SAP-Chef McDermott: Geschäft läuft gut wie nie

(APA/Reuters) - SAP-Chef Bill McDermott ist Zweifeln an einer guten Auftragslage im traditionell starken vierten Quartal entgegengetreten. "Unser Geschäft war noch nie stärker", sagte der Vorstandsvorsitzende des Walldorfer Softwarekonzerns am Freitag im Gespräch mit Reuters Insider. Er reagierte damit auf eine Frage zu einem Bericht von "Börse Online" in dieser Woche.

Dort hieß es unter Berufung auf einen Insider, die Aufträge für das vierte Quartal lägen unter den Erwartungen, was den Aktienkurs belastet hatte. Nach den Aussagen McDermotts drehten die SAP-Papiere in einem sehr schwachen Gesamtmarkt jedoch zeitweise ins Plus. Das Dax-Unternehmen will am 20. Oktober seine Bilanz für das dritte Quartal vorstellen. Er freue sich auf das, was der Konzern berichten werde, sagte McDermott.

Das Magazin hatte zudem über ein internes Schreiben von Finanzchef Luka Mucic berichtet, worin dieser zum Sparen aufruft und einen Einstellungsstopp bis zum Jahresende verhängt. Das Unternehmen hatte die Kostenbremse bestätigt. McDermott sagte dazu, SAP gebe als wachsendes Unternehmen ständig mehr Geld aus. Da sei es vom Finanzchef nur vorsichtig, auf die Ausgaben zu achten. "Wir investieren, wir stellen ein, wir machen eine Menge, damit unsere Firma wächst", sagte McDermott.

SAP setzt immer stärker auf das Cloud-Geschäft - so können Kunden Software gegen eine Miete über das Internet nutzen anstatt diese zu kaufen. McDermott sieht das Unternehmen auf gutem Weg, den US-Konkurrenten Salesforce vom Thron zu stürzen. "Es könnte früher passieren, als viele denken", sagte der Manager. Erst jüngst kündigte SAP die größte Übernahme der Firmengeschichte zum Ausbau des noch kleinen Geschäfts an: Das US-Unternehmen Concur Technologies soll für umgerechnet 6,2 Mrd. Euro geschluckt werden. Mit dem Abschluss der Transaktion sei SAP gemessen am Umsatz im Cloud-Geschäft die Nummer Zwei - gemessen an der Zahl der Nutzer, die mit SAP-Software aus der Datenwolke arbeiteten, bereits jetzt die Nummer Eins, erklärte McDermott. Weitere große Übernahmen seien derzeit nicht geplant. Im Fokus stehe nun das organische Wachstum.

Das Cloud-Geschäft verspricht im Unterschied zum klassischen Verkauf von Software-Lizenzen konstantere Einnahmen, ist aber zunächst weniger rentabel. Dieses Jahr soll 1,0 bis 1,05 Mrd. Euro Umsatz bei Gesamterlösen von mehr als 17 Mrd. Euro aus der Sparte kommen, die als Zukunftsmarkt gilt. SAP liegt hier vor dem Erzrivalen Oracle und IBM. Etwa ab 2020 soll das Cloud-Geschäft bei den Deutschen einen höheren Anteil am Umsatz ausmachen als das angestammte Geschäft.

Im zweiten Quartal war SAPs Cloud-Geschäft um 39 Prozent gewachsen - vor allem durch die Übernahme des US-Unternehmens Fieldglass. Ein kostspieliger Patenstreit in den USA brockte den Walldorfern aber einen starken Gewinnrückgang ein.

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EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro