RBI mit verhaltenen Aussichten für Osteuropa-Banken, schwache Gewinne

Die Aussichten der Raiffeisen Bank International (RBI) für die Banken in Osteuropa sind verhalten, 2015 wird als weiteres Übergangsjahr gesehen. Verbesserungen in Rumänien und Ungarn reichen nicht für einen großen Turnaround. Negativ wirkt sich vor allem Russland aus, wo mit keiner raschen Erholung gerechnet wird, geht aus dem am Mittwoch präsentierten CEE Banking Sector Report hervor.

Die Profitabilität in der Region erreichte im Vorjahr demnach mit einer Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity) von 6,9 Prozent den niedrigsten Wert seit dem Jahr 2000. 2014 sei somit eines der schlechtesten Jahre gewesen, nur 2010/11 sei noch schlechter gewesen. Die Eigenkapitalrendite in CEE sei im ersten Quartal 2015 auf knapp über 5 Prozent gesunken, den schlechtesten Wert seit 1999 und liege damit nahe an jener der Banken der Eurozone von rund 5 Prozent, so Gunter Deuber, Head of CEE Research bei der RBI, am Mittwoch in einer Pressekonferenz. Der Unterschied müsste größer sein, um das Risiko abzubilden. Heuer und auch noch im kommenden Jahr wird mit einer weiter gedämpften Entwicklung gerechnet, dann könnten die Renditen wieder in den im hohen einstelligen bzw. niedrigen zweistelligen Bereich kommen.

Die Banken in der Region müssten auch ihre Kapitalpuffer vergrößern. Bei der einen oder anderen Bank sei eine Kapitalmaßnahmen oder auch Bilanzreduktionen wohl nicht auszuschließen. Die durchschnittliche Kapitalisierung (CET-1 Ratio) der führenden Auslandsbanken in Osteuropa - RBI, Erste Group und UniCredit - liege bei 11,3 Prozent, die großen westeuropäischen Banken gingen dagegen Richtung 13 Prozent.

Erwartet wird auch ein Rückzug der Banken, zumindest aus einigen Geschäftsfeldern. Es habe sich eine neue Realität im Bankengeschäft eingestellt, die alle Marktteilnehmer zu einer zumindest teilweisen Neuausrichtung ihrer Geschäftszweige zwingt", so RBI-Chef Karl Sevelda laut Pressemitteilung zur CEE-Studie. Es sei dennoch nach wie vor richtig und wichtig, im CEE-Bankenmarkt tätig zu sein.

Der Wettbewerb zwischen den großen grenzüberschreitend tätigen Banken und den lokalen Playern nehme zu, so Deuber. Es gebe aber nach wie vor Synergien und Know-How-Vorteile für große in mehreren Ländern tätige Institute.

Der Anteil der notleidenden Kredite ist 2014 nach Jahren der Zunahme gesunken und verbesserte sich dem Bericht zufolge auf 8,5 Prozent, nach 9,1 Prozent. Ohne Ungarn waren es sogar nur 6,8 Prozent, nach 7,1 Prozent.

Für Russland wird heuer ein Anstieg auf 8 oder 10 Prozent erwartet. Auch der Anteil der restrukturierten Kredite insgesamt werde steigen, basierend auf den Erfahrungswerten früherer Krisen könnten es bis zu 20 Prozent aller Kredite werden. In Russland erwartet die RBI diesmal - anders als in der Krise 2008/2009 - keine rasche Erholung. Es gebe aber noch keinen Finanzierungsengpass, auch weil es wenig Investitionen gebe.

In der Ukraine wird wieder ein Anteil der notleidenden Kredite (NPL-Ratio) von 40 Prozent erwartet. In Rumänien gab es 2014 eine Rückgang von 21,9 Prozent auf 13,9 Prozent und in Ungarn von 14 auf 13,3 Prozent. Ungarn und Rumänien hätten eine Trendwende geschafft, durch Schuldenabbau, einschneidende Einmalerverluste und Restrukturierung der notleidenden Kredite. In einigen Länder stehen Anpassungen noch aus, in Kroatien beispielsweise liegt der Anteil der notleidenden Kredite noch bei 20 Prozent.

Das Umfeld habe die Erwartungen übertroffen, so RBI-Chefanalyst Peter Brezinschek. So habe es vor rund einem Jahr die Sanktionen gegen Russland noch nicht gegeben, was eine wesentlichen Einfluss auf den Bankensektor in Osteuropa habe. In Südosteuropa seien erforderliche Strukturreformen auf die lange Bank geschoben worden. Polen sei nach wie vor Vorzeigeland puncto Wachstum und Rentabilität. In Tschechien und der Slowakei sei der Bankensektor noch immer robust.

Madrid (APA/Reuters) - Die Korrektur der Bilanz für 2017 versetzt den Aktien von Dia einen weiteren Schlag. Die Titel der hoch verschuldeten spanischen Supermarktkette fielen am Montag um mehr als 20 Prozent auf ein Rekordtief von 0,70 Euro.
 

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Spanische Supermarktkette Dia musste Bilanz 2017 korrigieren

München (APA/dpa/Reuters) - Die US-Kartellbehörde FTC hat die milliardenschwere Fusion des deutschen Industriegaseherstellers Linde mit dem US-Konkurrenten Praxair zum weltgrößten Industriegase-Konzern unter Auflagen genehmigt. Das teilte die Behörde am Montag mit.
 

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USA genehmigen Linde-Praxair-Fusion unter Auflagen

Wien (APA) - Die Wettbewerbsbehörde (BWB) will stärker gegen unfaire Geschäftspraktiken zwischen großen und kleinen Betrieben vorgehen. "Die Benachteiligung von marktschwachen Vertragspartnern kann zu Wettbewerbsverzerrungen führen", sagte BWB-Chef Theodor Thanner am Montag bei der Präsentation eines "Fairnesskatalogs für Unternehmen".
 

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BWB will schärfer gegen unfaire Geschäftspraktiken vorgehen