Roboter-Geldanlage im Internet breitet sich langsam aus

Frankfurt/München (APA/dpa) - Automatisierte Online-Geldanlage breitet sich allmählich auch in Deutschland aus. Einzelnen Anbietern wie dem Marktführer Scalable Capital verhilft dies zu einem starken Wachstum. So betreut der Münchner Online-Vermögensverwalter inzwischen mehr als eine Mrd. Euro, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Damit gelingt dem Finanz-Start-up der Sprung in eine international relevante Größenordnung. Insgesamt ist der Markt für Roboter-Anlagen hierzulande aber mit einem Volumen von mehr als zwei Mrd. Euro klein, wie neue Zahlen der Analysefirma Barkow Consulting zeigen.

Die erreichte Marke zeige, "dass es echte Nachfrage nach digitaler Vermögensverwaltung gibt", meinte Scalable-Mitgründer Erik Podzuweit. Das Unternehmen war vor zweieinhalb Jahren an den Start gegangen und profitierte von Kooperationen, etwa mit der Direktbank Ing-Diba.

Bei Anlage-Robotern geben Sparer zunächst an, welche Anlagezeiträume und welche Risikoneigung sie haben. Danach wird das Geld über Fonds und mehrere Anlageklassen wie Aktien, Anleihen oder Immobilien investiert. Manche Anbieter passen das Portfolio automatisch an, wenn Börsenrisiken wachsen oder Sparziele verletzt werden könnten. Die Firmen versprechen langfristig meist vier bis sechs Prozent Rendite pro Jahr bei Gebühren von unter einem Prozent.

Digitale Vermögensverwalter könnten sinnvoll sein für Anleger, die ihr Geld in ein Wertpapier-Portfolio investieren wollten, sagt Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Ihnen könnten sie bei der Auswahl helfen und das Geld im Idealfall breit und günstig anlegen. Ein Wertpapier-Portfolio sei aber nicht für jeden Bedarf die richtige Lösung: "Wer etwa hohe Schulden hat, ist besser beraten, diese stattdessen rascher abzuzahlen." Als Alternative eigneten sich zudem einfache Fonds-Sparpläne.

Online-Vermögensverwaltung gilt in Deutschland als zukunftsträchtig, kommt aber nur schleppend in Fahrt. Die meisten der gut 30 Firmen - gerade Start-ups - tun sich noch schwer, Sparer anzulocken. Auch die Angebote etablierter Banken blieben bisher eine Nische. In den USA hingegen verwalten manche Anbieter je mehr als 10 Mrd. Euro. Das deutsche Gesamtvolumen von über zwei Mrd. Euro entspreche nur 0,2 Prozent des Vermögens von Privatanlegern in Aktien, Anleihen und Fonds, sagt Barkow. "Es ist reichlich Platz für Wachstum."

Zudem konzentriere sich das betreute Roboter-Vermögen in Deutschland auf wenige Firmen. Dazu zählen neben Scalable die Commerzbank-Tochter Comdirect, cominvest, Quirion von der Privatbank Quirin und Liqid aus der Vermögensverwaltung der Milliardärsfamilie Quandt.

Auch die Beratungsgesellschaft Oliver Wyman erwartet, dass sich automatisierte Online-Geldanlage in Deutschland mittelfristig stark ausbreitet. Sie rechnet mit einem Volumen von 35 Mrd. Euro bis 2021. Das wäre rund das 17-fache von heute - aber nur ein Bruchteil der Beträge, die für die USA in Geldanlage-Robotern erwartet werden.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro