Renault mit erhöhten Abgaswerten - aber "kein Betrug"

Frankreich hat beim Autohersteller Renault und zwei nicht-französischen Marken Überschreitungen von Abgas-Normen bei Dieselfahrzeugen festgestellt. Das verkündete Umweltministerin Segolene Royal am Donnerstag. Es gäbe allerdings keine Anzeichen dafür, dass in den Fahrzeugen Manipulationssoftware verwendet wurde, so Royal: "Es gibt keinen Betrug bei Renault."

Der französische Autoriese Renault hat am Donnerstag eine Razzia der französischen Behörden bestätigt, die dem Autohersteller den größten Kurssturz der Firmengeschichte eingebrockt hat. Die Aktien des französischen Autobauers fielen zeitweise um knapp 23 Prozent auf 67 Euro je Stück. Damit büßte das Unternehmen innerhalb weniger Minuten rund 5 Mrd. Euro an Börsenwert ein. Seit Mittag erholte sich die Aktie wieder leicht und hat am Donnerstag mit einem Minus von 10,28 Prozent, bei 77,75 Euro geschlossen. Renault habe akzeptiert, kommende Woche vor einer Kommission Lösungen vorzuschlagen.

Ermittler der französischen Antibetrugs- und Wettbewerbsbehörde DGCCRF des Wirtschaftsministeriums haben an drei Standorten, darunter der Firmensitz in einem Vorort von Paris, Durchsuchungen durchgeführt, so Renault in einer Aussendung. Nach Angaben der französischen Gewerkschaft CGT sollen Ermittler "Computer mehrerer Direktoren" mitgenommen haben, unter anderem aus der für Motorentests zuständigen Abteilung. "Mehrere Mitarbeiter haben die Ermittler auf Computern der Direktoren arbeiten sehen", sagte CGT-Vertreter Florent Grimaldi dem Sender BFM TV.

Nach Angaben von Frankreichs Wirtschaftsminister Emmanuel Macron ist Renault wegen seiner Abgaswerte nicht speziell im Visier der französischen Behörden. "Es gibt nichts Besonderes in Hinblick auf Renault", sagte Macron am Donnerstag in Berlin, wo er gerade zu einem Arbeitsbesuch weilte. Die Situation von Renault sei "keinesfalls" mit der Situation von VW vergleichbar, so der Minister weiter. Es sei lediglich bekannt geworden, dass seine Behörden bei Renault wie auch bei anderen Autoherstellern die Informationspolitik gegenüber den Kunden prüfe. "Das ist eine normale Arbeit unserer Behörden", sagte Macron. Die französische Regierung hatte nach der VW-Abgasaffäre stichprobenartige Tests bei 100 Fahrzeugen angeordnet.

Im Rahmen der Untersuchungen "untersucht die GGCCRF aktuell verschiedene Renault Unternehmens- und Entwicklungsstandorte, um die Ergebnisse der unabhängigen Prüfkommission abschließend zu validieren", so Renault. Nach dem Volkswagen-Skandal hatte Renault angekündigt, 50 Millionen Euro zu investieren, um Diskrepanzen zwischen getesteten und realen Abgaswerten zu reduzieren.

Volkswagen hatte mithilfe einer Software Abgastests bei Dieselfahrzeugen manipuliert. Seit dem Bekanntwerden des Skandals steht auch die Konkurrenz unter besonderer Beobachtung. Renault-Rivale Peugeot erklärte, nicht von Betrugsermittlern durchsucht worden zu sein. Die Ermittlungen bei Renault sorgten jedoch in der gesamten Autobranche für Verunsicherung.

Die bei Mercedes eingesetzten Diesel-Motoren von Renault enthalten nach Aussage von Daimler keine Software zur Abgasmanipulation. "Wir haben keinen Anlass, von unseren bisherigen Aussagen abzurücken: Wir setzen keine Defeat Devices ein", sagte ein Daimler-Sprecher am Donnerstag. "Renault hat uns versichert, dies ebenfalls nicht zu tun." Mercedes nutzt in einigen Fahrzeugen Motoren von Renault.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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