Run auf die Mailänder Börse: Vier IPOs stehen an

Rom/Mailand (APA) - Die Mailänder Börse bereitet sich auf einen regen Herbst vor. Gleich vier große Börsengänge stehen in den nächsten Wochen an der Mailänder Börse an. Bis Jahresende planen der Espresso-Spezialist Massimo Zanetti Beverage Group (MZBG), die Kaufhauskette OVS, die Immobiliengesellschaft Sorgente und der Papierproduzent Fedrigoni die Notierung in Mailand.

Das Interesse der Finanzwelt richtet sich auf den Börsengang von MZBG, der seit den 70er Jahren zum stärksten privaten Kaffeeröster der Welt aufgerückt. Der Konzern generiert 90 Prozent des Umsatzes im Ausland. Mit über 70.000 Kunden und 50 Millionen getrunkenen Tassen pro Tag ist MZBG italienischer und weltweiter Espressomarktführer. Das Unternehmen mit einem Umsatz von circa einer Milliarde Euro produziert jährlich 3,5 Millionen Säcke Kaffee. Österreich ist für die Gruppe der erste Auslandsmarkt, auf dem sie in den Achtzigerjahren Fuß gefasst hat. In Österreich generiert MZBG fünf bis zehn Prozent des Gruppenumsatzes, das entspricht rund 30 Mio. Euro.

Die italienische Kaufhauskette Coin bringt die Tochtergesellschaft OVS an die Mailänder Börse und hat deshalb bereits eine Kapitalerhöhung von 250 Mio. Euro beschlossen. Der Börsengang soll im November erfolgen. OVS ist mit der Marke Oviesse in Italien Marktführer im Bereich Billigmode. Den Plänen zufolge will sich OVS vor dem Börsengang noch vom Mutterkonzern Coin trennen, der sich im qualitativ höherwertigen Marktsegment positioniert hat.

Mit dem Börsengang will die auf Luxusimmobilien spezialisierte Maklergesellschaft Sorgente Res ihr Wachstum finanzieren. Anfang November beginnt die Roadshow in Europa und in den USA: Die Gruppe hofft vor allem, ausländische Investmentfonds zu gewinnen. Einen bis zu 60-prozentigen Anteil am Kapital will Sorgente Res auf den Markt bringen. Mehrheitsaktionär bleibt die norditalienische Baulöwenfamilie Mainetti mit einem 20-prozentigen Anteil. Sorgente Res besitzt Luxusimmobilien in mehreren italienischen Städten, aber auch das Hochhaus Flatiron in New York. Zu den Juwelen des Unternehmens zählt der Fiat-Hauptsitz Lingotto in Turin.

Zu den nächsten Börsendebütanten zählt der italienische Papierkonzern Fedrigoni, der mit rund 2.200 Mitarbeitern 810 Millionen Euro umsetzt. Das Unternehmen aus Verona, das von der gleichnamigen Unternehmerfamilie kontrolliert wird, bringt einen 40-prozentigen Anteil an die Börse. Mit dem Börsengang will Fedrigoni die weitere Expansion finanzieren und zu den stärksten Papierherstellern Europas aufrücken. Ursprünglich wollte Fedrigoni über eine strategische Partnerschaft mit der oberösterreichischen Delfort Group wachsen. Allerdings sind die Verhandlungen der beiden Spezialpapierhersteller im März gescheitert.

Brüssel (APA/Reuters) - Der Defizitstreit zwischen der EU-Kommission und der italienischen Regierung verschärft sich. Die Brüsseler Behörde wird den Budgetentwurf aus Rom für das kommende Jahr ablehnen, wie der "Spiegel" am Mittwoch unter Berufung auf den deutschen EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger (CDU) berichtete.
 

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EU-Kommission weist Italiens Haushaltsentwurf zurück

Washington/Peking (APA/dpa) - US-Präsident Donald Trump hat ein neues Mittel gefunden, um China im Handelsstreit unter Druck zu setzen. Auf Anraten seines Wirtschaftsberaters Peter Navarro wolle Trump ein 144 Jahre altes Postabkommen aufkündigen, schrieb die "New York Times" am Dienstag unter Berufung auf hochrangige Regierungskreise.
 

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Trump könnte 144 Jahre altes Postabkommen mit China beenden

Wien (APA) - Im Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, Ex-FPÖ-Generalsekretär Walter Meischberger, dessen früheren Anwalt Gerald Toifl und andere ging es heute am 57. Prozesstag einmal mehr darum, wem welche Konten gehörten. Kein leichtes Unterfangen, wie schon Meischberger beim Auffliegen des "Buwog-Skandals" anmerkte.
 

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Grasser-Prozess - "Wird alles etwas schwierig zu erklären"