Reiche Araber kaufen die Villen am Bosporus auf

Istanbul (APA/AFP) - Das Ufer des Bosporus zählt zu den schönsten und begehrtesten Wohnlagen in Istanbul, doch wegen der aktuellen wirtschaftlichen Probleme in der Türkei sind viele Eigentümer gezwungen, die Villen zu Geld zu machen. Rund 60 der 600 Yali genannten Villen am Bosporus-Ufer stehen derzeit zum Verkauf. Viele der Interessenten sind reiche Araber, da sie das nötige Kleingeld für den Erwerb der Anwesen haben.

Seit einer Gesetzesreform winkt ihnen zudem ein türkischer Pass beim Kauf einer Immobilie.

Fast alle Kaufinteressenten seien reiche Araber aus Katar und anderen Golfstaaten, sagen Makler. Ihnen komme zugute, dass die türkische Lira seit Jahresbeginn massiv an Wert verloren hat. "Mit dem Verlust der Lira ist Istanbul zum Paradies für Leute vom Golf mit hoher Kaufkraft geworden", sagt Hamed Elhamian von Anka-Invest. Sie glaubten, dass die Lira bald wieder steigen wird und ihre Investitionen an Wert gewinnen werden.

"Unsere Kunden stammen vor allem aus Ländern im Mittleren Osten. Wir haben Leute aus Aserbaidschan und dem Iran, doch vor allem aus Katar", sagt auch der Makler Ugur Ayhan. Das Interesse der Türken an Immobilien sei gerade sehr gering. Laut Elhamian setzen viele Eigentümer und Entwickler daher auf Ausländer, die nach Immobilien für mehr als 250.000 Dollar (216.000 Euro) suchten, um die türkische Staatsbürgerschaft zu bekommen.

Denn seit einem Dekret im September können Ausländer bereits beim Kauf von Häusern und Wohnungen im Wert von 250.000 Dollar einen türkischen Pass erhalten. Vor der Gesetzesreform mussten sie dafür 1 Mio. Dollar investieren. Für Iraner etwa ist es mit einem türkischen Pass viel leichter, in andere Länder zu reisen. Allerdings bemerkt Ayhan, dass für einen Yali am Bosporus deutlich höhere Summen nötig sind.

"Es ist unmöglich, ein Luxusappartement, geschweige denn einen Yali für 250.000 Dollar zu erwerben", sagt der Makler. Um eine der größeren Villen zu bekommen, müssen Käufer schon mal -zig Millionen Dollar locker machen. Für viele Araber seien die Villen diesen Preis aber wert, da "ein Bosporus-Anwesen ein Symbol der Macht und von unverwechselbarer Schönheit ist", wie die Maklerin Pinar Ayikcan Tuna sagt.

Die traditionellen Holzvillen am Bosporus, die im 19. Jahrhundert von der osmanischen Elite und reichen Kaufleuten als Sommerhäuser gebaut wurden, sind den Arabern durch Romane und die türkischen Fernsehserien bekannt. Besonders die in der arabischen Welt äußerst erfolgreiche Serie "Ask-i-Memnu" (Verbotene Liebe) trug zur Bekanntheit der Yalis bei, da sie weitgehend in einer Villa am Bosporus gedreht wurde.

"Diese Seifenopern sind tatsächlich unsere beste Werbung im Ausland", sagt Tuna. Auch sie registriert steigendes Interesse für die malerischen Anwesen am Bosporus. Dabei stehen viele der historischen Villen unter Denkmalschutz, so dass die Eigentümer für Änderungen die Zustimmung der Behörden benötigen und die Gebäude im Originalzustand erhalten müssen. Doch den Bosporus hinter der Gartenmauer gibt es eben nicht umsonst.

Memphis (Tennessee) (APA/Reuters) - US-Präsident Donald Trump hat nach der Kritik an dem von ihm benannten Führungspersonal der Notenbank Widerspruch aus den Reihen der Währungshüter geerntet. Trump hatte die Zentralbank Fed für verrückt erklärt und die von ihm getroffene Personalauswahl als "nicht so glücklich" bezeichnet.
 

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Trumps scharfe Kritik an Währungshütern löst Widerspruch bei Fed aus

Stuttgart (APA/dpa) - Der deutsche Autobauer Porsche braucht mehr Personal für den Bau seiner Elektroautos. Für die Serienfertigung des Mission E Cross Turismo will der Sportwagenhersteller noch einmal 300 Stellen am Stammsitz in Stuttgart-Zuffenhausen schaffen, wie Porsche-Chef Oliver Blume am Donnerstag in Nürtingen beim Branchengipfel der Hochschule für Automobilwirtschaft ankündigte.
 

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Porsche stellt noch mehr Mitarbeiter für E-Auto-Produktion ein

Riad (APA/dpa) - Zu seiner großen Investmentkonferenz in Riad wollte Saudi-Arabien kommende Woche die Größen der Finanzwelt und Eliten der internationalen Wirtschaft in die Ölmonarchie locken. Doch das Verschwinden und die mutmaßliche Tötung des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi hat einen dunklen Schatten auf die aufwendig inszenierte Veranstaltung geworfen.
 

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"Future Investment Initiative" - Riads Plattform für Geldgeber