Schäuble verteidigt seine Finanzpolitik gegen Kritik aus der EU

Paris/Berlin (APA/AFP) - Der scheidende deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat eine positive Bilanz seiner achtjährigen Amtszeit gezogen und seine Politik gegen Kritik aus der EU verteidigt. "Europa wäre nicht in einer besseren Lage, wenn es Deutschland schlechter ginge", sagte er in einem in Auszügen veröffentlichten Interview des französischen Radiosenders "France Inter", das Samstagfrüh ausgestrahlt wird.

Schäuble sagte, es habe eine "extrem schwierige Lage" geherrscht, als er das Amt des Finanzministers 2009 inmitten der Finanzkrise übernahm. Aber seitdem habe es Deutschland geschafft, ein nachhaltiges Wachstum zu erzielen. Zudem gebe es heute "keine Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland, die Arbeitslosigkeit ist auf dem niedrigsten Stand".

Schäuble fügte hinzu: "Natürlich haben andere Länder noch Probleme, aber wir haben diese Erfolge nicht zulasten anderer Länder erzielt." Er freue sich, dass inzwischen alle Länder der Eurozone auf einem besseren Weg seien, auch Griechenland. Dazu habe seine Finanzpolitik mehr beigetragen als manche Kritiker Glauben machten.

In einem bereits am Donnerstag veröffentlichten Interview-Auszug begrüßt Schäuble zudem die EU-Reformpläne des französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Dessen Vorschläge hätten ihm wegen der "vielen Anregungen" gut gefallen, sagte der CDU-Politiker. "Wir haben immer gesagt, Deutschland allein kann nicht der einzige Motor in Europa sein", unterstrich er.

Macron hatte vor zehn Tagen in einer Grundsatzrede eine vertiefte Zusammenarbeit in Wirtschaftsfragen, Verteidigung und Sicherheitspolitik angeregt. Er erneuerte dabei seine Forderung nach einem Budget für die Eurozone und einem eigenen Finanzminister.

Der 75-jährige Schäuble soll ab Ende Oktober Präsident des neu gewählten Deutschen Bundestags werden.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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