RBI: Polbank-Verkauf ist nicht in Verzug - Erst Veräußerung, dann IPO

Wien - Der geplante Verkauf der RBI-Polen-Tochter Polbank mit einem anschließenden Börsengang des Warschauer Instituts ist "nicht in Verzug", sagte der Kommerzkunden-Vorstand der Raiffeisen Bank International (RBI), Peter Lennkh, am Freitag auf der Gewinn-Messe in Wien.

Erst werde man die Polbank teils veräußern und dann mit dem neuen Eigentümer gemeinsam an die Börse bringen. Denn allein mit einem Börsengang ließe sich "kein vernünftiger Preis erzielen, wenn man nicht weiß, was die Zukunft bringt".

Die Polbank hat ja als noch zu lösendes Problem ein hohes Volumen an Schweizer-Franken-Krediten im Portfolio, denn in Polen wird seit längerem ein Gesetz zur Zwangskonvertierung der Franken-Kredite diskutiert. Zunächst bleiben aber die Parlamentswahlen am 25. Oktober abzuwarten.

Die Franken-Kredite der Polbank würden derzeit sehr gut bedient, betonte Lennkh - zu 97 Prozent würden die Kreditnehmer für ihre Franken-Ausleihungen wie vereinbart die Raten zahlen, "wir haben dort nicht die Sorge des Kreditrisikos".

Lennkh räumte aber ein, dass die Franken-Kredit-Vergaben in diesem hohen Ausmaß im Osten "keine Glanzleistung der Banken" gewesen seien. "Heute würden wir nur viel kleinere Volumina vergeben." Denn man habe "die Wechselkursvolatilitäten unterschätzt, die Konsequenzen haben wir zu tragen". Allerdings wären mit Krediten in Lokalwährung mit seinerzeit 10 bis 15 Prozent Zinsen im Jahr die auch von der Regierung gewünschten Haus- und Wohnungsverkäufe der Polen nicht möglich gewesen.

Insgesamt liege die Non-Performing-Loan-Ratio der Kredite im RBI-Gesamtkonzern bei elf Prozent. Für diese elf Prozent sei aber zu zwei Drittel bereits durch Rückstellungen vorgesorgt worden - und diesen Rückstellungen stünden wiederum Sicherheiten gegenüber. Nur drei bis vier Prozent aller Kredite seien sozusagen nicht besichert. Das lasse ihn ruhig schlafen, so Lennkh: "Der Anteil notleidender Kredite sinkt, es kommen weniger neue non performing loans herein."

Ein anderes Thema sei die Anforderung zum Vorhalten von mehr Kapital durch die künftig höheren Kapitalanforderungen, sagte Lennkh - wo auch das Thema Polbank-Verkauf hineinspielt. Die von der RBI bis Ende 2017 angestrebte Kernkapitalquote von 12 Prozent - Ende Juni waren es 10,7 Prozent - soll ja ohne Kapitalerhöhung geschafft werden, hatte RBI-Chef Karl Sevelda vor eineinhalb Wochen in einem Interview gesagt.

Zur Erfüllung der Quote wird die Bank "kleiner gemacht", wie Lennkh heute erinnerte: Kleiner werde die RBI etwa in Asien, und auch die geplante Abgabe der Polbank zähle dazu. Trotz Eigenkapitalerfordernis solle der Polbank-Verkauf nicht "durchgepeitscht" werden, hatte Sevelda betont, ein Signing könne sich aber im 1. Halbjahr 2016 ausgehen.

In Russland verdiene die RBI heuer nach wie vor Geld und sei dort "die bestangesehene Bank - wir müssen für Einlagen bei uns viel weniger zahlen als staatliche russische Banken". In der Slowakei und Tschechien sei die wirtschaftliche Lage sehr gut, auch Ungarn laufe nicht schlecht. Rumänien halte sich sehr gut, der Westbalkan tue sich momentan aber etwas schwer. Insgesamt sei das Wirtschaftswachstum im Osten im Schnitt doppelt so hoch wie im Westen, sagte der Kommerzkunden-Vorstandsdirektor.

Russland - heute und 2016 - sowie vor allem die Ukraine erlebten aber eine Rezession; in der Ukraine habe die RBI den Großteil der Wertberichtigungen gebildet, "ich glaube nicht dass dort noch sehr viel Risiko auf uns zukommt". Am besten schlage sich aktuell Weißrussland mit nur 2 Prozent non performing ratio.

Frankfurt (APA/Reuters) - Die Lufthansa kann nach Einschätzung eines Experten noch in diesem Jahr mit der Genehmigung der EU-Kommission für den Kauf eines großen Teils der insolventen Air Berlin rechnen - aber nur unter harten Bedingungen. "Es wird Auflagen geben, die noch über die Abgabe von Slots hinausgehen dürften", erklärte Luftfahrtexperte Ulrich Schulte-Strathaus am Dienstag bei einer Branchenkonferenz in Frankfurt.
 

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Lufthansa muss mit harten EU-Auflagen rechnen

Dallas (Texas)/New York (APA/Reuters) - Der US-Telekomkonzern AT&T will nach dem Einspruch der US-Regierung die geplante milliardenschwere Übernahme des Medienkonzerns Time Warner vor Gericht durchboxen. AT&Ts Prozessanwalt Dan Petrocelli sagte dem Sender CNBC am Dienstag, dass das Fusionsvorhaben keine Bedrohung für die Verbraucher darstelle. Die Klage des Justizministeriums sei deshalb "töricht".
 

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AT&T-Anwalt will für Time-Warner-Kauf vor Gericht ziehen

Wien/Wels (APA) - Der oberösterreichische Industrielle Stefan Pierer hat über ihm nahestehende Gesellschaften seinen Anteil an der KTM Industries AG weiter aufgestockt. Die Pierer Industrie AG habe von Organen der KTM Industries AG sowie von der Gesellschaft nahestehenden Personen insgesamt 12,2 Mio. Aktien zu je 4,80 Euro/Aktie erworben. Das entspreche rund 5,42 Prozent des Grundkapitals.
 

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Pierer stockt bei KTM Industries auf