Regierung in Athen strebt 2015 "neue Beziehung" zu Geldgebern an

(APA/AFP) - Die griechische Regierung beharrt auf ihrem Vorhaben, die Beziehung zu den internationalen Geldgebern 2015 von Grund auf neu zu gestalten. Es müsse eine Übergangsperiode von "vielleicht sechs Monaten, vielleicht einem Jahr" geben, bevor Griechenland endgültig aus den strengen Verpflichtungen gegenüber den Gläubigern entlassen werde, sagte Finanzminister Gikas Hardouvelis am Montagabend.

Nach den bisherigen Planungen sollen die direkten Verpflichtungen gegenüber der Europäischen Union Ende 2014 ablaufen, während die Einbindung in ein Programm des Internationalen Währungsfonds (IWF) bis 2016 fortdauert.

Auf der internationalen Ebene bestehen Zweifel an der dauerhaften Stabilisierung der öffentlichen Finanzen in Griechenland. "Ein völlig sauberer Ausstieg ist höchst unwahrscheinlich", sagte ein EU-Vertreter am Montag in Brüssel. Es müsse geprüft werden, welche "anderen Optionen" es gebe. In jedem Fall müsse dies "in Form einer strukturierten und vertraglichen Beziehung" zwischen der Eurozone und Athen erfolgen. Damit wäre Griechenland weiter an bestimmte Vorgaben gebunden. Über die Frage beraten am Donnerstag die Finanzminister der Eurozone.

Hardouvelis bewertete es als positives Zeichen, dass "unsere Geldgeber auch über eine neue Beziehung sprechen". Dies zeige, dass sie "offen für einen Dialog" seien.

Griechenland hat seit dem offenen Ausbruch der Krise im Jahr 2010 insgesamt 240 Mrd. Euro über zwei internationale Hilfsprogramme erhalten. Im Gegenzug verpflichtete sich Athen zu einer rigiden Spar- und Reformpolitik, die im Land immer wieder für Proteste sorgt. Ministerpräsident Antonis Samaras hat klargestellt, dass seine Regierung so schnell wie möglich von der internationalen Kontrolle befreit werden will.

Das Hilfsprogramm über den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) läuft zum Jahresende aus. Damit Griechenland nicht weiter unter der strengen Aufsicht steht, will die Regierung in Athen ein drittes umfassendes Hilfsprogramm verhindern und das noch bis 2016 laufende Programm des IWF vorzeitig beenden.

In der Europäischen Union gibt es hingegen Überlegungen, dass die EU über das IWF-Programm weiter an der internationalen Überwachung der Finanzen beteiligt sein soll. Die Börsen hatten in den vergangenen Wochen zeitweise irritiert auf die griechischen Ankündigungen über eine Loslösung von der internationalen Kontrolle reagiert: Die Börsenkurse in Athen gingen auf Talfahrt, die Zinsforderungen für griechische Staatsanleihen schossen in die Höhe.

Siemens liefert den ÖBB zur Verwendung ab 2022 neue Züge. Der Rahmenvertrag dazu war im Juli bekanntgeworden, nun sind alle Einspruchsfristen abgelaufen und der Deal ist fixiert. Bis zu 700 Waggons für die Personenbeförderung im Wert von bis zu 1,5 Mrd. Euro können die ÖBB in dem Vertrag abrufen. Gebaut werden die Wagen im Siemens-Werk in Wien.
 

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Neue Siemens Züge für ÖBB ab 2022 in Betrieb

Eine schwache Nachfrage nach Graphikkarten für die Erzeugung von Kryptowährungen wie Bitcoin stimmt den US-Konzern Nvidia vorsichtig. Der Umsatz im laufenden Quartal werde wohl bei 3,25 Mrd. Dollar (2,9 Mrd. Euro), plus/minus zwei Prozent, und damit unter den von Analysten im Schnitt geschätzten 3,34 Milliarden liegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.
 

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Chiphersteller Nvidia steigerte Umsatz

Mehr als 1.000 Mitarbeiter von Google haben in einem Brief Bedenken gegen die Rückkehr des Suchmaschinen-Giganten nach China angemeldet. Die zensierte Suchmaschine mit dem Projektnamen "Dragonfly" (Libelle) werfe "dringende moralische und ethische Fragen auf", zitierte das US-Portal "The Intercept" am Donnerstag aus dem Schreiben an die Konzernführung, in dem auch mehr Informationen zu den Plänen gefordert werden.
 

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Protestbrief: Mitarbeiter von Google hinterfragen China-Pläne