Reiseveranstalter kann für "fremde" Zusatzangebote haftbar sein

Wien - Ein Reiseunternehmer haftet für eine am Urlaubsort gebuchte Zusatzleistung zu einer Pauschalreise, wenn der Urlauber davon ausgehen muss, dass es sich um eine Eigenleistung des Unternehmens handelt. Das hat jetzt der Oberste Gerichtshof (OGH) entschieden und damit einer Klägerin recht gegeben, die vor sieben Jahren in der Karibik beim Aussteigen aus einem Boot gestürzt und verletzt worden war.

Die Frau zog sich einen Knorpelbruch im Kniegelenk zu, der "schicksalhaft" nicht heilte. Sieben Monate nach dem Unfall im Februar 2008 wurde die Filialleiterin einer Supermarktkette wegen langen Krankenstandes gekündigt, im März 2009 erhielt sie ein künstliches Kniegelenk, das im Herbst 2011 getaucht werden musste. Die Frau kann ihre ursprüngliche Tätigkeit nicht mehr ausüben und verdient in ihrem neuen Job, den sie seit Jänner 2011 hat, weniger als vor ihrem Unfall. Die Frau begehrte Schadenersatz für Schmerzen, Behandlungskosten und Verdienstentgang.

Den Bootsausflug hatte die Touristin in der Dominikanischen Republik gebucht. Der Bootstrip war auf einem "Wochenprogramm" mit Logos des Pauschalreiseveranstalters angeboten worden, im Rahmen der Buchung bei der Reisebetreuerin des Reiseveranstalters erfuhr die Urlauberin nicht, wer den Ausflug veranstaltete und dass der Pauschalreiseveranstalter nur als Vermittler fungierte. Als die Passagiere an einem flachen Strand aus dem Boot aussteigen sollte, wurde es von einer Welle erfasst. Die Frau kam auf einer rutschigen Stufe zu Sturz, weil niemand nahe genug stand, um ihr zu helfen. Außerdem war die Ausstiegsstelle im Boot nicht sorgfältig genug gewählt.

"Ein Reiseunternehmen haftet bei unterlassener Offenlegung seiner Vermittlerstellung als Reiseveranstalter 'kraft Anscheins'", hielt der OGH fest. Das heißt, bei einer am Urlaubsort gebuchten Zusatzleistung zu einer Pauschalreise kommt es darauf an, ob der Eindruck erweckt wird, die beworbenen Zusatzangebote seien Eigenleistungen des Reiseveranstalters.

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Kundl/Langkampfen/Basel (APA) - Der Novartis-Konzern investiert 200 Mio. Euro in die beiden Produktionsstandorte im Tiroler Schaftenau und in Kundl (beide Bezirk Kufstein). Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Daniel Palmacci, Leiter der Novartis Produktionsbetriebe in Österreich, bezeichnete dies als "ein starkes Bekenntnis" der Zentrale in Basel in die Kompetenz und Qualität der Standorte in Tirol.
 

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