RHI Magnesita denkt über Erweiterung der Werke in Österreich nach

Wien (APA) - Für den aus der Fusion der österreichischen RHI mit der brasilianischen Magnesita entstanden Feuerfestkonzern RHI Magnesita läuft das Geschäft gut, insbesondere an den österreichischen Standorten. Sie laufen in Vollauslastung. In den Werken Hochfilzen, Breitenau und Radenthein sei man dabei, "Erweiterungen anzuschauen", sagte Unternehmenschef Stefan Borgas am Dienstag im Gespräch mit der APA.

Dabei sei man "in Radenthein schon relativ weit, in Hochfilzen und Breitenau sind wir auch bei konkreten Überlegungen". In der Veitsch seien vor einer Investition noch Produktivitätsprobleme zu lösen. "Ich hoffe doch sehr, dass noch in diesem Jahr eine Entscheidung fallen wird", so Borgas auf Nachfrage. Über die Größenordnung der Investition lasse sich allerdings noch nichts Konkretes sagen.

Große Pläne hat Borgas für Radenthein mit seinen gut 300 Mitarbeitern. Dort soll das Konzernzentrum für Digitalisierung und "Industrie 4.0" entstehen. Es gehe darum, die ganze Wertschöpfungskette zu digitalisieren. Letztlich wolle man bei jedem Produkt, das ausgeliefert wird, genau wissen "welches Mineral aus welchem Berg in welchem Gerät bei welchem Kunden landet". Vor allem wolle man wissen, wie sich beim Kunden die Produktivität verbessern lässt. Man entwickle gerade einen "digitalen Fingerabdruck" der fertigen Produkte, um alle Details der Herstellung mit der Produktivität in Verbindung bringen zu können.

Borgas kann dem Vergleich mit der Lebensmittelindustrie, wo der Kunde wissen soll, von welchem Rind sein Schnitzel kommt, viel abgewinnen. "Aber wir wollen dann auch noch wissen, wie reagiert der menschliche Körper auf das Schnitzel von ebendiesem Tier." Erst wenn man diesen letzten Schritt auch noch verstehe, werde es wirklich interessant.

Radenthein sei technologisch relativ weit, habe eine "pfiffige, junge, interessierte Mannschaft" und eine relativ große Produktvielfalt. Außerdem verstehe der Betriebsrat die Notwendigkeit und sei dafür offen, die Arbeitsprozesse an die neuen Bedingungen anzupassen. Gearbeitet werde ohnehin rund um die Uhr, aber es gehe um andere Abläufe, die Automatisierung mancher Prozesse, um neue Dinge zu ermöglichen, die dafür nötige Qualifikation und fallweise Jobwechsel. Das gehe gemeinsam mit den Mitarbeitern in Radenthein gut. 95 Prozent der Produkte aus Radenthein werden exportiert, insbesondere Kunden aus Schwellenländern seien an den Automatisierungen interessiert, wohl weil sie "nicht die Belastungen aus der Vergangenheit" haben, so Borgas.

RHI Magnesita hat im ersten Quartal Umsatz und Gewinn deutlich erhöht. Der Umsatz betrug 745 Mio. Euro, das operative EBITA 113 Mio. Euro, wobei das EBITA (operativer Gewinn vor Amortisationen) derzeit praktisch mit dem EBIT gleichzusetzen sei, da die Amortisationen noch sehr klein sind, so Borgas. Für den UK-Markt sei das EBITA die entscheidende Kenngröße. Borgas streicht besonders heraus, dass schon im ersten Quartal knapp 10 Mio. Euro an Synergien aus der Fusion verbucht worden seien, das Jahresziel von 40 Mio. werde wohl deutlich übertroffen, da die Synergien Quartal für Quartal wachsen.

Für 2018 ist RHI Magnesita grundsätzlich optimistisch. Sorge bereiten die drohenden US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium, noch mehr aber ein denkbarer Handelskrieg zwischen den großen Staaten "nicht so sehr, weil es unser Geschäft direkt beeinflusst, sondern weil es unseren Kunden weh tut, und wenn es unseren Kunden schlechter geht, geht es uns auch nicht gut". Das sei ein Szenario, mit dem man sich auseinandersetzen müsse, auch wenn sich die "politischen Spieler bemühen, das in den Griff zu bekommen". Aber "wir als kleine österreichische Firma müssen da warten, was die großen Herren in den Hauptstädten dieser Welt entscheiden".

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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Novartis investiert 200 Mio. Euro in Tiroler Standorte

Rom/Menlo Park (APA) - Nachdem die US-Internetriesen Google und Amazon wegen vermuteter Steuerhinterziehung ins Visier der italienischen Justiz geraten sind, hat sich Facebook mit Italiens Steuerbehörden auf die Zahlung von 100 Mio. Euro geeinigt, um ein Steuerverfahren abzuschließen. Die Mailänder Justiz hatte dem E-Commerce-Riesen Steuerhinterziehung in Höhe von 300 Mio. Euro vorgeworfen, so italienische Medien.
 

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Facebook einigt sich mit italienischem Fiskus und zahlt 100 Mio. Euro