Russland erwägt Kürzung der Ölförderung

Moskau - Im Kampf gegen den Ölpreis-Verfall denkt Russland über Förderkürzungen nach. Das Thema werde diskutiert, sagte Energieminister Alexander Nowak am Freitag vor Journalisten. Die Möglichkeiten seines Landes seien hier aber begrenzt. Eine Entscheidung sei zudem noch nicht gefallen.

Nowak erläuterte, kurzfristige Änderungen der Fördermengen seien technisch schwer zu bewerkstelligen. Außerdem sei das Land auf die Ölverkäufe angewiesen. Der Staat bestreitet die Hälfte seiner Einnahmen aus der Öl- und Gasförderung. Der massive Rückgang des Ölpreises bremst die ohnehin bereits geschwächte russische Wirtschaft zusätzlich.

Seit Juni ist der Ölpreis um ein Drittel auf unter 80 Dollar je Barrel abgerutscht. Um einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen, ist die Regierung auf ein Niveau von 100 Dollar angewiesen. Manche Experten halten sogar Preise um 115 Dollar für nötig, da im Zuge der Ukraine-Krise und der damit verbundenen westlichen Sanktionen gestiegene Ausgaben zu verkraften sind. Analysten zufolge kann Russland selbst wenig dafür tun, den Ölpreis nach oben zu treiben. Produktionskürzungen seien problematisch, weil es an Lagerkapazitäten fehle und Bohrlöcher bei Förderunterbrechungen im Winter zufrieren könnten.

Wie die OPEC auf den Preisrutsch reagieren wird, ist völlig offen. Marktexperten rätseln darüber, ob sie sich auf ihrem Treffen am Donnerstag in Wien zu einer Einschränkung der Förderung durchringen wird. Russland - größter Ölproduzent außerhalb des Kartells - bemüht sich um Einfluss. Energieminister Nowak und der Chef des größten russischen Ölkonzerns Rosneft, Igor Setschin, werden vor der Zusammenkunft in die österreichische Hauptstadt reisen. Mit wem sie sich dort treffen wollen, haben sie bisher aber nicht preisgegeben. Doch bereits im Vorfeld gab es Gespräche mit dem wichtigen Produzenten Venezuela und OPEC-Platzhirsch Saudi-Arabien.

Siemens liefert den ÖBB zur Verwendung ab 2022 neue Züge. Der Rahmenvertrag dazu war im Juli bekanntgeworden, nun sind alle Einspruchsfristen abgelaufen und der Deal ist fixiert. Bis zu 700 Waggons für die Personenbeförderung im Wert von bis zu 1,5 Mrd. Euro können die ÖBB in dem Vertrag abrufen. Gebaut werden die Wagen im Siemens-Werk in Wien.
 

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Neue Siemens Züge für ÖBB ab 2022 in Betrieb

Eine schwache Nachfrage nach Graphikkarten für die Erzeugung von Kryptowährungen wie Bitcoin stimmt den US-Konzern Nvidia vorsichtig. Der Umsatz im laufenden Quartal werde wohl bei 3,25 Mrd. Dollar (2,9 Mrd. Euro), plus/minus zwei Prozent, und damit unter den von Analysten im Schnitt geschätzten 3,34 Milliarden liegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.
 

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Chiphersteller Nvidia steigerte Umsatz

Mehr als 1.000 Mitarbeiter von Google haben in einem Brief Bedenken gegen die Rückkehr des Suchmaschinen-Giganten nach China angemeldet. Die zensierte Suchmaschine mit dem Projektnamen "Dragonfly" (Libelle) werfe "dringende moralische und ethische Fragen auf", zitierte das US-Portal "The Intercept" am Donnerstag aus dem Schreiben an die Konzernführung, in dem auch mehr Informationen zu den Plänen gefordert werden.
 

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Protestbrief: Mitarbeiter von Google hinterfragen China-Pläne