Rene Benko schließt weitere fünf Karstadt-Warenhäuser

Der Wiener Immobilienunternehmer Rene Benko kündigt 540 Beschäftigte. Nach Angaben des Betriebsrat hat Benko samt Geschäftsführung nun das Vertrauen bei der Belegschaft verspielt. Sie hatten bisher die Hoffnung, der neue Investor würde nicht nur mit den Immobilien spekulieren, sondern sich auch Interesse am Warenhausgeschäft haben.

Essen Die kriselnde deutsche Kaufhauskette Karstadt, im Eigentum des Wiener Immobilienunternehmer Rene Benko, setzt erneut den Rotstift an: Der Aufsichtsrat beschloss am Dienstag, im Jahr 2016 fünf weitere Filialen zu schließen. Für die Standorte in Recklinghausen, Bottrop, Dessau, Neumünster und Mönchengladbach-Rheydt gebe es "keine Zukunftsperspektive", teilte das Unternehmen mit. Bereits heuer machen sechs Filialen dicht.

Das Unternehmen begründete die Schließungen unter anderem mit einer seit Jahren negativen Umsatz- und Ergebnisentwicklung der Standorte. Nach Gewerkschaftsangaben sind von den Schließungen 540 Beschäftigte betroffen. Karstadt hat derzeit noch rund 16.000 Beschäftigte.

"Ohne zum Teil sehr schmerzliche Entscheidungen, wie die Schließung von Filialen ohne strategische Perspektive, können wir die Gesundung des Gesamtunternehmens nicht sichern", teilte Karstadt-Chef Stephan Fanderl mit. Weiter hieß es: "Diese Standorte haben, insbesondere aufgrund von erheblichen lokalen Nachteilen und struktureller Standortgegebenheiten trotz aller Bemühungen der letzten Monate keine Zukunftsperspektive." Karstadt nannte außerdem als gravierenden Nachteil der fünf Standorte einen steigenden Wettbewerbsdruck durch teils innerstädtische Einkaufscenter. Auch die Bevölkerungsentwicklung und die Kaufkraft seien rückläufig.

Nach dem Beschluss sollen die Filialen in Bottrop und Dessau zum 31. März 2016, die Standorte in Recklinghausen, Neumünster und Mönchengladbach-Rheydt zum 30. Juni 2016 geschlossen werden.

"Das ist ein bitterer Tag für die Beschäftigten von Karstadt", sagte der Gesamtbetriebsrats-Vorsitzende von Karstadt, Hellmut Patzelt. "Mit dem heutigen Tag ist Vertrauen in die Eigentümer und die Geschäftsführung von Karstadt verloren gegangen." Bisher bestehe der Kurs der neuen Karstadt-Eigentümer und der Geschäftsführung vor allem aus einer rigiden Spar- und Kürzungspolitik auf dem Rücken der Mitarbeiter. "Wir haben für diesen Schritt kein Verständnis", kritisierte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Der neue Besitzer der Karstadt Warenhaus GmbH, der österreichische Immobilieninvestor Rene Benko, habe erneut die Chance vertan zu zeigen, dass er ein wirkliches Interesse am Warenhaus-Geschäft habe. Die Eigentümer stellten erneut die Verwertung der Immobilien in den Vordergrund.

Insgesamt hat Karstadt derzeit noch 83 Warenhäuser. Die Schließung von zwei Warenhäusern in Hamburg-Billstedt und Stuttgart war bereits angekündigt worden. Nun kommen fünf weitere Filialen hinzu, die Karstadt dicht macht. Die Warenhauskette steckt seit Jahren in der Krise.

Die Beschäftigten der Filiale in Recklinghausen waren nach dpa-Informationen aus Belegschaftskreisen bereits am Montagabend über die Schließungspläne für das Haus informiert worden.

Brüssel (APA) - Österreichs Schulden sind im zweiten Quartal des Jahres auf 76,5 Prozent des BIP gesunken. Im Vergleichszeitraum 2017 waren es noch 81,0 Prozent. In der Eurozone ging der Schuldenstand im Jahresabstand von 89,2 auf 86,3 Prozent zurück. In der EU verringerte er sich von 83,4 auf 81,0 Prozent, geht aus jüngsten Daten von Eurostat vom Dienstag hervor.
 

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Österreichs Schulden auf 76,5 Prozent des BIP gesunken

Wien (APA) - In Österreich ist seit Ende 2016 die Nachfrage nach Unternehmenskrediten aufgrund der guten Konjunktur stark gestiegen. Dieser Trend habe sich zuletzt jedoch abgeschwächt und könnte bis Ende des Jahres ein Plateau erreichen. Die Entwicklung im Privatkundengeschäft verlaufe vergleichsweise moderater, schreibt die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) in einer Aussendung am Dienstag.
 

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OeNB: Nachfrage nach Unternehmenskrediten erreicht neue Höhen

Brüssel (APA) - Österreich konnte im zweiten Quartal des Jahres einen Budgetüberschuss von 1,2 Prozent des BIP einfahren. Im Vergleichszeitraum 2017 hatte es noch ein Defizit von 1,9 Prozent gegeben. Die Eurozone konnte ihr Minus im Jahresabstand von 1,4 auf 0,1 Prozent verringern. Die EU verbesserte sich von -1,5 auf -0,3 Prozent.
 

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Österreich mit 1,2 Prozent Budgetüberschuss im zweiten Quartal 2018