Schweizer Notenbank - Es gibt eine Untergrenze für Negativzins

Die Schweizerische Notenbank (SNB) macht die Dauer ihrer Negativzins-Politik vom Vorgehen anderer Zentralbanken abhängig. "Wie lange werden wir die Negativzinsen beibehalten? Solange die Zinsen überall auf der Welt auch niedrig sind und die Inflationsraten tief bleiben", sagte SNB-Direktoriumsmitglied Andrea Maechler am Donnerstag auf einer Veranstaltung in Singapur.

"Es scheint schwer vorstellbar, dass die Schweiz damit anfangen könnte, die Zinsen anzuheben", sagte sie. Vielmehr schließe die SNB eine weitere Zinssenkung nicht aus.

Mit minus 0,75 Prozent zählen die Zinsen in der Alpenrepublik bereits zu den tiefsten auf der Welt. Die Währungshüter der SNB wollen den Franken damit für Investoren unattraktiver machen, um eine weitere Aufwertung der Währung zu verhindern. Denn ein starker Franken schadet der exportorientierten Schweizer Wirtschaft. Im Blick hat die SNB dabei vor allem den Wechselkurs zum Euro und das Vorgehen der EZB, die ihren Leitzins im Kampf gegen die chronische Wachstumsschwäche Anfang März auf 0,00 Prozent gesenkt, den Strafzins für Banken verschärft und die monatlichen Anleihenkäufe aufgestockt hatte.

Wie tief die SNB die Zinsen im Kampf gegen einen Franken-Höhenflug noch drücken könnte, ließ Maechler offen. "Es gibt eine Untergrenze, das ist eine einfach zu beantwortende Frage", sagte Maechler vor Finanzexperten. Wo diese Untergrenze liege, könne sie jedoch nicht sagen.

Die SNB sei sich im klaren darüber, dass eine weitere Zinssenkung Risiken berge. "Und diese Risiken können sich exponentiell erhöhen", sagte Maechler. Neben Negativzinsen setzt die SNB auch auf Interventionen am Devisenmarkt, um den Franken zu schwächen.

Wien/Lissabon (APA) - Noch heuer könnte es auf EU-Ebene eine Grundlage für die Besteuerung digitaler Betriebsstätten - und damit international tätiger Konzerne wie Amazon ohne Sitz in allen Ländern - geben, ist Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) nach seinem Gespräch mit Eurogruppen-Vorsitzenden Mario Centeno zuversichtlich. In dieser Frage sei man auf einer Linie. Die EU-Kommission arbeite an einer Definition.
 

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Löger hofft noch heuer auf EU-Bestimmung zu digitaler Betriebsstätte

Cupertino (Kalifornien) (APA/dpa) - Im französischen Rechtsstreit um Demonstrationen in Läden des US-Technologiekonzerns Apple haben sich Globalisierungsgegner des Netzwerkes Attac nach eigener Einschätzung durchgesetzt. Ein Gericht in Paris wies am Freitag das Ansinnen des US-Konzerns ab, Attac-Mitgliedern unter einer Strafandrohung von 150.000 Euro Aktionen in den französischen Geschäften zu verbieten.
 

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Kein Hausverbot für Globalisierungsgegner in Apple-Läden

Moskau (APA/dpa) - Der russische Milliardär Oleg Deripaska (50) gibt die Führung beim Aluminiumhersteller Rusal und dessen Mutter En+ ab. Hintergrund ist ein Machtkampf um den wichtigen Konzern Norilsk Nickel. Rusal kündigte am Freitag bei der Vorlage des Jahresberichts 2017 an, das Unternehmen wolle mit der Holding Interros des Oligarchen Wladimir Potanin um die Kontrolle über den Nickelproduzenten streiten.
 

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Oligarch Deripaska gibt Führung beim Aluminiumriesen Rusal ab