Schelhammer & Schattera sieht in GraWe idealen Partner

Wien/Graz - Die bisherige Kirchenbank Schelhammer & Schattera sieht im künftigen neuen Mehrheitseigentümer, der Grazer Wechselseitigen Versicherung (GraWe), einen idealen Partner. Beide Institute seien fast gleich alt und hätten starke kirchliche Bezüge, betonte Vorstand Peter Böhler, der ab morgen, 1. April, die Bank gemeinsam mit dem neu bestellten Vorstandsmitglied Gerd Stöcklmair führen wird.

"Die GraWe passt ideal zu uns", sagte Böhler am Dienstag beim Bilanzpressegespräch in Wien. Er erwartet den Abschluss der Übernahme des bisher von der Superiorenkonferenz der katholischen Männerorden in Österreich gehaltenen Mehrheitsanteils von knapp 54 Prozent durch die GraWe bis Ende Mai. Bis dahin sollten dann alle behördlichen und aufsichtsrechtlichen Genehmigungen - auch aus dem Vatikan - vorliegen. Über den Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.

Der Verkauf der Mehrheitsanteile an die GraWe sei eine "gute und richtige Entscheidung" des bisherigen Eigentümers, meinte auch Michael Martinek (65), der die Bank seit 2011 als Vorstandsvorsitzender geleitet hat, und morgen nach 43 Jahren Bankkarriere seine Pension antreten wird. Die GraWe habe auch allen anderen Aktionären ein Übernahmeangebot gemacht.

Die Überschneidungen mit der GraWe seien nicht groß, diese sei vorwiegend in der Steiermark und den westlichen Bundesländern tätig, wird betont. Auch habe sie "eine andere Art" von Privatbanking-Kunden. Die Kunden von Schelhammer & Schattera seien im Gagensatz zur Capital Bank, der Privatkundenbank der GraWe, eher wertkonservativ. An dieser Ausrichtung werde sich auch in Zukunft nichts ändern. "Wir werden unser Knowhow für ethische und nachhaltige Anlageprodukte übertragen können", sagt Böhler. Auch in Wien gebe es relativ wenig Überschneidungen bei den Kunden.

Was mit den viel kritisierten Beteiligungen an den Casinos Austria und den Lotterien passieren wird, konnten die beiden Vorstände nicht präzisieren: "Der neue Eigentümer wird Lösungen suchen". Außer einem Verkauf könnte es aber auch andere Lösungen geben, wurde betont. Der Buchwert der durchgerechnet knapp 10 Prozent-Beteiligung wurde mit 570.000 Euro angegeben, der Wert des Lotterien-Anteils mit 7 Mio. Euro.

Welche Kosteneinsparungen das Zusammengehen mit der GraWe bringen wird, habe man nicht berechnet. "Es ist kein Kahlschlag geplant", betonte Böhler, jedoch werde von den Mitarbeitern Flexibilität erwartet. Diese könnten im Zuge der Zusammenführung der beiden Institute schon auch in die GraWe wechseln.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014 konnte die Bank den Jahresüberschuss um 9,6 Prozent auf 5,44 Mio. Euro verbessern. Die Aktionäre erhalten eine um 30 auf 120 Euro je Aktie erhöhte Dividende ausbezahlt. Das verwaltete Vermögen in der bankeigenen KAG erhöht sich um 25 Prozent auf 643 Mio. Euro. Das entspricht einem Marktanteil von 0,4 Prozent.

Das vom Aufsichtsrat bestellte neue Vorstandsmitglied Gerd Stöcklmair (50) ist seit mehr als zwei Jahrzehnten im Versicherungs- und Bankbereich tätig und seit 2013 Leiter des GraWe-Konzern-Rechnungswesens sowie Risikovorstand der Brüll Kallmus Bank, einer 100-Prozent-Tochter der Capital Bank.

Los Gatos (APA/Reuters) - Das Filmportal Netflix hat mit seinen Abonnentenzahlen die Märkte enttäuscht und seine Aktien auf Talfahrt geschickt. Der mit Produktionen wie "House of Cards" oder "Orange is the new black" bekannte Streamingdienst gewann nach eigenen Angaben vom Montag im zweiten Quartal auf dem US-Heimatmarkt 670.000 neue Nutzer hinzu, international waren es 4,47 Millionen.
 

Newsticker

Filmportal Netflix enttäuscht - Aktie auf Talfahrt

Wien (APA) - Bei der Telekom Austria ist das Nettoergebnis im 2. Quartal wie erwartet durch eine Markenwert-Abschreibung von 112,5 Mio. auf 58,0 Mio. Euro gedrückt worden. Ohne diesen Effekt im Ausmaß von 72,4 Mio. Euro wäre das Nettoergebnis um 15,9 Prozent gestiegen.
 

Newsticker

Telekom Austria: Abschreibung drückte Ergebnis im 2. Quartal

Washington (APA/Reuters) - US-Notenbankchef Jerome Powell sieht die US-Wirtschaft trotz der Gefahr eines ausufernden Handelsstreits weiter im Aufwind. Mit der richtigen Geldpolitik bleibe in den nächsten Jahren der Arbeitsmarkt stark und die Inflation in der Nähe von zwei Prozent, sagte Powell am Dienstag in seiner halbjährigen Anhörung vor dem Bankenausschuss des US-Senats.
 

Newsticker

Fed-Chef sieht US-Konjunktur trotz Handelsstreit optimistisch