S&P kündigt Überprüfung von Austro-Banken für Jänner 2015 an

Wien - Das Bankensanierungs- und Abwicklungsgesetz (BSAG), das mit Jahresbeginn 2015 in Kraft treten wird, könnte sich sowohl negativ als auch neutral auf das Rating der heimischen Banken auswirken, teilte die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) am Dienstag mit. Sie kündigte an, österreichische, deutsche und britische Kreditinstitute Anfang Jänner einer Prüfung unterziehen zu wollen.

Grund für die geplante Überprüfung der Banken-Ratings ist die nationale Umsetzung einer EU-Richtlinie in den genannten Ländern, die für den Fall einer Bankeninsolvenz unter anderem die Einbeziehung der Gläubiger vorsieht. In Österreich schreibt der Gesetzgeber die Beteiligung von Gläubigern an der Rettung einer Bank schon ab 2015 vor, während die EU dies erst ab 2016 verlangt. Ähnliches ist in Deutschland und Großbritannien geplant.

Ende September hatte S&P bereits einmal angekündigt, die heimischen Banken aus diesem Grund bis Jahresende einer neuerlichen Prüfung unterziehen zu wollen. Dieser Termin ist jetzt offensichtlich auf Anfang Jänner verschoben worden. Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) hatte damals bereits sein Unverständnis über die angedrohten Abstufungen geäußert, nur weil Österreich den sogenannten Bail-in um ein Jahr vorgezogen hat.

Nunmehr heißt es in der aktuellen S&P-Pressemitteilung, dass die Überprüfung im Jänner für die Banken und ihre Beteiligungen nicht unbedingt zu einer Ratingverschlechterung führen muss. Sollte man zum Ergebnis kommen, dass unter der neuen Gesetzeslage eine außerordentliche staatliche Unterstützung weniger vorhersehbar wird, aber wichtige Fragen noch ungelöst sind, so würde das wahrscheinlich dazu führen, dass die Ratings auf die Watchlist mit negativen Implikationen gesetzt werden, so S&P.

Andererseits könnte man aber auch zum Ergebnis kommen, dass eine außerordentliche staatliche Unterstützung für diese Banken zwar weniger vorhersehbar wird, aber davon ausgegangen werden kann, dass die ungelösten Fragen über die Vorhersehbarkeit der Unterstützung wahrscheinlich bis ins späte Jahr 2015 bestehen bleiben. In diesem Fall kündigt S&P an, die Ratings und Ausblicke unverändert zu belassen.

Alle anderen europäischen Kreditinstitute, mit Sitz in Ländern, die die EU-Bankenabwicklungsrichtlinie erst 2016 umsetzen werden, will S&P frühestens gegen Ende 2015 neu bewerten.

Siemens liefert den ÖBB zur Verwendung ab 2022 neue Züge. Der Rahmenvertrag dazu war im Juli bekanntgeworden, nun sind alle Einspruchsfristen abgelaufen und der Deal ist fixiert. Bis zu 700 Waggons für die Personenbeförderung im Wert von bis zu 1,5 Mrd. Euro können die ÖBB in dem Vertrag abrufen. Gebaut werden die Wagen im Siemens-Werk in Wien.
 

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Neue Siemens Züge für ÖBB ab 2022 in Betrieb

Eine schwache Nachfrage nach Graphikkarten für die Erzeugung von Kryptowährungen wie Bitcoin stimmt den US-Konzern Nvidia vorsichtig. Der Umsatz im laufenden Quartal werde wohl bei 3,25 Mrd. Dollar (2,9 Mrd. Euro), plus/minus zwei Prozent, und damit unter den von Analysten im Schnitt geschätzten 3,34 Milliarden liegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.
 

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Chiphersteller Nvidia steigerte Umsatz

Mehr als 1.000 Mitarbeiter von Google haben in einem Brief Bedenken gegen die Rückkehr des Suchmaschinen-Giganten nach China angemeldet. Die zensierte Suchmaschine mit dem Projektnamen "Dragonfly" (Libelle) werfe "dringende moralische und ethische Fragen auf", zitierte das US-Portal "The Intercept" am Donnerstag aus dem Schreiben an die Konzernführung, in dem auch mehr Informationen zu den Plänen gefordert werden.
 

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Protestbrief: Mitarbeiter von Google hinterfragen China-Pläne