Schweieizer Franken: Kreditumwandlung wird Banken in Kroatien mehr als 660 Mio Euro kosten

Zagreb/Podgorica - Die in Kroatien laut Medienberichten geplante Umwandlung der Franken-Kredite in Euro-Darlehen ist auch offiziell bestätigt worden. Vizepremier Branko Grgic erklärte, dass diese Maßnahme als eine dauerhafte Lösung für die Probleme der Franken-Kreditnehmer eingeführt werde. Nach Schätzung der Regierung wird das die Banken mehr als 5 Mrd. Kuna bzw. mehr als 660 Mio. Euro kosten.

Nach zwei vorläufigen Lösungen - im Vorjahr wurden die Kreditzinsen gesenkt, heuer der Franken-Wechselkurs fixiert - werde es nun eine dauerhafte Lösung geben, kündigte Grcic laut Nachrichtenagentur Hina am Dienstag an. Die Regierung will bis Anfang Oktober alle dafür nötigen Vorschriften verabschieden. Laut Grcic rechnet man, dass die Banken dann innerhalb von drei Monaten, also bis Jahresende, die Kreditumwandlung durchführen könnten.

Die Banken haben die Pläne der Regierung bisher nicht kommentiert. Man warte auf die offiziellen Informationen der Regierung, hieß es aus der kroatischen Bankenvereinigung (HUB) laut Medienberichten. Die kroatische Notenbank erwartet unterdessen keine negativen Auswirkungen auf die finanzielle Stabilität der Banken.

Nach der vorläufigen Schätzung der Notenbank würde die geplante Maßnahme - diese sieht neben der Umwandlung in Euro-Kredite auch einen partiellen Erlass der Differenz zwischen dem Euro- und dem Franken-Darlehensbetrag vor - zwischen 5,5 und 6 Mrd. Kuna (zwischen 730 und 790 Mio. Euro) an Mehrkosten für die Banken bedeuten.

Die Regierung hatte laut Grcic den Banken Zeit gelassen, um entsprechende Lösungen direkt mit ihren Kunden zu finden. Nachdem das nicht geschehen sei, habe man "eine starke politische Entscheidung in Richtung einer dauerhaften Lösung" getroffen. Das Modell sieht nach Angaben der Regierung eine Gleichstellung der Franken-Kreditnehmer mit jenen vor, die Euro-Darlehen aufgenommen haben.

"Es ist absurd, dass die Kreditnehmer, die seit acht oder neun Jahren ihren Franken-Kredit abzahlen, nun einen höheren Kreditbetrag offen haben als zum Zeitpunkt der Kreditaufnahme. Es ist daher wichtig, diesen Menschen zu helfen", sagte Grcic.

Nach Angaben des Vize-Regierungschefs gibt es in Kroatien rund 53.000 Franken-Kreditnehmer. Das gesamte Volumen der Franken-Kredite liegt bei 23 Mrd. Kuna (rund 3 Mrd. Euro). Die Maßnahme wird für alle Franken-Darlehen gelten, wobei es sich bei mehr als 90 Prozent um Wohnungskredite handelt.

Im Nachbarland Montenegro ist man schon etwas weiter, dort ist ein Gesetz zur Umwandlung der Franken-Kredite diese Woche bereits in Kraft getreten. In Montenegro war die ehemalige Hypo-Alpe-Adria-Bank, die einzige Geschäftsbank, die solche Kredite vergeben hatte. Die Bank wurde nun gesetzlich verpflichtet, diese Kredite innerhalb von 30 Tagen in Euro zu konvertieren. Der Umtausch soll zu jenem Wechselkurs erfolgen, der zum Zeitpunkt der Kreditvergabe galt. Darüber hinaus wurde ein fixer Zinssatz von 8,2 Prozent pro Jahr festgelegt.

Die Anzahl der Franken-Kreditnehmer wird in Montenegro auf 600 geschätzt. 300 von ihnen hatten vor zwei Jahren eine Klage gegen die Hypo eingebracht.

Wien (APA) - Der börsenotierte Caterer Do&Co verlängert die Kooperation mit der teilstaatlichen Turkish Airlines (Türk Hava Yollari A.O.). Die Zusammenarbeit wird über 15 Jahre im Rahmen der gemeinsamen Gesellschaft THY DO & CO kram Hizmetleri A. fortgesetzt - vorbehaltlich der Genehmigungen durch Unternehmensorgane und von Behörden "sowie einer zufriedenstellenden Vertragsdokumentation", so Do&Co Dienstagabend.
 

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Do&Co verlängert Kooperation mit Turkish Airlines um 15 Jahre

Maribor (APA) - Der österreichisch-slowenisch-kanadische Geschäftsmann Walter Wolf steht in Slowenien wegen Vorwürfen der Geldwäsche in Zusammenhang mit der Patria-Schmiergeldaffäre vor Gericht. Bei der Anklageverlesung vor dem Bezirksgericht in Maribor plädierte der 79-Jährige am Montag auf nicht schuldig, berichtete die Nachrichtenagentur STA.
 

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Patria-Affäre in Slowenien: Wolf wegen Geldwäsche vor Gericht

Innsbruck (APA) - Die Asfinag hat dementiert, dass die geplante temporäre Freigabe des Pannenstreifens auf der Inntalautobahn (A12) zwischen Innsbruck West und Zirl vorerst auf Eis gelegt wird. Der Geschäftsführer für Tirol und Vorarlberg, Stefan Siegele, bezeichnete dies in einer Aussendung als "völlig falsch". Der "Kurier" hatte zuvor über ein Aus für die Pannenstreifen-Freigabe berichtet.
 

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Aus für Pannenstreifen-Freigabe in Tirol: Asfinag dementiert