Rocket Internet wächst dank Essenslieferdiensten

Berlin - Die deutsche Startup-Schmiede Rocket Internet setzt ihren Expansionskurs nach dem Börsengang fort. Seit dem Marktdebüt im Oktober sei der Wert des Firmenportfolios um zwei Milliarden auf nunmehr 4,6 Mrd. Euro gestiegen, teilte das Berliner Unternehmen am Dienstag mit. Dazu hätten vor allem Investitionen in Essenslieferdienste beigetragen.

Ziel von Rocket sei es nun, die Anteile der Beteiligungen zu Mehrheiten auszubauen, kündigte Rocket-Chef und -Mitgründer Oliver Samwer an. Beim Kochbox-Anbieter HelloFresh und dem Essens-Dienst Foodpanda sei dies 2015 bereits gelungen, beim Online-Händler Home24 stehe man kurz davor. Damit Rocket Umsätze von Beteiligungen selbst buchen kann, muss der Anteil bei mindestens 50 Prozent liegen. In Österreich ist Rocket Internet via Delivery Hero am Online-Essenslieferdienst Mjam beteiligt.

Unter dem Strich machten Rocket im vergangenen Jahr Kosten im Zusammenhang mit dem Börsengang und fehlende Verkäufe von Beteiligungen zu schaffen. Deswegen fiel ein Verlust von 20,2 Mio. Euro nach einem Gewinn von 174,2 Mio. Euro im Vorjahr an, als Anteile am Online-Modehändler Zalando veräußert wurden. Der Umsatz stieg 2014 dank des Wachstums bereits konsolidierter E-Commerce-Unternehmen in Brasilien um 43 Prozent auf 104 Mio. Euro. Die Aktie im nur schwach regulierten Entry Standard fiel im Handel um rund zwei Prozent.

Rocket nutzt bewährte Internetgeschäftsmodelle und überträgt sie auf neue Märkte vor allem in Schwellenländern und Europa, um sie dort groß zu machen. Seit der Gründung 2007 hat das Unternehmen sein Portfolio auf mehr als 100 Startups in 110 Ländern ausgebaut. 2015 sollen laut Samwer zehn weitere Jungfirmen hinzukommen. Dank eines Bargeldbestands von 1,4 Milliarden Euro im April dürfte zunächst genügend Geld für Investitionen vorhanden sein.

Zuletzt hatte Rocket seine Firmenstruktur vereinfacht: Modehändler wie Dafiti und Zalora wurden genauso zu einem Geschäftsbereich zusammengefasst wie die Essenslieferdienste. Von diesen kündigte Delivery Hero am Dienstag an, für umgerechnet fast 530 Mio. Euro den türkischen Wettbewerber Yemeksepeti zu kaufen. An Delivery Hero hält Rocket 40 Prozent. Weitere bekannte Firmen aus dem Rocket-Imperium sind die Online-Möbelhändler Westwing und Home24, die beide als mögliche Börsenkandidaten gehandelt werden.

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

Bonität

Steyr Motors fährt in die Pleite - und will neu durchstarten

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Wirtschaft

EZB-Chef Draghi: Über Reformen und das Ende von Anleihenkäufen

Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

Newsticker

Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte