Rosenbauer weiter auf Wachstumskurs, 2014 mehr Umsatz und Gewinn

Wien/Leonding - Der börsennotierte oberösterreichische Feuerwehrausrüster Rosenbauer will nach einem Gewinnplus und einem Rekordumsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr nun weiter wachsen. Umsatz und Betriebsergebnis sollen heuer um 10 Prozent steigen. Die Investitionen werden heuer geringer ausfallen, die Effizienz will man weiter verbessern, gab der Vorstand am Mittwoch in der Bilanzpressekonferenz bekannt.

Die Auftragsstand lag Ende 2014 bei 670,2 Mio. Euro, das reiche für rund neun Monate. Ein Teil des Wachstums werde heuer aus den USA kommen, gestützt durch verstärkte Auslieferungen und auch Währungseffekte, so Vorstandchef Dieter Siegel. Wachsen will man auch in Nahen Osten. Dazu kämen weltweit noch unterschiedliche Projekte sowie vermehrt Serviceleistungen.

Saudi Arabien, wo derzeit ein Montagewerk gebaut wird, werde weiter ein wichtiger Markt bleiben. 2014 wurde dort ein Umsatz von rund 165 Mio. Euro erzielt, etwa ein Fünftel des Gesamtumsatzes von rund 785 Mio. Euro. Aus heutiger Sicht seien auch 2015, 2016 und 2017 keine gravierenden Umsatzrückgänge zu erwarten. Ausgebaut werde in Saudi Arabien auch der Service. In das neue Montagewerk werden insgesamt 5 Mio. Euro investiert, wovon der Großteil heuer fließt. Die Fertigstellung ist für Ende 2015 geplant. Über Exportfinanzierungen aus Saudi Arabien kann auch in andere Länder der Region geliefert werden. Im Vorjahr hat Rosenbauer einen 150-Mio.-Euro Auftrag für die Lieferung von 800 Feuerwehrfahrzeugen bis Mitte 2016 erhalten. Beschäftigt sind rund 100 Mitarbeiter. Rund 4.000 Feuerwehrfahrzeuge sind bereits im Land.

In Russland, wo Rosenbauer mit einer Minderheitsbeteiligung an einem Joint-Venture vertreten ist, hätten sich die Sanktionen nicht direkt ausgewirkt, so Siegel. Es würden aber weniger Gelder für die Feuerwehr ausgegeben. Ausgewirkt hat sich auch der Rubelverfall. Der Beitrag Russlands zum EBIT habe rund 3 bis 3,5 Mio. Euro betragen, 2011 waren es noch 10 Mio. Euro. Ein niedriger Ölpreis von um die 50/55 Dollar je Fass wäre langfristig jedenfalls kein schönes Szenario. Klar sei, dass durch die regionale Strukturierung des Unternehmens der Wegfall eines großen Marktes kompensiert werden könne, so Siegel.

Investiert hat Rosenbauer im Vorjahr verstärkt in die Fertigungskapazitäten. Insgesamt stiegen die Investitionen von 25,4 auf auf 51,2 Mio. Euro, nach 26,4 Mio. Euro. Davon entfielen 24 Mio. Euro auf den Erwerb der Liegenschaften am Standort Leonding II inklusive eines angrenzenden Grundstücks. In Adaptierung und Ausbau des Standorts Leonding II flossen insgesamt in den Jahren 2013 und 2014 rund 12 Mio. Euro. Heuer will man konzernweit mehr als 25 Mio. Euro investieren. Neu gestaltet in Richtung mehr Effizienz wird das Werk Leonding I.

Im Rahmen eines Effizienzsteigerungsprogrammes soll vor allem die Effizienz des Working Capital gesteigert werden. Darunter falle etwa alles, was mit Lagerhaltung zu tun habe. Das heurige Wachstum soll mit einer stabilen Mitarbeiterzahl erfolgen. Per Ende 2014 waren im Rosenbauer-Konzern 2.941 Mitarbeiter beschäftigt, um 290 mehr als Ende 2013. Gewachsen sei der Personalstand vor allem an den fertigungsnahen Standorten in Österreich, den USA und Saudi Arabien. Zusätzlich waren rund 275 Leasing-Mitarbeiter beschäftigt.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014 stieg der Rosenbauer-Konzernumsatz um 6 Prozent auf einen Rekordwert von 784,9 Mio. Euro. Das Betriebsergebnis (EBIT) erhöhte sich um 14 Prozent auf 48,4 Mio. Euro. Der Periodengewinn stieg um 19 Prozent auf 36,7 Mio. Euro. Die Dividende soll unverändert 1,2 Euro je Aktie betragen. Die Eigenmittelquote betrug 45,2 (34,2) Prozent. Der Verschuldungsgrad (Gearing) stieg auf 77,7 (25,9) Prozent und soll laut Finanzvorstand Günter Kitzmüller wieder auf unter 50 Prozent sinken.

Im Segment Österreich stieg der Umsatz auf 512,5 (503,8) Mio. Euro, rund die Hälfte davon entfällt auf das Exportgeschäft. Das Ergebnis ging zurück, was Rosenbauer auf die Anlaufkosten im neuen Werk Leonding und höhere Standortkosten zurückführt.

Die F&E-Quote stieg von 2,3 auf 2,9 Prozent. Punkten will Rosenbauer heuer auf der Feuerwehrmesse Interschutz in Hannover unter anderem mit der Weltpremiere der neuen Generation des Flughafenlöschfahrzeuges Panther sowie einem Großtanklöschfahrzeug, das mit einem Höchstgewicht von 68.000 Kilo und einem Wassertank mit 33.000 Litern ausgestattet ist.

Wien/Linz (APA) - Der in Frankfurt börsennotierte österreichische Softwarehersteller Fabasoft hat den Umsatz in den ersten neun Monaten 2017/18 um 14,5 Prozent auf 24 Mio. Euro verbessert. Beim Nettogewinn gab es gar eine Verdoppelung von 1,48 auf 3 Mio. Euro. Das Unternehmen hat zuletzt auch Mitarbeiter aufgebaut.
 

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Fabasoft mit neuen Behördenaufträgen, Kapital angehoben

Unterföhring (APA/dpa) - Der Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 hat einen Branchenneuling zum neuen Chef gekürt. Der Aufsichtsrat ernannte den früheren Chef des britischen Staubsauger-Herstellers Dyson, Max Conze, am Mittwoch zum Nachfolger des vorzeitig abgelösten Thomas Ebeling.
 

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Staubsauger-Vertreter Conze ProSiebenSat.1-Chef

Luxemburg (APA/dpa) - Bereitschaftsdienste, bei denen Arbeitnehmer innerhalb kurzer Zeit für einen Einsatz zur Verfügung stehen müssen, zählen als Arbeitszeit. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg am Mittwoch entschieden.
 

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EuGH: Bereitschaftsdienste mit rascher Anwesenheit sind Arbeitszeit