vorhandenen Informationen übersehen, ignoriert oder nicht verstanden werden. Oft werden auch die falschen Schlüsse daraus gezogen, sagte Christoph Krischanitz, Geschäftsführer des Versicherungsberaters am Dienstag bei einem Pressegespräch in Wien.

Zu den bekannten Ereignissen, die 2015 bei der Unternehmensplanung besonders berücksichtigt werden sollen, zählen laut Krischanitz aus dem Bereich der Politik etwa die Gemeinderatswahlen in Niederösterreich am 25. Jänner, in Vorarlberg, der Steiermark und Kärnten im März, sowie im Herbst in Oberösterreich und Wien. Dies könne sich speziell für Unternehmen, die auf Förderungen angewiesen sind, positiv oder negativ auswirken, meinte der Versicherungsmathematiker. Von überregionaler Bedeutung könnte der G-7-Gipfel am 4. und 5. Juni in Deutschland sein.

Auch sportliche Ereignisse haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Unternehmensplanung, speziell auf die Produktivität der Mitarbeiter, wenn etwa am Vortag spätabends wichtige Ereignisse übertragen werden. Trotz einige Weltmeisterschaften - etwa der Alpinen Ski-WM in Colorado Anfang Februar - rechnet Krischanitz mit einem eher ruhigen Jahr.

Von größerer wirtschaftlicher Bedeutung - zumindest für den Wiener Raum - dürfte im Mai die Austragung des Eurovision Song Contest haben. Hier sei mit besonderen Auswirkungen auf den Verkehr und auf die Gastronomie zu rechnen.

Zu den gesetzlichen Änderungen, die von Bedeutung sein können, zählt Krischanitz neben der geplanten Steuerreform das ab Jahresbeginn geltende Energieeffizienzgesetz, mit dem große Unternehmen zum Energiesparen verpflichtet werden. Des weiteren beinhalte ein neues Mehrwertsteuerpaket Änderungen bei Telekommunikations-, Rundfunk- und elektronischen Dienstleistungen. Ab 1. Jänner gilt zudem ein neues Ärztearbeitsgesetz und eine neues EU-Erbrecht.

Auch die Verteilung der Feiertage spielt laut Krischanitz eine nicht zu unterschätzende Rolle bei der Unternehmensplanung. Von den 13 gesetzlichen Feiertagen fallen 2015 zehn auf Wochentage und drei auf Wochenenden. Die meisten Feiertage inklusive Fenstertage gibt es mit vier im Jänner, gefolgt vom Mai und Dezember mit jeweils drei und Juni mit zwei Feiertagen. Im April und Oktober fällt noch jeweils ein Feiertag an.

Der Monat mit den wenigsten Arbeitstagen ist nicht - wie vielleicht mancher vermuten würde - der Februar als kürzester Monat, sondern der Mai. Um Feier- und Fenstertage verringert fallen im Mai nur noch 17 Arbeitstage an. Es folgt der Jänner mit 18 und der Juni und Dezember mit jeweils 20 Arbeitstagen. Für das gesamte kommende Jahr hat Krischanitz - ohne Berücksichtigung bestimmter Branchen - durchschnittlich 203 Arbeitstage errechnet. 25 Tage sind für Urlaube reserviert, an durchschnittlich 13 Tagen ist mit Krankenständen zu rechnen, und jeweils zehn Tage gehen für Feiertage und Sonderurlaube oder Gleittage drauf.

Ob auch das Reptil des Jahres 2015, die Europäische Sumpfschildkröte, oder der Vogel des Jahres (Habicht), der Fisch des Jahres (Nase), der Baum des Jahres (Feld-Ahorn) oder der Traktor des Jahres (Case IH Magnum 380 CVX), der Wirt des Jahres (Kirchenwirt) oder das im Zeichen des Schafes stehende chinesische Jahr einen besonderen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung im kommenden Jahr ausüben wird, steht wohl noch in den Sternen.

Madrid (APA/Reuters) - Die Korrektur der Bilanz für 2017 versetzt den Aktien von Dia einen weiteren Schlag. Die Titel der hoch verschuldeten spanischen Supermarktkette fielen am Montag um mehr als 20 Prozent auf ein Rekordtief von 0,70 Euro.
 

Newsticker

Spanische Supermarktkette Dia musste Bilanz 2017 korrigieren

München (APA/dpa/Reuters) - Die US-Kartellbehörde FTC hat die milliardenschwere Fusion des deutschen Industriegaseherstellers Linde mit dem US-Konkurrenten Praxair zum weltgrößten Industriegase-Konzern unter Auflagen genehmigt. Das teilte die Behörde am Montag mit.
 

Newsticker

USA genehmigen Linde-Praxair-Fusion unter Auflagen

Wien (APA) - Die Wettbewerbsbehörde (BWB) will stärker gegen unfaire Geschäftspraktiken zwischen großen und kleinen Betrieben vorgehen. "Die Benachteiligung von marktschwachen Vertragspartnern kann zu Wettbewerbsverzerrungen führen", sagte BWB-Chef Theodor Thanner am Montag bei der Präsentation eines "Fairnesskatalogs für Unternehmen".
 

Newsticker

BWB will schärfer gegen unfaire Geschäftspraktiken vorgehen