Ermittlungen gegen Ryanair abgeschlossen

Koblenz/Dublin (APA/dpa) - Die langjährigen Ermittlungen wegen Scheinselbstständigkeit gegen Hunderte Piloten der Fluggesellschaft Ryanair sind abgeschlossen. Das teilte die Staatsanwaltschaft Koblenz (Rheinland-Pfalz/Deutschland) am Freitag mit. Ob es zu Anklagen kommen wird, war zunächst nicht bekannt.

Weiterhin im Visier der Ermittler sind vier aktuelle und ehemalige Verantwortliche des irischen Billigfliegers. Sie werden verdächtigt, Piloten systematisch zur Scheinselbstständigkeit angestiftet zu haben. Die Ermittlungen dauern voraussichtlich noch bis 2018 an, wie Oberstaatsanwalt Rolf Wissen der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Die umfangreichen Ermittlungen hatten 2011 begonnen. Gegenstand des Verfahrens ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft der "Verdacht der Lohnsteuerhinterziehung sowie des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt zum Nachteil verschiedener Sozialkassen".

Die Ermittlungen hatten sich auch gegen Verantwortliche zweier britischer Personaldienstleister gerichtet. Etwa 800 Piloten standen im Verdacht der Beihilfe. Ob es in ihrem Fall zu Anklagen, Strafbefehlen oder Einstellungen komme, könne er erst in mehreren Wochen bekanntgeben, weil zuvor die Betroffenen informiert werden müssten, sagte Wissen. Ryanair wies alle Vorwürfe gegen das Unternehmen zurück.

"Ryanair verhält sich ganz und gar mit der europäischen Gesetzgebung konform und ist nicht Gegenstand einer Untersuchung der Koblenzer Staatsanwaltschaft", teilte Ryanair-Sprecher Robin Kiely mit. "Ryanair unterstützt die Staatsanwaltschaft Koblenz uneingeschränkt bei ihren Nachforschungen zu einer geringen Anzahl an Vertragspiloten ("Contractor Pilots"), die ihre Sozialversicherungs-/Steuerabgaben möglicherweise nicht richtig berechnet haben."

Unterdessen bat Ryanair-Chef Michael O'Leary Medienberichten zufolge seine Piloten mit einem eindringlichen Appell, das Unternehmen nicht zu verlassen. Britische und irische Medien veröffentlichte die Kopie eines dreiseitigen Briefs, der am Donnerstag an alle Ryanair-Piloten gegangen sein soll.

Darin heißt es, sie könnten an verschiedenen Standorten mit jährlichen Gehaltserhöhungen von 10.000 Euro für Flugkapitäne und 5.000 Euro für Co-Piloten rechnen. Zusätzlich stellte O'Leary auch einen "Loyalitätsbonus" von bis zu 12.000 Euro, günstigere Vertragsbedingungen und bessere Aufstiegschancen in Aussicht.

Der Ryanair-Chef versucht damit offenbar, aggressiven Abwerbeversuchen anderer Airlines entgegenzuwirken. Er versprach, die Gehälter bei direkten Konkurrenten überbieten zu wollen.

Ryanair hatte zuletzt Tausende Flüge bis ins kommende Frühjahr hinein gestrichen. Etwa 700.000 Passagiere sind davon betroffen. Als Grund gab die Fluggesellschaft Fehler bei der Erstellung von Dienstplänen an. Urlaubszeiten seien nicht ausreichend berücksichtigt worden. Einen Mangel an Piloten stritt die Fluggesellschaft ab.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro