Sektsteuer für Henkell vorerst abgehakt - Prosecco-Boom hilft

Die vor zwei Jahren eingeführte Sektsteuer hat den jährlichen Sektabsatz in Österreich von 25 auf 20 Millionen Flaschen gedrückt und die Sekthersteller einiges an Umsatz gekostet. Henkell-Österreich-Geschäftsführer Philipp Gattermayer will über die Sektsteuer nicht weiter lamentieren und freut sich lieber über den Prosecco-Boom.

"Die Sektsteuer betrifft alle Sektproduzenten. Wir müssen jetzt damit leben", sagte Gattermayer vor österreichischen Journalisten im italienischen Prosecco-Dorf Valdobbiadene. Prosecco Frizzante ist nicht von der Sektsteuer in Österreich betroffen und wird nun verstärkt von den heimischen Konsumenten gekauft. Henkell verfügt mit dem italienischen Tochterunternehmen Mionetto über einen großen Prosecco-Traditionshersteller in Valdobbiadene, nördlich von Venedig. Mionetto soll nun auch in Österreich als Premiummarke stärker in der Gastronomie positioniert werden, kündigte Gattermayer an. Preislich will Mionetto sich im Lebensmitteleinzelhandel nicht im Preiseinstiegssegment matchen, sondern als gehobene Prosecco-Marke wahrgenommen werden.

Seit dem Jahr 2010 gilt Prosecco als geschützte Herkunftsbezeichnung für italienische Schaumweine ("Spumante"), und Perlweine ("Frizzante") aus den italienischen Provinzen Venetien und Friaul-Julisch Venetien. Rund 20.000 Hektar an Rebflächen umfasst die Prosecco-Gegend. Der Absatz von Prosecco boomte in den vergangenen Jahren unter anderem in den USA, Großbritannien und im deutschsprachigen Raum.

Mehr als 500 Millionen Flaschen Prosecco sind laut Konsortium der Prosecco-Winzer im Jahr 2015 in Venetien und Friaul abgefüllt worden, um mehr als 130 Millionen Flaschen als im Jahr davor. Der Prosecco-Export hat im Jahr 2015 um 29 Prozent zugelegt. Mionetto produzierte im Jahr 2015 rund 17 Millionen Flaschen und will heuer 22 Millionen absetzen. Österreich ist der fünftgrößte Exportmarkt für den DOCG-Prosecco mit 21 Mio. Euro, ein Erlösplus von 6,5 Prozent gegenüber dem Jahr davor. DOCG-Prosecco kommt aus den Anbaugebieten rund um Valdobbiadene, Conegliano und Asolo.

Im laufenden Geschäftsjahr erwartet der Henkell-Österreich-Geschäftsführer, dass der Rose-Trend weiter anhält, der Sektabsatz sich wieder etwas erholt und der neu eingeführte alkoholfreie Henkell-Sekt seine Zielgruppe findet. Den Boom bei heimischen Winzersekt - von österreichischen Winzern hergestellter Sekt - sieht Gattermayer positiv. "Wettbewerb belebt den Markt und tut der Branche gut."

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