Semperit plant keine großen Zukäufe - 123 Mio. Euro Rekord-Dividende

Wien - Der heimische Gummikonzern Semperit plant in den nächsten Jahren keine großen Zukäufe und will wie bereits berichtet für 2014 eine einmalige Rekord-Sonderdividende von 4,90 Euro und eine Basisdividende von 1,1 Euro je Aktie ausschütten. Damit werden rund 123 Mio. Euro an die Aktionäre ausbezahlt, davon rund 101 Mio. Euro via Sonderdividende.

In den letzten Jahren habe man eine niedrigere Gewinnausschüttungsquote gewählt, um Zukäufe besser stemmen zu können, sagte Semperit-Chef Thomas Fahnemann bei der Bilanz-Pressekonferenz am Donnerstag in Wien. Nachdem in den nächsten Jahren keine Firmenkäufe im dreistelligen Millionenbereich am Radar seien, wolle man die zurückgehaltene Dividende nun wieder an die Aktionäre ausschütten. Die Hauptversammlung muss dem Dividendenvorschlag des Vorstands noch zustimmen. Laut dem Semperit-Chef lag die Ausschüttungsquote von Semperit seit 2011 etwas über 30 Prozent, davor belief sie sich traditionell auf rund 60 Prozent. In Zukunft soll die Gewinnausschüttungsquote bei rund 50 Prozent liegen.

Seit 2011 sind die Gewinnrücklagen von Semperit von 324 Mio. Euro auf zuletzt 406 Mio. Euro nach oben geschnellt. Die Eigenkapitalquote lag 2014 bei 54 Prozent. Semperit-Finanzvorstand Johannes Schmidt-Schultes will die Eigenkapitalquote nun wieder auf 40 Prozent senken, weil derzeit Eigenkapital zu halten im Vergleich zum Fremdkapital aufgrund der Rekord-Niedrigzinsen teurer ist. Semperit habe im Dezember einen Kreditrahmenvertrag für 250 Mio. Euro zu "sehr guten Konditionen" abgeschlossen.

Für das Gesamtjahr 2015 erwartet die Semperit-Gruppe eine "zufriedenstellende Geschäftsentwicklung". Die Ergebnisse von 2013 und 2014 seien aber aufgrund der weltweiten Konjunktursituation "sehr schwierig zu erreichen", so der Semperit-Chef. Belastend wirke unter anderem die Russland/Ukraine-Krise. 2014 stieg der Umsatz um 2,6 Prozent auf 930 Mio. Euro, das Ergebnis nach Steuern lag bei knapp 50 Mio. Euro. Großes Wachstumspotenzial ortet Semperit im Bereich Untersuchung- und Operationshandschuhe vor allem in Lateinamerika, Australien und Asien. Semperit produziert außerdem auch Hydraulikschläuche und Fördergurte.

Der Gummikonzern hat wegen eines seit September 2014 schwelenden Rechtsstreits mit seinem thailändischen Joint-Venture-Partner Sri Trang die bisherige Vollkonsolidierung des Hälfte-Joint-Ventures Siam Sempermed auf "At-equity"-Methode umgestellt. Ab 2015 wird dadurch der Umsatz der Semperit-Gruppe nach eigenen Angaben um rund 10 Prozent und das Betriebsergebnis (Ebit) um rund 20 Prozent niedriger ausfallen. Der Semperit-Finanzvorstand erwartet möglicherweise eine erste Entscheidung im Rechtsstreit vor einem Schweizer Schiedsgericht noch im heurigen Jahr. Es könne sich aber auch bis 2016 ziehen. Der thailändische Joint-Venture-Partner setzt laut Semperit rechtmäßig getroffene Board-Beschlüsse nicht um.

Wien/Linz (APA) - Der 50. Verhandlungstag im Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/ÖVP) und andere verlief heute äußerst zäh. Nachdem Richterin Marion Hohenecker die Befragung von Grasser abgeschlossen hatte, war die Anklagebehörde am Wort - im wahrsten Sinne des Wortes, denn der Ex-Minister machte von seinem Recht auf Entschlagung Gebrauch und beantwortete so gut wie keine Frage.
 

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Grasser-Prozess - 50. Tag im Zeichen des Schweigens

Düsseldorf (APA/Reuters) - Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky baut seinen Anteil am Handelsriesen Metro aus. Er ließ am Donnerstag aber offen, ob er damit auf ein Übernahmeangebot für den Düsseldorfer Konzern zusteuert. Dies hänge auch daran, wie sich die Beziehungen zur Metro-Spitze gestalteten und ob er und sein Investment-Partner Patrik Tkac die "zukünftige Entwicklung zielgerichtet unterstützen können".
 

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Milliardär Kretinsky hält nach Metro-Aktienkauf Karten bedeckt

Dublin/Brüssel (APA/dpa) - Die Anteilseigner von Europas größtem Billigflieger Ryanair haben bei ihrer Hauptversammlung der Führungsspitze einen Denkzettel verpasst. Zwar wählten die Aktionäre den Verwaltungsratsvorsitzenden David Bonderman und Unternehmenschef Michael O'Leary wieder - Bonderman bekam jedoch nur 70,5 Prozent Zustimmung. O'Leary erzielte immerhin 98,5 Prozent.
 

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Anleger wählen Ryanair-Führungsspitze trotz Turbulenzen wieder