Salzburger Finanzen: Land klagte Stadt auf knapp 4,8 Millonen Euro

Das Land Salzburg verlangt eine Rückabwicklung einer mündlichen Vereinbarung über Derivatgeschäfte zwischen dem ehemaligen Finanzlandesrat Raus und Bürgermeister Schaden.

Salzburg. Das Land Salzburg hat nun wie angekündigt die Stadt Salzburg im Zusammenhang mit den 2007 von der Stadt auf das Land übertragenen Derivatgeschäften auf 4.795.000 Euro samt Zinsen geklagt. Es verlangt die Rückabwicklung der sogenannten Raus-Schaden-Vereinbarung. Das teilte das Landesgericht am Sonntag in einer Presseaussendung mit.

Die Stadt Salzburg hat Derivatgeschäfte mit mehreren Banken abgeschlossen, die im September 2007 auf einem negativen Wert von knapp 4,8 Mio. Euro standen. Dennoch soll das Land der Stadt diese Swaps ohne Gegenleistung abgenommen haben. Grundlage dafür war eine mündliche Vereinbarung zwischen dem damaligen Finanzlandesrat Othmar Raus und Bürgermeister Heinz Schaden (beide SPÖ).

Das Land steht auf dem Standpunkt, dass Raus dafür keine Vertretungsmacht gehabt habe. Er hätte die Zustimmung des Landtages oder zumindest der Landesregierung einholen müssen. Schaden sei sowohl dieser "Missbrauch der Vertretungsmacht" bekannt gewesen, als auch, dass die Vereinbarung für das Land nachteilig war. Daher sei die Raus-Schaden-Vereinbarung sittenwidrig, nichtig und müsse rückabgewickelt werden, verlangt das Land Salzburg. Die Klage wurde am 12. Oktober beim Landesgericht eingebracht und mittlerweile zugestellt. Die Stadt hat nun vier Wochen Zeit für die Beantwortung.

Diese Übertragung von Zinstausch-Geschäften nach der Raus-Schaden-Vereinbarung ist ein Teilaspekt des Salzburger Finanzskandals, in dem es um insgesamt 700 hochspekulative Finanzgeschäfte geht. Die Ermittlungen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft sind nach wie vor nicht abgeschlossen. Insgesamt werden acht Personen beschuldigt. Eine davon ist die ehemalige Budgetreferatsleiterin des Landes, Monika Rathgeber. Gegen sie wurde vor eineinhalb Wochen Anklage wegen schweren Betruges und wegen Urkundenfälschung in zwei Teilaspekten erhoben. Ebenfalls noch anhängig ist ein Finanzstrafverfahren nach zwei Selbstanzeigen des Landes.

Berlin (APA/AFP) - Mehr als tausend Beschäftigte der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin sowie Unterstützer haben am Mittwoch in der Hauptstadt für den Erhalt der Jobs bei der Airline demonstriert. Verdi-Sprecher Andreas Splanemann sprach am Nachmittag von rund 1.300 Teilnehmern aus dem gesamten Bundesgebiet, das habe die Erwartungen der Gewerkschaft "bei weitem übertroffen".
 

Newsticker

Air-Berlin-Beschäftigte demonstrieren für Erhalt ihrer Arbeitsplätze

Brüssel/Frankfurt (APA/Reuters) - Großbanken in der Eurozone sollen maximal vier Jahre Zeit zum Aufbau zusätzlicher Finanzpuffer für den Krisenfall erhalten. Erstmals würden verpflichtende Ziele für die Mehrheit der größten und komplexesten Finanzkonzerne in der Eurozone gesetzt, erklärte der Systemrisikorat (SRB), der in der Eurozone für die geordnete Abwicklung gescheiterter Banken verantwortlich ist, am Mittwoch.
 

Newsticker

EU gibt Banken vier Jahre für Aufbau von Krisen-Puffer

Berlin/Frankfurt (APA/Reuters) - In der "Cum-Cum"-Affäre um Steuertricks mit Dividendenpapieren rechnen zahlreiche deutsche Banken mit Straf- und Steuernachzahlungen. 77 Institute erwarten wegen der Steuertricks Belastungen von insgesamt gut einer halben Milliarde Euro, wie es in einer Reuters vorliegenden Antwort des deutschen Finanzministeriums und der Finanzaufsicht BaFin auf eine Anfrage der Grünen heißt.
 

Newsticker

Deutsche Banken stellen wegen Steuertricks halbe Milliarde zurück