Samsung machte kräftigen Gewinnsprung

Seoul - Samsung verkauft wieder mehr Smartphones. Doch durch den verschärften Wettbewerb muss der südkoreanische Elektronik-Riese die Preise für die lukrativen Produkte senken. Das schlägt auf den Gewinn durch. Das Geschäft mit Computerchips schafft Ausgleich.

Der Smartphone-Marktführer Samsung hat im dritten Quartal 2015 dank eines robusten Geschäfts mit Chips und Displays deutlich mehr verdient. Auch der schwache südkoreanische Won sorgte für den ersten Gewinnanstieg auf Jahresbasis seit mehr als einem Jahr. Der Überschuss kletterte um 29,3 Prozent auf 5,46 Billionen Won (4,35 Mrd. Euro) an, wie das führende südkoreanische Technologieunternehmen am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz legte um fast neun Prozent auf 51,7 Billionen Won zu.

Für das vierte Quartal erwartet Samsung dennoch einen Rückgang. Der Wechselkurs werde nicht mehr die positive Wirkung haben wie bisher, hieß es. Durch die schwächere Landeswährung hatten sich die Exporte verbilligt. "Die Auswirkung des Wechselkurses auf das Quartal führte zu einem Gewinn von nahezu 800 Mrd. Won, der vor allem im Geschäft mit Komponenten erzeugt wurde", teilte Samsung mit. Dazu gehören Chips, Digitalanzeigen und Bildschirme. Samsung ist der größte Hersteller von Speicherchips, Smartphones und Fernsehern.

Im abgelaufenen Quartal stieg den Angaben des Unternehmens zufolge zwar der Umsatz im Smartphone-Geschäft im Vergleich zum Drei-Monatszeitraum davor als Folge der Einführung neuer Modelle. Doch die Ertragskraft habe wegen Preisnachlässen beim Spitzenmodell Galaxy S6 und Veränderungen im Produktmix gelitten. Der operative Gewinn fiel von 2,76 Billionen Won im zweiten Quartal auf 2,4 Billionen Won.

Insgesamt habe Samsung beim Absatz bei Handys und Smartphones einen Anstieg um 18 Prozent auf 105 Millionen Stück verzeichnet, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf eine Unternehmensquelle. Von den Computer-Telefonen wurden demnach 84 Millionen Geräte verkauft, um gut zehn Millionen mehr als im zweiten Vierteljahr. Marktbeobachter gehen davon aus, dass Samsung wegen der steigenden Bedarfs nach günstigen Modellen einen höheren Absatz erzielt hat. Für das wichtige Weihnachtsquartal erwartet Samsung weiter eine starke Nachfrage nach Smartphones und Tablet-Computern. Der Wettbewerb werde jedoch intensiver, hieß es.

Im Smartphone-Markt tobt sowohl bei günstigen als auch bei teuren Geräten ein Preiskampf. In Asien machten im vergangenen Jahr besonders lokale Hersteller in China und Indien den Südkoreanern ihre Spitzenposition im Geschäft mit Handys und Smartphones streitig. Bei hochpreisigen Geräten ist Apple der profitabelste Anbieter.

Im Halbleiter-Geschäft verzeichnete Samsung im dritten Quartal einen operativen Gewinn in Rekordhöhe von 3,66 Billionen Won. Der Umsatz stieg auf ein Allzeithoch von 12,8 Billionen Won.

Samsung will seinen Aktienkurs durch Rückkäufe und Annullierungen von Aktien stützen. Das Rückkaufvorhaben habe ein Volumen von 11,3 Billionen Won und werde innerhalb eines Jahres in drei bis vier Phasen ausgeführt, teilte das Unternehmen mit. "Samsung glaubt, dass der derzeitige Aktienkurs und der Marktwert von Samsung Electronics deutlich unterbewertet sind." Der Kurs von Samsung Electronics schloss an der Börse in Seoul um 1,3 Prozent höher bei rund 1,33 Mio. Won.

Wien (APA) - Der frühere Lobbyist und FPÖ-Politiker Walter Meischberger hält seine Anklage in der Causa Telekom Austria/Parteienfinanzierung für parteipolitisch motiviert und wehrt sich gegen den Vorwurf der Geldwäsche. Das geht laut einem Bericht des "Standard" (Wochenendausgabe) aus den "ergänzenden Ausführungen" seines Rechtsanwalts zum Einspruch gegen die Anklageschrift hervor.
 

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Telekom-Anklage: Meischberger wehrt sich gegen Geldwäschevorwurf

Berlin/Washington (APA/Reuters) - Der deutsche Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig hat nach Gesprächen in den USA die Hoffnung auf eine gütliche Beilegung der handelspolitischen Streitigkeiten zwischen beiden Ländern genährt. "Es gibt eine konstruktive Grundhaltung", sagte er am Freitag nach seinen Unterredungen mit hohen Vertretern der US-Regierung und der Wirtschaft.
 

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Deutscher Politiker: Entspannter im Handelsstreit mit USA

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