Schweizer Notenbank knöpft Banken 1,2 Mrd an Strafzinsen ab

Die Schweizerische Notenbank (SNB) hat im vergangenen Jahr mit ihren Strafzinsen für Banken 1,2 Milliarden Franken eingenommen. Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Geschäftsbericht des Instituts hervor. Die SNB verlangt von Banken für ihre bei der Notenbank geparkten Einlagen ab einem gewissen Freibetrag eine Gebühr von 0,75 Prozent. Damit will sie Anlagen in Franken unattraktiv machen und die aus ihrer Sicht überbewertete Währung schwächen.

Die Banken selbst geben die Kosten zum Teil an Großanleger wie Pensionskassen oder Versicherungen weiter - Privatkunden sind bis auf wenige Ausnahmen nicht betroffen. Um möglichst wenig Strafgebühren zu bezahlen, haben sich die Institute im Jahresverlauf zunehmend auch gegenseitig unter die Arme gegriffen und die Gelder so verteilt, dass die Freibeträge der einzelnen Institute möglichst gut ausgeschöpft sind. Die Grenze, ab der die Gebühr fällig wird, bemisst sich am 20-Fachen der Mindestreserve, die die Banken bei der SNB hinterlegen müssen.

Von Einlagen von insgesamt 468 Milliarden Franken per Ende 2015 waren 171 Milliarden von den Strafzinsen betroffen.

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