Russischer Milliardär größte Hürde für Zement-Fusion Holcim/Lafarge

Durch die rund 40 Milliarden Euro schwere Fusion von Holcim und Lafarge soll der weltgrößte Zement-Hersteller entstehen. Doch der Deal der beiden Unternehmen aus der Schweiz und Frankreich hängt am seidenen Faden. Mehrere Aktionäre sind bisher nicht überzeugt und drohen damit, ihre Zustimmung zu verweigern.

Besonders ein russischer Milliardär wird immer mehr zum Problem für Holcim-Verwaltungsratschef Wolfgang Reitzle, der jahrelang den deutschen Industriegase-Hersteller Linde geführt hat und jetzt für die Zement-Fusion wirbt. Filaret Galchev will das ausgehandelte Aktientauschverhältnis - Lafarge-Eigner sollen für zehn eigene Papiere neun Titel von Holcim erhalten - unbedingt noch einmal aufschnüren.

Experten mutmaßen, dass der wirtschaftliche Abschwung in Russland wegen der westlichen Sanktionen im Zuge des Ukraine-Konflikts und des Ölpreis-Verfalls Galchev zusetzt. Sein Unternehmen - Eurocement, die größte Zement-Firma in Russland - musste zuletzt einen Umsatzrückgang von 30 Prozent verschmerzen, weil die Zementpreise fallen. "Er wird versuchen, den maximalen Preis für seinen Anteil herauszuholen und auch damit drohen, den Deal zu blockieren", sagt Boris Kontsevich von der Beratungsgesellschaft Grey Consulting, der früher selbst für Lafarge tätig war.

Galchev hält 10,8 Prozent an Holcim und ist damit der zweieinflussreichste Aktionär des Schweizer Konzerns. Er werde weiter provozieren, sagt Branchenexperte Kontsevich voraus. "Es ist möglich, dass sie ihm am Ende die russischen Vermögenswerte anbieten." Lafarge und Holcim haben zusammen vier Fabriken in Russland. Die Beteiligten wollten sich dazu nicht äußern.

Galchev kommt laut Forbes auf ein Vermögen von 4,3 Milliarden Dollar und ist damit die Nummer 23 in Russland. Er war zunächst in der Kohlebranche tätig, machte sein Geld aber später mit Zement, als er nach der Jahrtausendwende Fertigungsanlagen in Russland, der Ukraine und Usbekistan aufkaufte. Daheim hat er sich den Ruf erarbeitet, sich immer wieder auch öffentlich mit Geschäftspartnern anzulegen.

Auch deswegen sei er bei Holcim nicht überall als Aktionär willkommen gewesen, sagen Insider. Vor allem Thomas Schmidheiny, der größte Anteilseigner von Holcim und Enkel des Firmengründers, habe eine mögliche Übernahme befürchtet. Deswegen sei dem Russen bisher auch ein Sitz im Verwaltungsrat verwehrt worden. Auch über den Lafarge-Deal sei er nicht im Voraus informiert worden.

Reitzle hat Galchev mittlerweile, um diesen zu besänftigten, einen Sitz im Kontrollgremium des neuen Konzerns angeboten. Die Details zum Umtauschverhältnis der Aktien will der Deutsche aber keinesfalls mehr verändern. Auch eine Sonderdividende hat er ausgeschlossen. Holcim betonte zuletzt, zuversichtlich zu sein, die nötige Zustimmung der Anteilseigner für den Deal zu bekommen. Die Fusion kommt nur zustande, wenn sich am 8. Mai bei einer Holcim-Aktionärsversammlung mindestens zwei Drittel für eine Kapitalerhöhung zur Finanzierung der Transaktion aussprechen.

Hannover (APA/dpa) - Die Netzbetreiber Tennet, Gasunie und Thyssengas wollen die Speicherung von erneuerbaren Energien in Gasnetzen vorantreiben. Zur großindustriellen Nutzung der sogenannten Power-to-Gas-Technologie ("Strom zu Gas") wollen sie daher eine 100 Megawatt (MW) starke Anlage in Ostfriesland bauen, wie eine Tennet-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.
 

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Ökostrom zu Gas - Deutsche Netzbetreiber planen 100-MW-Anlage

Berlin/Hannover (APA/Reuters/dpa-AFX) - Eine Häufung von Groß- und anderen Schäden bei Industriekunden zwingt den Versicherer Talanx zur Senkung seiner Gewinnprognose. Talanx geht für 2018 nun von einem Ergebnis von rund 700 Mio. Euro aus, teilte die Nummer drei unter den deutschen Versicherungskonzernen am Montagabend in Hannover mit. Das wären 150 Millionen weniger als bisher geplant.
 

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Industrie-Großschäden machen Versicherer Talanx zu schaffen

Thun (APA/awp/sda) - Der kriselnde Schweizer Solarzulieferer Meyer Burger unterzieht sich erneut einer Restrukturierung. Das Unternehmen verlagert einen wesentlichen Teil seiner weltweiten Vertriebs- und Servicefunktionen für Standard-Photovoltaik-Lösungen von Europa nach Asien, insbesondere nach China. Dies kostet erneut Stellen.
 

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Schweizer Solarzulieferer verlagert nach Asien, streicht Jobs