Schweizer Finanzbranche wieder auf Vorkrisenniveau von 2007

Basel - Sieben Jahre nach der Finanz- und Wirtschaftskrise hat der Schweizer Finanzsektor wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Sowohl die reale Wertschöpfung als auch die Beschäftigung seien wieder auf dem Stand des Boomjahres 2007, stellte die Konjunkturforschungsstelle BAK Basel in einer Studie fest.

Die Versicherungen hätten sich während der Finanzkrise als stabilisierender Faktor erwiesen, teilte die BAK Basel am Freitag in einer Aussendung mit. Dagegen hätten die Banken, deren Geschäft überdurchschnittlich stark unter den Auswirkungen der Krise gelitten habe, zwar seit 2012 die Talsohle durchschritten, aber das Vorkrisenniveau noch nicht erreicht.

Insgesamt zähle der Finanzplatz zu den bedeutendsten Sektoren der Schweizer Volkswirtschaft, hieß es in der Studie, die im Auftrag der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) und des Schweizerischen Versicherungsverbandes (SVV) erstellt wurde. Jeder zehnte Franken werde im Finanzsektor erwirtschaftet.

Im vergangenen Jahr belief sich der Beitrag der Finanzbranche zur gesamtwirtschaftlichen Leistung auf 61 Mrd. Franken (56 Mrd. Euro). Insgesamt hatte der Finanzsektor 218.000 Vollzeitarbeitsplätze.

Im Zuge der wirtschaftlichen Verflechtung profitiert jedoch die gesamte Schweizer Wirtschaft vom Erfolg des Finanzsektors. Zum einen führt die Nachfrage nach Vorleistungen aus anderen Branchen zu indirekten Wertschöpfungseffekten, zum anderen kommen die Lohneinkommen der Angestellten durch deren Privatkonsum ebenfalls diversen Branchen zugute.

Modellberechnungen von BAK Basel zeigen auf, dass im Jahr 2014 aus dem Finanzsektor insgesamt eine Wertschöpfung von 81,1 Mrd. Franken resultierte. Das entspreche rund 13 Prozent der Bruttowertschöpfung der Gesamtwirtschaft, hieß es.

Damit verbunden sind 9,8 Prozent aller Arbeitsplätze der Schweiz. Die Finanzbranche ist also für insgesamt 393.000 Vollzeitstellen verantwortlich.

Außerdem profitieren Bund, Kantone und Gemeinden von Steuern von rund 19,1 Mrd. Franken. Das entspreche etwa 14,7 Prozent der gesamten Steuereinnahmen von Bund, Kantonen und Gemeinden.

Die kurzfristigen Aussichten des Finanzsektors seien von der allgemeinen Konjunkturabschwächung durch die Aufhebung des Euro-Mindestkurses von 1,20 Franken und durch die negativen Zinsen geprägt. "Die Wertschöpfung der Banken dürfte in der kurzen Frist weniger stark expandieren als diejenige der Gesamtwirtschaft", schrieb die BAK Basel.

Dagegen würden die Versicherungen und die sonstigen Finanzdienstleistungen mit ihrer stabilen Performance das Wachstum der realen Wertschöpfung des Finanzsektors stützen. Insgesamt dürfte der Finanzsektor in diesem und im nächsten Jahr marginal stärker expandieren als das Bruttoinlandprodukt (BIP).

Die BAK rechnet für dieses Jahr mit einem Wachstum des Finanzsektors von 0,9 Prozent, während das BIP um 0,8 Prozent zulegen dürfte. Für das nächste Jahr erwartet sie ein Plus des Finanzsektors von 1,3 Prozent und beim BIP von 1,1 Prozent. Das langfristige Wachstumspotenzial der Wertschöpfung des gesamten Finanzsektors liege bei rund 2 Prozent.

Wien/Lissabon (APA) - Noch heuer könnte es auf EU-Ebene eine Grundlage für die Besteuerung digitaler Betriebsstätten - und damit international tätiger Konzerne wie Amazon ohne Sitz in allen Ländern - geben, ist Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) nach seinem Gespräch mit Eurogruppen-Vorsitzenden Mario Centeno zuversichtlich. In dieser Frage sei man auf einer Linie. Die EU-Kommission arbeite an einer Definition.
 

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Löger hofft noch heuer auf EU-Bestimmung zu digitaler Betriebsstätte

Cupertino (Kalifornien) (APA/dpa) - Im französischen Rechtsstreit um Demonstrationen in Läden des US-Technologiekonzerns Apple haben sich Globalisierungsgegner des Netzwerkes Attac nach eigener Einschätzung durchgesetzt. Ein Gericht in Paris wies am Freitag das Ansinnen des US-Konzerns ab, Attac-Mitgliedern unter einer Strafandrohung von 150.000 Euro Aktionen in den französischen Geschäften zu verbieten.
 

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Kein Hausverbot für Globalisierungsgegner in Apple-Läden

Moskau (APA/dpa) - Der russische Milliardär Oleg Deripaska (50) gibt die Führung beim Aluminiumhersteller Rusal und dessen Mutter En+ ab. Hintergrund ist ein Machtkampf um den wichtigen Konzern Norilsk Nickel. Rusal kündigte am Freitag bei der Vorlage des Jahresberichts 2017 an, das Unternehmen wolle mit der Holding Interros des Oligarchen Wladimir Potanin um die Kontrolle über den Nickelproduzenten streiten.
 

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Oligarch Deripaska gibt Führung beim Aluminiumriesen Rusal ab