Schweizer Vermögensverwalter GAM bestätigt Gewinnrückgang im Halbjahr

Zürich (APA/awp/sda) - GAM muss erneut schlechte Nachrichten bekanntgeben. Der Vermögensverwalter für institutionelle Kunden hat einen für ein Milliardenportfolio zuständigen Investment Director suspendiert. Materielle Nachteile für Kunden seien bisher nicht festgestellt worden, betont das Institut.

Für das Halbjahr bestätigt GAM den bereits Mitte Monat bekanntgegebenen Gewinnrückgang wegen umfangreichen Wertminderungen bei einer früher getätigten Akquisition.

Der aufgrund einer Untersuchung suspendierte Investment Director war für die sogenannte "Absolute-Return-Bond-Strategie mit uneingeschränktem Anlageansatz" (ARBF) zuständig. Die Sachverhalte beträfen "Teile seines Risikomanagementverfahrens sowie seine Dokumentationspflichten in gewissen Fällen", schreibt GAM. Die Untersuchung habe keine Bedenken bezüglich seiner Ehrlichkeit aufgeworfen. Die zuständigen Aufsichtsbehörden würden über die Angelegenheit auf dem Laufenden gehalten.

Die Summe der Vermögenswerte in diesen ARBF-Portfolios belief sich per Ende Juni 2018 auf 11 Mrd. Franken (9,5 Mrd. Euro). Zusätzlich trage der suspendierte Manager die Mitverantwortung für 2,9 Mrd. Franken, die in Handelsfinanzierungsfonds verwaltet werden sowie für 653 Mio. Franken in weiteren Anleihen-Portfolios. GAM hat nun die Verantwortung für die Portfolios zwei weiteren Investment Directors übertragen.

Die am Dienstag publizierten Halbjahreszahlen stellten keine Überraschung mehr dar. Der IFRS-Konzerngewinn erreicht nun 25,4 Mio. Franken nach 67,7 Millionen im Vorjahr. Grund ist eine Wertminderung in Höhe von 59 Mio. Franken auf den Fonds des 2016 von GAM übernommenen britischen Investment Managers Cantab. Dazu kamen noch Umstrukturierungskosten in Höhe von 2,6 Mio. Franken.

Der operative Reingewinn stieg dagegen im Vergleich zur Vorjahresperiode um 22 Prozent auf 71,7 Mio. Franken. Das zeige, dass der Vermögensverwalter bei den strategischen Maßnahmen "messbare Fortschritte" erreicht habe, so GAM. Der Betriebsertrag legte in der Berichtsperiode um 12 Prozent auf 287,0 Mio. Franken zu. Der Geschäftsaufwand erhöhte sich unterdessen um 7 Prozent.

Bei den Neugeldzuflüssen verzeichnete GAM zudem gegen Ende des ersten Halbjahres einen deutlichen Rückgang. Einige Kunden hätten angesichts der "fortgeschrittenen Bullenphase" am Markt beschlossen, ihre Portfolios neu zu gewichten, kommentiert GAM. Insgesamt flossen GAM im ersten Halbjahr Neugelder in der Höhe von 9,3 Mrd. Franken zu nach einem Zufluss von 6,4 Mrd. Franken im Vorjahreszeitraum.

Die verwalteten Vermögen (AuM) beliefen sich auf 163,8 Mrd. Franken und lagen damit etwas höher als die 162,3 Mrd. Franken, die GAM zuletzt per Ende März 2018 ausgewiesen hatte. Im Investment Management betrugen die Vermögen per Ende Jahr 84,4 Mrd. Franken während sie im Private Labelling bei 79,4 Milliarden lagen.

Mit den Zahlen hat GAM die Erwartungen der Analysten bei den Ertragszahlen in etwa erfüllt und bei den Vermögen etwas übertroffen. Die Experten hatten den zugrunde liegende Reingewinn bei 71,0 Mio. Franken gesehen. Das Nettoneugeld wurde im Vorfeld bei 6,8 Mrd. Franken erwartet und die verwalteten Vermögen bei 162,5 Mrd. Franken.

Für das zweite Halbjahr gibt sich GAM zurückhaltend. Das "volatile und richtungslose Marktumfeld" werde voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte andauern und könnte die Risikobereitschaft der Kunden und die Zuflüsse der Gruppe beeinträchtigen. Abflüsse infolge der Suspendierung des suspendierten Managers seien zudem ebenfalls möglich.

Bei seinem mehrjährigen "Change"-Programm, mit dem GAM die Effizienz weiter steigern und eine "robuste und skalierbare operative Plattform" schaffen möchte, sieht GAM Fortschritte. Die "disziplinierte Umsetzung" solle nun fortgesetzt werden.

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