Schuldenbremse könnte für Großbanken Gesetz werden

EU-Finanzmarktkommissar Jonathan Hill erwägt eine gesetzliche Schuldenbremse für die europäischen Großbanken. Das deutete der Brite in einem am Dienstag veröffentlichten Interview an. Die Verschuldungsquote wurde schon mit der EU-Eigenkapitalrichtlinie eingeführt, verbindlich wird sie aber erst Ende 2016. Bis dann muss klar sein, welche Banken sie einhalten müssen, und ob es bei der Mindestquote von drei Prozent der Bilanzsumme bleibt. Hill zufolge könnten kleine Regionalbanken davon ausgenommen werden.


Für viele Banken ist die Verschuldungsquote ("Leverage Ratio") eine echte Herausforderung, wie der Umbau der Deutschen Bank zeigt, die eine Quote von fünf Prozent anstrebt, um mit der internationalen Konkurrenz mitzuhalten. Verfechter einer verbindlichen Verschuldungsquote fordern mittelfristig eine Quote von zehn Prozent der Bilanz.

Bei der Leverage Ratio spielen die mit den einzelnen Bilanzposten verbundenen Risiken anders als bei der üblichen Kernkapitalquote keine Rolle. Stattdessen beschreibt sie schlicht das Verhältnis zwischen Eigenkapital und Bilanzsumme. Damit wollen die Bankaufseher verhindern, dass sich eine Bank über Gebühr aufbläht und zu bedeutend wird, um sie in der Krise fallenzulassen. Dahinter stecken zudem Zweifel, ob die in einer Bank versteckten Risiken wirklich so exakt kalkulierbar sind wie die Banker glauben.

Hill signalisierte im "Handelsblatt", dass die Leverage Ratio nur für die größten Geldhäuser Pflicht werden könnte. "Wir müssen das Thema differenziert angehen", sagte er der Zeitung. "Ich glaube, kleine Regionalbanken sollten anders behandelt werden als systemische Großbanken." Auf die Frage, ob die Quote also verbindlich nur für Großbanken vorgeschrieben werden solle, antwortete Hill: "In diese Richtung könnte es gehen."

Der Grünen-Finanzexperte Gerhard Schick sagte, mit einer klareren Regel zur Begrenzung der Verschuldung würden Risiko und Haftung wieder zusammengebracht. Die mittelfristige Zielmarke müsse bei mindestens zehn Prozent der Bilanzsumme liegen. Schick plädierte für einfache Kennziffern, zu denen die Leverage Ratio zählt: Jahrelang sei versucht worden, Komplexität im Finanzsystem mit Komplexität in der Regulierung zu begegnen: "Dieser Ansatz ist gescheitert und hat zu unerwünschten Ausweicheffekten geführt."

Wien (APA) - Schlechte Arbeitsbedingungen und schwere Umweltbelastungen durch die Leder- und Schuhindustrie bemängeln die NGOs Clean Clothes Kampagne (CCK) und Global 2000. Ein "Label-Check" soll Konsumenten Orientierung beim Schuhkauf liefern und so den ökologischen und sozialen Fußabdruck der Schuhe verringern helfen, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung.
 

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NGOs bemängeln Umweltbelastung durch die Leder- und Schuhindustrie

Berlin (APA/Reuters) - Deutschland nähert sich dem Institut für Weltwirtschaft (IfW) zufolge der Hochkonjunktur. Es hob seine Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes in diesem Jahr von 2,0 auf 2,3 Prozent und für 2018 von 2,2 auf 2,5 Prozent an. "Die deutsche Wirtschaft steht unter Volldampf", erklärten die Kieler Forscher am Donnerstag.
 

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Institut: Deutschland ist in Richtung Hochkonjunktur unterwegs

Washington (APA/Reuters) - In den USA sind die Weichen für die größte Steuerentlastung seit mehr als drei Jahrzehnten gestellt: Die Republikaner im US-Kongress einigten sich auf einen Gesetzesentwurf, über den noch vor Weihnachten abgestimmt werden soll. Nach fast einem Jahr im Amt wäre die Reform der erste große gesetzgeberische Erfolg für US-Präsident Donald Trump.
 

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Trumps Steuerreform bekommt letzten Schliff - Einigung auf Entwurf