Rüstungs- und Medienunternehmer Serge Dassault ist tot

Paris (APA/AFP) - Einer der einflussreichsten französischen Unternehmer ist tot: Der Wirtschaftsmogul Serge Dassault starb am Montag im Alter von 93 Jahren an Herzproblemen, wie seine Familie mitteilte. Zu seinem Firmenimperium gehörten Rüstungs- und Medienbeteiligungen, darunter auch die Zeitung "Le Figaro".

Für die französischen Konservativen war er als Senator tätig, machte zuletzt aber wegen Schwarzgeldkonten Schlagzeilen.

Nach einer Aufstellung des Wirtschaftsmagazins "Forbes" von 2017 war Dassault der drittreichste Mann Frankreichs. Sein Vermögen wurde zuletzt auf rund 13 Milliarden Euro geschätzt. Er starb Montagnachmittag in seinem Büro auf dem Pariser Boulevard Champs-Elysees, wie seine Familie mitteilte.

Der Firmenerbe und studierte Luftfahrtingenieur stand seit 1986 der nach seinem Vater benannten Familienholding Groupe Industriel Marcel Dassault (GIMD) vor. Dazu gehört der Luftfahrtkonzern Dassault Aviation, der unter anderem die Kampfflugzeuge Mirage und Rafale herstellt.

Als weiteres Standbein kaufte Serge Dassault mehrere Mediengruppen auf. Er kontrollierte zeitweise bis zu 70 Titel, darunter neben der konservativen Tageszeitung "Le Figaro" auch die Zeitschrift "L'Express".

Zudem war Serge Dassault jahrelang politisch für die französischen Konservativen tätig. Immer wieder hatte er allerdings Ärger mit der Justiz: Im Februar 2017 wurde er wegen Schwarzgeldkonten im Ausland zu einer Geldstrafe von zwei Millionen Euro und fünf Jahren Unwählbarkeit verurteilt.

Dies führte zum Rückzug von seinem Amt als Senator. Zudem war der Vater von vier Kindern langjähriger Bürgermeister des Pariser Vororts Corbeil-Essonnes. Im Jahr 2014 geriet er unter anderem in den Verdacht des Stimmenkaufs.

Sein Vater Marcel Dassault war vor seiner Wirtschaftskarriere Flugzeugbauer. Der Sohn eines jüdischen Arztes wurde im Zweiten Weltkrieg von den Nazis im Konzentrationslager Buchenwald eingesperrt, weil er jede Zusammenarbeit mit der deutschen Luftfahrtindustrie verweigerte. Marcel Dassault überlebte das Lager und wurde nach Kriegsende befreit. Sein am 4. April 1925 geborener Sohn Serge wurde ebenfalls inhaftiert und entging nur knapp der Deportation durch die Gestapo.

Mehrere Politiker würdigten Dassaults Verdienste. Der frühere Premierminister Jean-Pierre Raffarin nannte ihn eine "bemerkenswerte Persönlichkeit" und einen "großen Unternehmer".

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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