Reiseveranstalter setzen 2018 wieder auf Griechenland

Wien/Köln (APA) - Die Angst vor Terroranschlägen und Naturkatastrophen hält die Österreicher nicht vom Reisen ab - sie wählen aber verstärkt Urlaubsziele, an denen sie sich zumindest sicher fühlen. Die Türkei wird nach wie vor gemieden, Griechenland und Spanien boomen, wie die beiden größten heimischen Reiseveranstalter TUI und Rewe Austria Touristik (ITS Billa Reisen) unisono berichten. Auch 2018 soll das so sein.

Dabei war Griechenland, die nunmehrige Hoffnungsdestination von TUI, Rewe, Thomas Cook & Co, zwischen 2011 und 2016 noch eines der größten Sorgenkinder der Branche - Stichwort Schulden- und Flüchtlingskrise. "Die Menschen vergessen schnell", sagte Rewe-Austria-Touristik-Chef Martin Fast im Gespräch mit der APA. Sobald die Berichte über abschreckende Ereignisse wie ein Attentat, einen Putsch oder eine Überflutung in den Medien abebbten, steige die Nachfrage nach einem Reiseziel allmählich wieder.

Nach immensen Buchungszuwächsen in Griechenland und Spanien im heurigen Jahr haben die großen Urlaubsanbieter ihre Kapazitäten auch für die Sommersaison 2018 noch einmal kräftig aufgestockt. "In Richtung Griechenland haben wir um ein Drittel mehr garantierte Flugplätze", so Fast. Die TUI hat ihre Flugkapazitäten dorthin um 20 Prozent erhöht.

Als hartnäckiges "Brennzielgebiet", so der Rewe-Touristik-Chef, erweist sich indes die Türkei. Knapp eineinhalb Jahre nach dem Putsch und angesichts der Spannungen zwischen einer ganzen Reihe westlicher Staatschefs und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ist die Lust auf Urlaub dort gegen null gesunken. "Auch die derzeitige Regierungsbildung in Österreich wirkt sich aus - das wird mitentscheidend sein", ist Fast überzeugt. Denn allfällige Missstimmungen zwischen den Regierungsspitzen drückten auf die Buchungsfreudigkeit der Österreicher in Richtung Türkei. Das sei ein psychologischer Effekt.

"Dabei ist das Produkt gut - die türkischen Hoteliers hatten in den letzten zwei Jahren echt zu kämpfen", so der Geschäftsführer. Durchbeißen muss sich aber auch sein Reisekonzern: Im Sommer 2016 waren die Buchungsumsätze der Rewe Austria Touristik in der Türkei gegenüber dem Jahr davor um 75 Prozent eingebrochen, Anfang des heurigen Jahres sackten sie noch einmal um 40 Prozent ab; doch unter dem Strich stieg der Reiseanbieter 2016/17 (per Ende Oktober) in der Destination mit einem Minus von nur noch 7 Prozent aus.

Das war extrem kurzentschlossenen Urlaubern zu verdanken: "Im Ultra-Last-minute-Bereich war man wieder bereit, die Türkei zu buchen - noch dazu, wo alternativ alles voll war", berichtete Fast. Zudem hatte der Reiseveranstalter betreffend Türkei nicht nur seine Erwartungen und Kapazitäten, sondern auch die Preise kräftig nach unten geschraubt - eine Woche Vollpension wurde um 299 Euro pro Person und Woche angeboten. Dennoch rangiert die Türkei bei der Rewe Austria Touristik nicht einmal mehr unter den Top-5-Zielen - in guten Zeiten lag das Land noch auf Platz zwei (hinter Griechenland). Beim Marktführer TUI hingegen erholten sich die Türkei-Buchungen diesen Sommer - freilich von einem extrem niedrigen Niveau aus - um mehr als 30 Prozent.

Unter dem Strich war aber auch bei der TUI Griechenland diesen Sommer die meistgebuchte Destination - mit einem Umsatzplus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Parallel zum weiteren Ausbau des Angebots in Richtung Hellas und Spanien für 2018 hofft der Branchenführer aber auch auf eine zunehmende Erholung der Türkei-Nachfrage. "Ich glaube, die Türkei wird nächstes Jahr einen kleinen Schritt in Richtung Normalität machen", sagte TUI-Österreich-Chefin Lisa Weddig kürzlich. Die Flugkapazitäten dorthin hat Österreichs größter Reiseveranstalter für 2018 jedenfalls schon mal vorsorglich verdoppelt.

Wien (APA) - Der frühere Obmann des Rings freiheitlicher Studenten (RFS), Alexander Schierhuber, wird per 1. Juni einer von vier Geschäftsführern der Breitspur Planungsgesellschaft mbH. Einen entsprechenden Online-Bericht der "Presse" bestätigte das von Norbert Hofer (FPÖ) geführte Infrastrukturministerium auf APA-Anfrage. Schierhuber ist schlagender Burschenschafter beim Akademischen Corps Saxonia zu Wien.
 

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Ex-RFS-Chef Schierhuber wird Breitspurbahnplanungs-Geschäftsführer

Auburn Hills (Michigan) (APA/dpa) - Der Autobauer Fiat Chrysler hat in den USA rund 4,8 Millionen Autos wegen Softwareproblemen zurückgerufen. Konkret gehe es um mögliche Fehlfunktionen im Zusammenhang mit den Geschwindigkeitsreglern, die behoben werden müssten, teilte das Unternehmen am Freitag in Auburn Hills mit. Betroffen seien unter anderem Fahrzeuge der Marken Chrysler Sedan, Cherokee und Ram Pickups.
 

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Softwareprobleme: Fiat Chrysler ruft in den USA 4,8 Mio. Autos zurück

Brüssel (APA/dpa) - In Europa gelten seit Freitag einheitliche Datenschutzregeln. Nach zweijähriger Übergangsfrist ist die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) nun in allen 28 EU-Staaten in Kraft getreten. Sie setze "einen weltweiten Datenschutz-Standard, und darauf können wir alle stolz sein", sagte EU-Justizkommissarin Vera Jourová am Freitag in Brüssel. "Sie bringt konkreten Nutzen für Bürger ebenso wie für Unternehmen."
 

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DSGVO verbessert Datenschutz - Erste Beschwerden gegen US-Konzerne