Schweiz verschärft Kapitalvorschriften für Banken

Zürich - UBS und Credit Suisse drohen einem Medienbericht zufolge deutlich schärfere Kapitalvorschriften. Das Finanzministerium wolle die Mindestanforderung für die Verschuldungsquote (Leverage-Ratio) auf rund fünf Prozent anheben, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf Insider. Damit sollen die Banken krisensicherer gemacht werden.

Gegenwärtig lautet die Vorgabe gut drei Prozent. Dem Bericht zufolge sind die Behörden nun dabei, die Einzelheiten auszuarbeiten, bevor sich die Regierung über den Vorschlag beugt. Das Finanzministerium erklärte, es sei noch keine Entscheidung gefallen. UBS lehnte eine Stellungnahme ab. Credit Suisse konnte für eine Stellungnahme vorerst nicht erreicht werden.

Die Leverage Ratio beschreibt das Verhältnis zwischen Eigenkapital und Bilanzsumme und nimmt anders als die übrigen Eigenkapitalregeln keinen Bezug auf die Risiken, die mit den jeweiligen Geschäften verbunden sind. Sollte die neue Vorgabe tatsächlich bei fünf Prozent liegen, würde die Schweiz mit den USA gleichziehen. Bloomberg zufolge wollen die Schweizer Behörden auch die Berechnungsmethode an die Amerikaner anlehnen. Dies würde dazu führen, dass weniger Formen von Fremdkapital angerechnet werden. Der weltweite Standard nach Basel III beträgt drei Prozent. Viele Banker und Regulierer rechnen allerdings damit, dass die Quote später noch erhöht wird.

Die Banken kritisieren, dass eine zu starke Ausrichtung auf die Leverage Ratio risikoarme Geschäfte und hohe Liquiditätspolster unattraktiv macht. Dies führe dazu, dass die Institute die Preise etwa für Hypotheken anheben müssten.

Banken können die Leverage Ratio verbessern, indem sie entweder die Bilanz verkürzen oder mehr Kapital vorhalten. Besonders wichtig ist die neue Vorgabe für die Credit Suisse. Die zweitgrößte Schweizer Bank legt in einer Woche ihre neue Strategie vor. Investmentbanker gehen davon aus, dass das Institut eine Kapitalerhöhung von mindestens 5 Mrd. Franken (4,6 Mrd. Euro) ankündigen könnte. Wieviel die Bank genau aufnimmt, dürfte auch von den Anforderungen der Aufseher abhängen. Credit Suisse kommt gegenwärtig auf eine Leverage Ratio von 3,7 Prozent, bei UBS sind es 3,6 Prozent.

UBS und Credit Suisse sind so groß, dass eine Pleite die Schweizer Volkswirtschaft und sogar das Finanzsystem ins Taumeln bringen könnte. Mit den schärferen Regeln wollen die Aufseher verhindern, dass wie bei der UBS im Jahr 2008 der Staat eine Bank retten muss.

Rotterdam (APA/Reuters) - Der Konsumgüterhersteller Unilever übernimmt für 2,27 Milliarden Euro die Kosmetikfirma Carver Korea.
 

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Milliarden-Übernahme: Unilever kauft Kosmetikfirma Carver Korea

Paukenschlag: Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry will der Fraktion ihrer Partei im Bundestag nicht angehören. Dies kündigte Petry am Montag an. Unmittelbar danach verließ sie die gemeinsame Pressekonferenz der Parteiführung. Sie wurde am Sonntag bei der Bundestagswahl mit einem Direktmandat gewählt. Die AfD-Politikerin will sich für eine "konservative Wende 2021" einsetzen.
 

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Knalleffekt: AfD-Chefin Frauke Petry verlässt Fraktion

Wien (APA) - Österreichs Wirtschaft ist 2016, wie schon heuer im Frühjahr angenommen, real um 1,5 Prozent gewachsen. Das gab die Statistik Austria am Montag bekannt. Damit lag das BIP-Plus über den Jahren 2015 (+1,1 Prozent) und 2014 (+0,8 Prozent), blieb aber unter den im internationalen Umfeld beobachteten Zuwächsen.
 

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2016 wuchs Österreichs Wirtschaft real um 1,5 Prozent