Schweizer Privatbank EFG übernimmt BSI für 1,33 Mrd. Franken

Zürich - Die Schweizer Privatbank EFG International steigt mit der Übernahme der Konkurrentin BSI zum fünftgrößten Vermögensverwalter des Landes auf. EFG kauft die Tessiner Privatbank für 1,33 Mrd. Franken (1,2 Mrd. Euro), wie die beiden Institute am Montag mitteilten. Verkäufer ist die brasilianische Investmentbank BTG Pactual, die BSI selbst erst vor wenigen Monaten gekauft hatte.

BTG musste den Weiterverkauf der Tochter einleiten, weil sie nach der Verhaftung des Gründers Andre Esteves im November im Zuge einer Korruptionsuntersuchung in Turbulenzen geraten war.

Gemeinsam kommen die beiden etwa gleich großen Banken auf ein verwaltetes Kundenvermögen von 170 Mrd. Franken. Damit sei die neue Gruppe für den Wettbewerb im internationalen Vermögensverwaltungsgeschäft gerüstet, sagte BSI-Chef Stefano Coduri. EFG-International-Chef Joachim Straehle versicherte: "Die Transaktion ist im besten Interesse des Finanzplatzes Schweiz."

EFG International will den Kaufpreis zu 975 Mio. Franken in bar begleichen und plant dafür eine Kapitalerhöhung über 500 Mio. Franken sowie die Emission von weiteren Papieren (Additional Tier 1) im Umfang von 250 Mio. Franken. Zudem will EFG International weitere 52,6 Mio. eigene Aktien an die BSI-Eigentümerin BTG Pactual abgeben und damit den Rest des Kaufpreises abgelten. Die brasilianische Bank werde danach rund 20 Prozent an EFG International halten. Größter Aktionär bleibe die griechisch-schweizerische Reeder-Familie Latsis. Sie hält derzeit 54 Prozent.

Von dem Zusammenschluss erwarten die Institute bis Ende 2018 Kosteneinsparungen von 185 Mio. Franken vor Steuern - unter anderem durch die Zusammenlegung der IT-Plattformen. Zunächst kostet die Fusion jedoch Geld: Bis Ende 2018 rechnen die Banken mit Kosten von rund 200 Mio. Franken. Die Übernahme soll im vierten Quartal über die Bühne gehen. Das grüne Licht der Wettbewerbshüter steht noch aus.

Die EFG-Anleger reagierten mit gemischten Gefühlen auf die Übernahme: Die Aktie verlor an der Börse rund drei Prozent. "Da EFG mangels kritischer Masse fast schon zum Zukaufen verdammt war, und weil Kaufkandidaten nicht auf Bäumen wachsen, dürfte der Deal aus Sicht von EFG Sinn machen", schrieben die Analysten der Zürcher Kantonalbank.

EFG hatte im vergangenen Jahr unter anderem wegen einer Buße im US-Steuerverfahren weniger verdient: Der Gewinn sank um sieben Prozent auf 57,1 Mio. Franken. Zudem sammelte das Institut weniger neue Kundengelder ein als im Jahr davor.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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